Unsere erste Einreise über Land: Auf nach Belize!
Das letzte Shuttle…
Auch für das letzte Stück unserer Guatemala-Reise entschieden für uns nochmal für ein Shuttle. Denn auch dafür waren wir zu faul für eine Taxi-Chicken-Bus-Taxi-Kombination, um irgendwie von Flores über die Grenze und von dort bis nach San Ignacio in Belize zu kommen. Der Shuttleanbieter, mit dem wir auch schon gut und günstig nach Tikal gefahren sind, bot praktischerweise auch Fahrten von Flores über Belize bis Mexiko an, Grenzübertritte inklusive. Vorteil: Man muss sich um nichts kümmern, sitzt bequem und wird von Hoteltür zu Hoteltür gebracht. Nachteil: Es ging mal wieder sehr früh los. Um 6:00 saßen wir im Shuttle, etwa zwei Stunden später waren wir an der Grenze zwischen Guatemala und Belize.
Bislang hatten wir immer nur Grenzübertritte an Flughäfen gehabt. Also in großen, modernen Hallen mit immergleichem Prozedere. Unsere erste Einreise über Land war da sehr viel einfacher, aber auch irgendwie viel entspannter. Mitsamt Gepäck ging es zunächst an die Grenze von Guatemala, wo wir unseren Ausreisestempel bekamen. Danach ging es durch einen kleinen Duty-free-Bereich zur Immigration von Belize. Eine kurze Wartezeit später hatten wir auch hier unseren Stempel im Pass und die Erlaubnis, uns 30 Tage im Land aufhalten zu dürfen. Dann wurden wir je nach endgültigem Ziel auf verschiedene kleine Reisebusse verteilt. An der Organisation konnte man mal wieder nichts aussetzen – und ausnahmsweise hielt uns auch keine Straßensperre oder sonst irgendetwas unerwartetes auf. Adios Guatemala, hi Belize.
…die besten Fry Jack’s…
Belize gehört offiziell nicht mehr zum Kulturkreis von Zentralamerika. Gesprochen wird hier Englisch, da es lange Zeit als Britisch-Honduras Teil des Britischen Kolonialreichs war. Und auch sonst hatten wir schon beim ersten Eindruck während der kurzen Fahrt von der Grenze bis nach San Ignacio das Gefühl, wieder in einer ganz anderen Welt zu sein. Irgendwie sah hier alles ein wenig anders aus, architektonisch aber auch landschaftlich. Man hatte teilweise das Gefühl, dass alles ein bisschen hübscher und gepflegter ist und hier und da vielleicht noch ein wenig britischer Einfluss (oder britische Gelder?) zu erkennen ist. Was hier alles anders ist und was wiederum nicht sollten wir in den nächsten Wochen noch herausfinden. Für den heutigen Tag war das allerdings noch nicht geplant. Wir waren sehr erleichtert, dass wir trotz unserer sehr frühen Anreise schon in unser Zimmer konnten. Und viel mehr als sich im Zimmer ausruhen war auch gar nicht mehr geplant. Gegen den Hunger gab es Pancakes und unsere ersten Fry Jack’s, im Grunde große frittierte Teigtaschen, in Martha’s Kitchen, einem sehr schönen kleinen Restaurant in San Ignacio. Die waren schon mal sehr köstlich.
…und der erste Eindruck
Auch unsere Bleibe hat uns überzeugt. Wir hatten uns fünf Nächte ins Don Santiago Guesthouse einquartiert, einer kleinen Unterkunft mit acht klimatisierten Zimmern, eigenen Badezimmern und großer Gemeinschaftsküche. Es liegt zentral in San Ignacio, ist aber trotzdem ruhig und versprüht auch generell trotz der Gemeinschaftsräume keine Hostelatmosphäre. Die Gäste jedes Alters waren eher für sich und sehr rücksichtsvoll. Ein Bonus war auch, dass Hugo, der Besitzer und Gastgeber, selbst in einem der Zimmer lebt und deshalb nicht nur immer ansprechbar und erreichbar war, sondern die Unterkunft so direkt irgendwie persönlicher und gemütlicher wirkte. Es war generell sauber, es gab wieder kostenlos Trinkwasser; das Einzige, was hätte besser sein können, waren Sauberkeit und Ausstattung der Küche. Die kam eher rüber wie die eines typischen Junggesellen. Alles war irgendwie da und funktionierte, richtig sauber und schön war aber eigentlich nichts. Zum Kaffee und Abendessen Kochen hats aber mal wieder gereicht.
Vor der Tür lag direkt das Zentrum von San Ignacio. Die Stadt war weder besonders schön, noch besonders groß, der karibische Charme von Belize war aber dank der bunten Holzhäuser und des belizianischen Englischs allgegenwärtig. Dazu trug auch die typische Reggae-Musik bei, die man hin und wieder leise zu hören bekam (ja, leise, eines unserer ersten Erkenntnisse hier: In Belize ist es viel ruhiger und entspannter als in Guatemala). Abgerundet wurde unsere erste Erkundungstour durch einen coolen Buchladen, den wir hinter unserem Guesthouse gefunden haben, von unseren ersten Stuffed Jacks (also gefüllten Fry Jacks, in unserem Fall mit Bohnenpaste und Käse) von einem kleinen Streetfood-Stand und der Erkenntnis, dass es hier saumäßig heiß war und uns selbst der Weg zum Supermarkt deutlich mehr abverlangte als noch in Guatemala. Aber uns gefiel es hier. Drei hoffentlich coole Wochen in Belize lagen jetzt vor uns!