Zurück in Europa: Ankunft auf der Blumeninsel
Heimkehr auf Zeit
Der Flug von New York nach Madeira war einer der entspanntesten unserer Reise. Das Essen war gut, die Sitze waren bequem, der Flug war ruhig (keine Kinder an Bord, Jackpot) und bis auf die Insel waren es auch nur fünf Stunden, die wir zu einem guten Teil geschlafen haben. Gut, dass der Flug über Nacht ging, sonst wäre es eventuell etwas zäh geworden, denn Unterhaltung in Form von Filmen gab es nicht. Gegen 9 Uhr Ortszeit betraten wir dann nach knapp acht Monaten erstmals wieder europäischen Boden. Und für uns, die aus einem relativ kalten New York kamen, war der milde Frühlingsmorgen hier total angenehm. Das war auch die Einreise, denn im Gegensatz zu fast allen anderen konnten wir zum EU-Schalter gehen. Endlich mal keine lästigen Fragen über Grund oder Länge der Reise und kein Vorlegen irgendwelcher Unterlagen. Willkommen zurück in der EU! Zumindest für knapp eine Woche. Im Terminal wurden wir dann noch Madeira-typisch von einem Blumenteppich begrüßt – wir waren nämlich passenderweise zum einmal im Jahr stattfindenden Blumenfest auf der Insel, wodurch alles nochmal extra schön geschmückt war. Anschließend ging es mit dem Flughafenbus nach Funchal, der Hauptstadt der Insel, in deren westlichem Teil unsere Unterkunft für die nächsten Tage lag. Um die zu erreichen, mussten wir uns allerdings nochmal ordentlich anstrengen, denn Madeira ist vor allem eins: steil. Wenn man nicht gerade quer zur Küste unterwegs ist, läuft man immer und überall steil bergauf oder bergab. In unserem Fall leider ersteres. Gut, wenn man auf halber Strecke erstmal eine Frühstückspause einlegen kann. Hier gab es neben einem übertrieben schokoladigen Donut unseren ersten Pastel de nata, quasi die Nationalsüßspeise Portugals, von denen noch einige weitere folgen sollten. So gestärkt gelangen uns dann auch die restlichen paar Minuten (und gefühlt 800 Höhenmeter) zum Hotel.
Zu Gast in der Vila Lutsitania
Unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte war die Vila Lutsitania, eine kleine Hotelanlage westlich der Innenstadt von Funchal. Von hier aus – eigentlich aber von überall auf der Insel – hatten wir nicht nur einen tollen Meerblick, unser Zimmer war auch super gemütlich. Wir hatten ein Studio mit kleiner Küche, in der wir abends gekocht und dann draußen vor unserem Zimmer gegessen haben, auf einer der schönsten Terrassen aller Zeiten. Außerdem gab es einen Pool, den wir aber irgendwie gar nicht genutzt haben. Umso mehr das Bett, das sehr gemütlich war, die gute heiße Dusche und das Trinkwasser, das auch hier einfach aus der Leitung kam. Europäischer Standard hat schon was. Zwar hatte unser Zimmer selbst keinen Balkon oder Fenster mit direktem Meerblick, wenn man aber weit genug den Kopf aus den Fenstern streckte, hat man es trotzdem gesehen. Einziger Kritikpunkt: Keine Kaffeemaschine. Stattdessen haben wir uns mehr schlecht als recht eine Konstruktion aus Filter und Klebeband gebaut, die den Umständen entsprechend gut ihren Dienst tat. Ansonsten waren wir aber sehr zufrieden, auch, weil mehrere Buslinien vor dem Hotel hielten und uns schnell, einfach und ohne halbe Bergbesteigung nach Funchal und wieder zurückbrachten. Dem kleinen Madeira-Sightseeing stand also nichts mehr im Wege. Bis auf eine gewisse Müdigkeit vielleicht.
Mehr vom Meer sehn
Obwohl wir an unserem Anreisetag früh da waren und zum Glück auch schon um 12 Uhr aufs Zimmer konnten, haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Funchal haben wir noch bis zum nächsten Tag warten lassen, stattdessen sind wir einmal vom Hotel bis runter zum Meer gelaufen, um uns unsere unmittelbare Umgebung einmal anzuschauen. Auch wenn es dafür wieder steil nach unten (und, viel schlimmer, später steil wieder nach oben) ging, der Meerblick, den wir an jeder Ecke hatten, war jeden Meter wert. Das Meer, das gute Wetter und der Geruch von blühenden Blumen, der einem pausenlos in der Nase lag, sorgten für absolute Urlaubsstimmung und wir haben uns eigentlich schon nach wenigen Minuten in die Insel verliebt. Dass viele hierhin auswandern und ihren Lebensabend hier verbringen, können wir jedenfalls gut verstehen. Wir schienen auch generell ein bisschen den Altersdurchschnitt der Touristen zu senken, das machte uns aber nichts aus. Nicht zuletzt, weil wir uns den Urlaubsrentnern eh deutlich näher und verbundener fühlen als irgendwelchen Abi-2023-Shirtträgern. Der Blick aufs Meer direkt an der Küste hatte dann auch nochmal was Besonderes. Weit und breit nur ruhiges Wasser. Erinnerte uns ein bisschen an den Pazifik in Kalifornien. Weniger an die USA erinnerte uns unser Einkauf im Supermarkt, denn hier waren die Preise wieder deutlich erschwinglicher. Portugiesischer Wein für 1,50€? Her damit! Nachdem die Sachen irgendwann endlich zurück nach oben geschleppt waren und wir irgendwann satt, müde und zufrieden im Bett lagen, war uns vollkommen klar, dass es uns auf Madeira nur gefallen konnte. Mal sehen, ob die Altstadt von Funchal diesen Eindruck bestätigen würde.