Es geht los! Start der Weltreise

Nachdem sich die letzten Wochen eigentlich ziemlich normal angefühlt haben und wir weder besonders aufgeregt noch nervös waren, fühlten sich die letzten Tage vor der Abreise doch endlich etwas ungewöhnlicher an. Ein Zurück gab es sowieso nicht mehr – die Wohnung wurde aufgeräumt, leergeräumt, geputzt und letztendlich an unsere Untermieter übergeben – und die finalen Tage vergingen so schnell, dass der Abreisetag praktisch plötzlich vor der Tür stand.

Die latente Anspannung war allerdings nicht nur der Erkenntnis geschuldet, dass es jetzt wirklich losging: pünktlich zur Abreise haben die Lufthansa-Piloten entschieden, den gesamten Betrieb der Airline für einen Tag lahmzulegen. Diese Nachricht war gleichzeitig ein Schock wie ein Hoffnungsschimmer, denn der eintägige Streik fiel tatsächlich genau einen Tag vor unsere Abreise. Wir konnten also Daumen drücken, dass sich der Flugverkehr bis dahin wieder eingependelt hatte – und so war es glücklicherweise auch.

Trotzdem – man weiß ja nie – standen wir überpünktlich etwa fünf Stunden vor Abflug in Düsseldorf am Check-in Schalter der Lufthansa. Sicher würde hier Chaos herrschen. Immerhin sind die Leute gestern nirgendwo hingekommen und sind vermutlich alle heute wieder hier, wenn sie nicht eh schon die Nacht über am Flughafen gestrandet sind. Aber: nein, nix davon. Der Flughafen war einfach leer. Am Check-in Schalter gab es auch keine Schlange. Wir waren irgendwie die einzigen hier – zumindest die einzigen, die es für eine gute Idee gehalten haben, schon um 15 Uhr für einen (Inlands-)Flug um 20 Uhr in der Abflughalle zu stehen.

So schlimm war das aber auch nicht, denn praktischerweise hatten wir für den kurzen Flug von Düsseldorf nach München ein Upgrade in die Business Class. Die lohnt sich zwar für den Flug selbst weniger (dazu später mehr), aber so konnten wir die Zeit bis zum Abflug in der Business Class Lounge verbringen. Die hat nicht nur gemütliche Sitzgelegenheiten für uns parat gehalten, sondern vor allem eine große Auswahl an Speisen und Getränken. Und so hat sich die frühe Anreise am Ende doch gelohnt.

Start mit Turbulenzen: Das Lufthansa-Abenteuer

Nachdem die Abflugtafel in der Lounge die ganze Zeit einen pünktlichen Flug mit einem Boarding um 19:25 angezeigt hatte, sprang diese plötzlich auf 20:20 um. Wie sich später herausstellte, war das Flugzeug vorher von Berlin nach München und dann zu uns nach Düsseldorf unterwegs und hatte aufgrund einziger Gewitter einiges an Verspätung aufgebaut. Kein Problem, dachten wir uns, schließlich hatten wir eh zwei Stunden in München Zeit – eine sollte zum Umsteigen ja wohl auch reichen. Allerdings verzögerte sich das Boarding noch ein wenig nach hinten. Irgendwann gegen 21 Uhr waren wir dann tatsächlich in der Luft. Die Business Class auf einem Kurz- oder Mittelstreckenflug ist leider nicht mit den bekannten Sitzen ausgestattet, in denen man richtig liegen kann. Hier blieb nur der Mittelsitz der Dreierreihe frei und es wurde Essen serviert, sogar in echtem Porzellan. Außerdem wurde uns munter Wein nachgeschenkt. Das war einerseits bestimmt eine nette Geste, andererseits wurde uns währenddessen erklärt, dass wir vielleicht eventuell möglicherweise noch unseren Anschlussflug nach Bangkok bekommen, wenn wir uns gleich beeilen, aber ob das auch für unser Gepäck gilt (wir haben unsere Rucksäcke für die Flüge nämlich doch aufgegeben und dachten, das wäre klug), kann man uns nicht garantieren. Na toll.

Ein überraschend angenehmer Flug nach Bangkok

Als der Kapitän nach der Landung in München mitteilte, dass wir hier noch ein paar Minuten stehen werden, weil die „Landing Crew“ eben erst eingetroffen sei und man noch warten müsse, bis die Türen geöffnet werden können (so ein Flugzeug landet ja auch immer sehr spontan, da kann man ja nicht erwarten, dass da Leute für bereit stehen), wollte man eigentlich schon anfangen, sich damit abzufinden, den Flug zu verpassen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und so ging es schnellen Schrittes durch den Münchener Flughafen. Der Nachteil von Zubringerflügen ist ja, dass man nicht mal eben am Gate nebenan abfliegt, sondern meist auch das Terminal wechselt, um in den internationalen Abflugsbereich zu kommen. Also ging es los, über Treppen, Rolltreppen, den Terminal-Shuttle, noch mehr Treppen bis zur Passkontrolle und – Voraussetzung für die Reise nach Thailand – einer (zum Glück) zügigen Kontrolle der Impfpässe. Und tatsächlich hatten wir es geschafft und saßen am Ende erleichtert und ein wenig außer Atem auf unseren Plätzen und warteten auf den Abflug.

Und warteten. Und warteten. Bis zur Durchsage, dass aufgrund einer hartnäckigen Warnleuchte ein Technikteam an Board kommen müsse, um sich das nochmal näher anzuschauen, da man so auf einen Fall abheben könne. Also ging es von der Startbahn zurück zum Gate. 50 bange Minuten später rollten wir dann erneut zur Startbahn und, oh Wunder, hoben tatsächlich ab. Danke Lufthansa für dieses mehrtägige Abenteuer mit euch, muss aber erstmal nicht nochmal sein!

Aber um mit etwas Positivem abzuschließen: wir hatten einen sehr angenehmen Flug auf angenehmen Plätzen. Wir hatten (nicht ganz billige) Plätze mit mehr Beinfreiheit und als Zweierreihe statt der üblichen Dreierreihe und haben die meiste Zeit des Fluges verschlafen. So konnte man die 10 Stunden echt gut aushalten.

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