Markt, Ruinen und Pool: Vier Tage San Ignacio

Nach einer ersten, ganz guten Nacht (nächtliches Hundegebell gibt es auch hier, aber das war mittlerweile nichts mehr, was uns sonderlich stören konnte), war es Zeit, noch ein wenig von San Ignacio und vielleicht auch schon ein paar Belize-typische Eigenarten kennenzulernen. Der Markt von San Ignacio wird bei Empfehlungen in oder um San Ignacio oft genannt und da er keine fünf Minuten Fußweg von unserem Guesthouse entfernt war, war es naheliegend, sich den einmal anzuschauen. Bei unserem ersten Besuch an einem Mittwoch war hier ziemlich tote Hose. Eine Reihe von Obst- und Gemüseständen wartete auf wenige Kundschaft. Wir haben hier ein bisschen was zum Kochen eingekauft und sind dann aber wieder weiter. Bei unserem zweiten Besuch war Samstag, auch in Belize ein Markttag, und plötzlich war hier die Hölle los. Autoschlangen, die auf freiwerdende Parkplätze warten und ein Haufen Leute, die heute nicht nur Lebensmittel, sondern vor allem auch Klamotten und anderen Kram kaufen konnten. Im Vergleich zu normalen Wochentagen wirkte der Samstagsmarkt eher wie ein großer Trödelmarkt. Aber hier haben die Reiseführer ausnahmsweise mal Recht: Ein Marktbesuch in San Ignacio lohnt sich vor allem samstags. Ist jetzt aber nicht so, als wäre der Markt ein echtes Highlight, sondern vielleicht eher sowas wie ein Verlegenheitstipp, da es in und um San Ignacio jetzt nicht gerade vor Sehenswürdigkeiten wimmelt.

Die Ruinen von Cahal Pech

Für eine Sache ist San Ignacio aber dann doch bekannt: die Maya-Ruinen Cahal Pech. Vom Zentrum aus kann man in etwa 30 Minuten zu der Ruinenstätte laufen, muss dazu aber auch einige Höhenmeter auf steilen Straßen überwinden. Und das nicht selten bei hohen Temperaturen. Wir waren jedenfalls ziemlich verschwitzt, als wir an den Ruinen ankamen, obwohl wir dafür extra früh aufgestanden und losgelaufen sind, damit es noch nicht ganz so heiß war. Für einen Besuch sind 10 Belize-Dollar, also knapp 5 Euro fällig, darin enthalten sind dann ein kleines Museum, in dem man sehr viel über Cahal Pech lernen kann (wenn man viel lesen möchte…wir mochten nicht) und der Eintritt zu der Ruinenstätte selbst. Die liegt glücklicherweise viel im Schatten und ist – zumindest war es bei uns so – ziemlich ruhig und bei weitem nicht so stark besucht und überlaufen wie Tikal. Wir waren insgesamt zu viert in der gesamten Anlage und konnten sie so sehr entspannt durchlaufen und uns auch einfach mal hinsetzen und ausruhen, ohne vor ankommenden Reisegruppen fliehen zu müssen. Zwar ist Cahal Pech auch bei weitem nicht so beeindruckend wie Tikal, uns hat es hier aber trotzdem (oder vielleicht auch gerade deshalb) gut gefallen.

Poolzeit

Wer sich bei über 30 Grad hoch zu den Ruinen schleppt, tut das vielleicht wie wir nicht nur aus dem großen Drang sich kulturell fortzubilden, sondern auch, um sich danach in Form einer Abkühlung für die geistige und körperliche Ertüchtigung zu belohnen. Aus Mangel eines eigenen Pools und nachdem wir einsehen mussten, dass ein Ausflug ohne eigenes Auto zu einem See oder Fluss in der Nähe eher schwierig würde, haben wir nach Hotels gesucht, die Nicht-Hotelgästen Zugang zu ihrem Schwimmbecken gewähren. Dadurch sind wir aufs Cahal Pech Village Resort gestoßen, das ganz gemäß seines Namens direkt neben den Ruinen liegt. Für 5€ pro Person konnten wir hier den Poolbereich samt Liegen nutzen. Zugegeben, der Pool war nicht riesig, aber als Abkühlung sehr willkommen. Auch das Essen und die Getränke waren gut. Wer mit eigenem Auto anreist und ein größeres Budget hat, kann hier auf jeden Fall entspannte Tage in Zimmern mit Ausblick auf San Ignacio verbringen. Für uns ging es nach ein paar Stunden zu Fuß wieder runter in die Stadt. Und bald darauf auch schon weiter zu unserem nächsten Stopp im Land.