Zu Fuß und mit PS: Sightseeing auf Hawaii
Sonnenaufgang am Diamond Head
Nach entspannten und (bewusst) wenig ereignisreichen Weihnachtstagen wollten wir an unseren letzten beiden Tagen auf Hawaii zumindest ein bisschen was außerhalb von Waikiki erleben. Die Insel Oahu bietet zum Glück neben Honolulu mit Waikiki selbst noch einige andere Punkte, die es sich lohnen, anzusteuern. Für einen mussten wir leider wieder mit unseren üblichen Schlafgewohnheiten brechen und einen ekelhaft frühen Wecker stellen. Um 5:30 sollte uns der erste Bus am frühen Morgen aus Waikiki raus zum Fuße des Le’ahi (vielen besser bekannt als Diamond Head) fahren. Dieser aus einem Vulkanausbruch entstandene Berg ist das Wahrzeichen Waikikis und vom Strand aus gut zu sehen. Besonders sehenswert soll es aber sein, ihn zu erklimmen, besonders – zu unserem Leidwesen – zum Sonnenaufgang. Und so machten wir uns nach einer kurzen Busfahrt in noch vollkommener Dunkelheit auf den Weg von der Bushaltestelle durch einen Tunnel in den „Innenhof“ des Diamond Heads, von dem aus man auf die zum Glück kurze (also sehr Amerikaner-freundlich, wobei diese, wäre die nötige Infrastruktur vorhanden, wohl lieber im Auto bis ganz nach oben fahren würden) Wanderung zur Spitze. Eintritt kostete übrigens 5$ und muss vorab reserviert werden, denn es wird nur eine begrenzte Personenzahl pro Stunde auf die Wanderwege gelassen. Der Timeslot für den Sonnenaufgang war schon Tage im Voraus ausgebucht – gut also, dass wir das mit der Reservierung gelesen hatten. Nach dem kurzen (aber trotzdem sehr anstrengenden) Aufstieg über teils gut asphaltierte, teils aber auch sehr steinige Wege (nix mit Barrierefreiheit hier), wurde uns auch klar, wieso ein Besucherlimit Sinn macht: Die Aussichtsplattform am höchsten Punkt des Diamond Head war bereits voller Menschen. Wir haben uns deshalb einen freien Platz etwas weiter unten gesucht und hatten von dort trotzdem einen tollen Blick auf den Sonnenaufgang. Noch besser war die Sicht etwas weiter unten, als die Sonne die grüne Umgebung in ein tolles Licht tauchte. Wer also nicht unbedingt zum Sonnenaufgang hochkraxeln will oder keinen Platz mehr kriegt, kann die Wanderung auch getrost später am Tag auf sich nehmen und trotzdem einen einmaligen Blick auf die grüne Umgebung, das Meer und Waikiki selbst erhaschen (auch wenn letzteres im Dunkeln auch sehr cool aussieht). Dann ging es mit dem Bus auch schon wieder zurück nach Waikiki. Ohne eigenes Auto zum Diamond Head zu fahren war – besonders für US-amerkanische Verhältnisse – übrigens erstaunlich unkompliziert. Der Bus hält fast am Fuße des Diamond Head (und fuhr praktischerweise direkt an unserem Apartmentgebäude vorbei) und kostet 2$ pro Strecke. Mit dem eigenen Auto ist man natürlich flexibler, zahlt aber dann gleich auch doppelt so viel Eintritt, da der Parkplatz extra kostet.
Um 9 Uhr morgens waren wir dann schon wieder in unserem Apartment – sehr müde, aber auch froh, dass wir den ganzen restlichen Tag noch vor uns hatten. Den wir leider auch brauchten. Nicht nur zum üblichen Ausruhen und um zum Strand gehen, sondern leider auch schon zum Packen…
Spritztour im Mustang
Nach sechs Nächten war es leider schon wieder Zeit, unser Apartment zu verlassen. Mehr war finanziell einfach nicht drin (ok, die sechs Nächte selbst eigentlich auch nicht). Und es ist immer wieder interessant, wie schnell man sich irgendwo heimisch und wohl fühlen kann, wenn man nur lange genug an einem Ort ist und „wohnt“. Nachdem uns das Apartment am ersten Tag so gar nicht zugesagt hatte, haben wir es jetzt nur sehr ungern verlassen. Wir haben uns am Ende doch sehr wohl gefühlt – und die Lage war einfach unschlagbar gut. Weihnachten in Waikiki werden wir definitiv in guter Erinnerung behalten, jetzt stand allerdings erstmal eine wenig aufregende, einstündige Busfahrt zum Flughafen an. Wie üblich mussten wir vormittags aus der Unterkunft raus – blöd, wenn der Weiterflug erst gegen Mitternacht sein würde. Wir haben uns für eine teure, aber verlockende Lösung entschieden: anstatt low-budget-backpacker-mäßig den ganzen Tag am Flughafen abzuhängen (das hatten wir in Seoul erstens erst kürzlich hinter uns und im Vergleich hat der Flughafen in Honolulu leider sehr wenig bis gar nichts zu bieten) oder noch den Tag über in Waikiki abzuhängen (was mit Gepäck leider nicht sehr viel Spaß gemacht hätte), haben wir uns für den Tag ein Auto gemietet, um nochmal ein bisschen mehr von Oahu zu sehen als nur den Teil zwischen Flughafen und Diamond Head. Wir hatten sicherheitshalber lange im Voraus gebucht und 150€ gezahlt (auch hier gilt: Hawaii + Weihnachtstage = arschteuer), aber bei einem neuen Vergleich zwei Tage vor Abholung einen noch besseren Deal gefunden: ein Mustang inklusive erster Tankfüllung für den gleichen Preis, nehmen wir! Am Flughafen wurden wir per kostenlosem Shuttle zum Mietwagenparkhaus gefahren, wo unser roter Flitzer auch schon auf uns wartete. Nach kurzem Zurechtfinden ging es dann auch schon los auf unsere Spritztour über Oahu.
Wir hatten uns vorher eine Route bei Google Maps zusammengestellt und fälschlicherweise angenommen, dass das gut betuchte Unternehmen mittlerweile soweit war, die App offline nutzbar zu machen. Irrglaube. Offline-Maps sind ja schön und gut, die Offline-Navigation funktioniert aber überhaupt nicht. Biegt man einmal falsch ab, navigiert einen Google nicht wie bei Navigationsgeräten üblich zurück auf die Route, sondern stellt einfach den Dienst ein. Irgendwie unvorteilhaft. Maps.me hat uns dann mehr oder weniger den Tag gerettet. Unser erster Stopp sollte die Hanauma Bay sein, von deren Aussichtspunkt man einen tollen Blick über die Bucht haben soll. Leider musste man hier anscheinend im Voraus reservieren und viele – inklusive uns – mussten wieder umdrehen. Schade. Der nächste Punkt war da schon erfolgreicher: am Trailhead zum Makapuù Lighthouse mussten wir zwar etwas länger auf einen Parkplatz warten, konnten dann aber am ersten Aussichtspunkt mal wieder kalifornienmäßige Pazifikblicke genießen. Bis zum Leuchtturm sind wir dann allerdings nicht gelaufen, weil uns eine Kombination aus Sonne und Faulheit davon abgehalten hat. Nach einem sehr schönen Streckenabschnitt auf der Hawaii Route 72 direkt am Meer entlang ging es für uns anschließend ins Landesinnere zum Pali Lookout. Der Ausblick ins Grüne war hier zwar nicht ganz so spektakulär wie vom Diamond Head, das Interessante und Erwähnenswerte war eher der krasse Wetterumschwung, sobald man sich von der Küste entfernt. Während einen am Strand eine Sonne am wolkenlosen Himmel verbrennt, hat es am Pali Lookout sogar etwas getröpfelt, sodass wir unser Cabriodach schließen mussten. First world problems. Zum Tagesabschluss und Sonnenuntergang sind wir dann quer über die Insel zur Nordküste gefahren. Schildkröten, die man normalerweise am Laniakea Beach finden können soll, haben sich zwar nicht blicken lassen, der Sonnenuntergang hat an unserem letzten Abend nochmal alles gegeben, um uns einen unvergesslichen Abschluss zu bescheren! Gestärkt haben wir uns an- bzw. abschließend bei Teddys Bigger Burger, einer hawaiianischen Burgerkette mit – für Amerika üblich – wirklich sehr guten Burgern. Danach mussten wir unseren roten Flitzer leider auch schon wieder abgeben. Gelohnt hat es sich trotzdem. Was wäre ein Aufenthalt in den USA ohne eigenes Auto? Und ohne fetten Burger vor der Abreise? Die stand uns jetzt jedenfalls bevor. Und es sollte leider wieder eine lange und anstrengende werden.