Viva Las Vegas!
Über Hollywood und Ägypten nach New York
Unseren vollen Tag in Las Vegas wollten wir natürlich nutzen, um den Strip und seine Hotels zu erkunden. Nach einem Kaffee und Schokocrossaint aus dem hoteleigenen Starbucks zogen wir los. Runter ins Casino, raus in das bunte Treiben auf dem Strip. Wir sind von unserem Hotel einmal bis zum Luxor, wieder zurück und bis nach Venedig gelaufen. Das war von der Strecke her gar nicht weit, aber man kommt nur unheimlich langsam voran, weil es so viel zu sehen gibt.
In Las Vegas ist alles auf eine glänzende Fassade ausgelegt: Kunstrasen, Wasserinstallationen, blitzsaubere Straßen, Musik, die aus Boxen dudelt. Dazwischen aber auch immer wieder Obdachlose und Leute, die irgendwie neben der Spur sind. Hier und da ist der Strip auch etwas schäbiger und schmuddeliger, mal lauter, mal ruhiger. Die Hotels sind alle recht ähnlich aufgebaut. So gut wie alle haben eine riesige, eigene Casinoarea. Allerdings nicht so edel, wie man es aus den Oceans-Filmen kennt, die hier spielen, sondern irgenwie trashiger. Die Automaten sind fast ausnahmslos computergesteuert, zwischendrin gibt’s auch Tische, die von Menschen bespielt werden. Die Leute in den Casinos sind auch nicht besonders schick angezogen. Es sind Touris in Jeans und T-Shirt. Zumindest war das in den Läden so, in denen wir waren.
Unser zweites Frühstück hatten wir in New York, einem Gebäude, in dem ein typischer New Yorker Stadtteil nachgebaut war. Dort aßen wir sehr reichhaltig gefüllte Crepes, die uns erstmal eine Zeitlang sattmachten.
Ein Umweg von Rom über Südostasien nach Venedig
Nach dem Frühstück ging es weiter den Strip hinauf Richtung Norden. Das schöne ist, dass Hotel-Hopping in Las Vegas nicht sehr kompliziert ist, denn man geht im Grunde automatisch durch die Hotels, wenn man einfach die Straße entlang geht. Manchmal ist es komplizierter, einen Weg um das Hotel herum zu finden, als einfach durchzulaufen. Vermutlich auch irgendwo gewollt, da ja jedes Hotel mit zahllosen Restaurants, Geschäften und natürlich Spieltischen zum längerem Verweilen einlädt.
Nach dem schicken Cosmopolitan ging es erstmal italienisch zu: das Bellagio mit seinen berühmten Fontainen, die wir schon am Abend zuvor von unserem Zimmer aus bewundern konnten, ist ein sehr nobles Hotel mit vielen – und sehr teuren – Restaurants und Boutiquen. Obwohl es von außen einfach aufgebaut scheint, haben wir uns ordentlich verlaufen. Eigentlich wollten wir nur kurz auf die Toilette (die eine Sache, die wir uns in dem Hotel leisten konnten), fanden uns aber plötzlich in der Pool-Area des Hotels wieder, zu der wir aber ohne Zimmerkarte keinen Zutritt hatten. Irgendwann hatten wir es aber doch geschafft und konnten unsere Italienreise im Caesars Palace fortsetzen. Der Caesars Palace hat mit den Forum Shops ein beeindruckendes Einkaufszentrum vorzuweisen, aber Shopping stand nicht auf unserer Bucket List in Las Vegas.
Später am Tag landeten wir im Mirage, das im südostasiatischen Stil daherkommt. Das Mirage ist das Hotel, in dem Siegfried und Roy ihre bekannte Show hatten. Die mit den weißen Tigern. Dort gibt es auch einen Secret Garden. Das ist ein Tierpark, in dem Tiger, Löwen, Delfine und allerhand weitere exotische Wildtiere ausgestellt sind. Meinen Recherchen zufolge sind die Tiere dort wohl nicht optimal untergebracht. Aber ich finde es eh immer etwas schwierig, wenn Tiere allein zu Unterhaltungszwecken des Menschen ausgenutzt werden. Daher lehne ich mich hier mal weit aus dem Fenster und gebe diesem Secret Garden das Label „nicht unterstützenswert“.
Wir wären gerne noch weiter gelaufen, aber sowohl zeitlich als auch körperlich war nicht mehr viel drin. Deshalb haben wir auf der Höhe des Mirage die Straßenseite gewechselt und sind – über einen Umweg durch Venedig – wieder Richtung Hollywood, also unserem Hotel, gelaufen.
Tagesabschluss in Paris
Der Strip hat uns ganz schön fertiggemacht. Uns taten die Füße weh vom stundenlangen Laufen und irgendwie brummte uns der Kopf von dem ganzen Gedudel und den vielen Menschen. Höchste Zeit für ein bisschen Ruhe im Hotelzimmer. Für den Abend hatten wir einen Tisch im Eiffelturm-Restaurant im Paris Las Vegas reserviert und haben dort einen wirklich wunderschönen letzten Abend in den USA genossen. Mir persönlich haben zwei Tage in Las Vegas absolut gereicht. Es war cool, diese verrückte Stadt einmal besucht zu haben. Ich müsste aber nicht noch einmal wiederkommen.
Diesen Roadtrip werde ich immer in ganz besonderer Erinnerung behalten. Wir haben so viele Kontraste erlebt. Millionenstädte und vergessene Orte, die wilde Pazifikküste und die unendlichen Weiten der Wüste, riesige Schluchten und gigantische Felsen. So viel unterschiedliche Natur und so oft einfach nur geflasht-Sein. So viele Gänsehaut-Momente und schöne Geschichten, die ich am liebsten für immer konservieren möchte. Wenn ich mir was wünschen dürfte, wäre es, genau diesen Roadtrip (mit ein paar kleinen Änderungen) noch einmal zu machen, dafür aber mehr Zeit zu haben. Wir haben all diese Orte im Schnelldurchlauf erlebt, ich würde sie aber gerne noch intensiver und länger auf mich wirken lassen. Vielleicht habe ich ja irgendwann noch einmal die Möglichkeit dazu …