Uluwatu Teil 2: Strandhopping mit dem Scooter

Eine Sache, die für uns rund um Uluwatu auch noch anstand, war, uns einige Strände der Halbinsel anzuschauen. Die sollen hier vor allem zum Surfen und weniger zum Schwimmen geeignet sein, locken aber auch oft durch ein sehr naturbelassenes Umfeld, da sie von zahlreichen Klippen umgeben oder in sie eingelassen sind, die so charakteristisch für diesen Teil Balis sind. Doch anstatt sich mal wieder nur auf Taxis zu verlassen, wollten wir wieder mehr Eigeninitiative zeigen und Roller fahren. Wir hatten jetzt ja ein wenig Übung und außerdem erschien uns der Verkehr hier auch noch deutlich entspannter als anderswo auf Bali. Und da unser Guest House auch eigene Roller zur Miete anbot, war das noch ein Argument. Und wieder lief es viel besser als angenommen. Der Verkehr war wirklich in Ordnung und außerdem war der Roller deutlich moderner und komfortabler als unser Klapperkasten auf Lembongan. Der Erkundungstour stand also nichts im Wege.

Für die Tour hatten wir uns ein paar Strände an der Westküste der Halbinsel rausgepickt. Den Süden und Osten haben wir ausgelassen, nicht zuletzt deshalb, weil die Halbinsel gar nicht mal so klein ist und wir uns deshalb ohnehin auf einen Teil beschränken mussten. Unser erster Stopp war daher der Suluban Beach, der in allerlei „Diese Strände musst du gesehen haben“-Listen auftaucht. Nicht etwa, weil er mit traumhaft weißem Sand aufwartet oder besonders schön zum Schwimmen ist (eigentlich gar nicht, es sei denn, man steht auf Felsen im Wasser, die einem die Beine aufschneiden), sondern weil er sehr schön in eine Felsspalte eingelassen ist. Entsprechend muss man, um zum Stand zu gelangen, erstmal viele, teilweise enge und steile Stufen hinabsteigen, bis man schließlich am kleinen Suluban Beach steht. Hier kann man es sich auf einer Decke (sofern vorhanden) gemütlich machen und vor allem vielen Surfern zuschauen. Für einen richtigen Strandtag eignet sich der Strand unserer Meinung nach weniger, denn alles, was man für den eigenen Komfort braucht, muss man selbst mitbringen und die Stufen runter und wieder hoch schleppen. Übrigens: wer nicht aufpasst und zu weit vorne am Wasser sitzt, wird eventuell von der Flut oder einer größeren Welle überrascht, denn durch die Enge der Bucht kommt das Meer hier viel schneller näher als gewohnt. Einer Frau ein paar Meter vor uns ist so ihr Handtuch samt Rucksack und Schuhen abgesoffen, weil sie statt aufs Wasser lieber auf ihr Handy gestarrt hat. Tja.

Thomas Beach

Unser zweiter Stopp war der Thomas Beach, etwas weiter nördlich der Küste entlang. Dazu mussten wir natürlich erstmal den Suluban Beach hinter uns lassen, sprich, jede Menge Stufen hochklettern. Beinahe hat uns noch ein Affe angegriffen, in den wir fast reingelaufen sind, weil wir so mit Treppensteigen beschäftigt waren, dass wir die Warnrufe anderer Touristen überhörten. Glimpflich davon gekommen ging es dann zurück auf den Roller. Fürs Parken haben wir hier übrigens 5000 Rupiah (30 Cent) geblecht. Dafür wurde der Roller dann angeblich von ein paar Frauen bewacht, die an der Treppe zum Strand saßen. Die Helme haben wir trotzdem mitgenommen, man weiß ja nie.

Der Thomas Beach taucht auch auf Empfehlungslisten auf, allerdings weniger wegen seiner Schönheit oder besonderen Lage. Tatsächlich ist er ein ganz normaler Sandstrand, diesmal allerdings wieder mit der üblichen Infrastruktur aus Warungs mit Liegen und Sonnenschirmen. Surfbretter leihen und Surfstunden nehmen kann man hier auch. Empfohlen wird er vor allem deshalb, weil er noch vergleichsweise unbekannt und daher sehr ruhig ist. Der Eindruck bestätigte sich uns, es waren kaum Gäste da, nur vereinzelt waren Liegen belegt. Der Weg zum Thomas Beach führt zunächst eine holprige Straße entlang (über die man theoretisch Roller fahren kann, wir haben ihn trotzdem lieber vorher schon abgestellt) und dann eine ekelhaft steile Treppe hinunter, die man auf jeder Stufe mehr verflucht bei dem Gedanken, sie wieder hochlaufen zu müssen. Vermutlich ist auch deshalb hier weniger los als woanders – man muss erstmal hinkommen (und wollen). Auch der Strand wäre nicht unsere erste Wahl für einen Strandtag. Die Ruhe ist zwar schön, aber irgendwie wirkte der Strand auf uns ein bisschen blass und weniger einladend. Kann aber auch daran gelegen haben, dass es hier sehr bewölkt war. Wir haben hier nur etwas getrunken und sind dann weiter (nach gefühlt tausend Stufen aufwärts).

Padang Padang Beach

Unser dritter und letzter Strandstopp war der Padang Padang Beach. Auch der wird oft genannt und empfohlen. Hier soll man besonders gut surfen und dementsprechend auch Surfern zusehen können. Im Vergleich zum Thomas Beach war hier die Hölle los, das merkte man schon am Parkplatz (und der Tatsache, dass es generell einen eigenen Parkplatz für den Strand gibt). Für 2000 Rupiah (ca. 15 Cent) haben wir hier unseren Roller abgestellt und mussten dann nochmal 15000 Rupiah (ca. 1 Euro) pro Nase für den Strand selbst zahlen. Auch den erreicht man wieder über Stufen, allerdings deutlich weniger (und wir waren mittlerweile auch etwas trainiert, sodass es nicht mehr ganz so schlimm war). Der Eindruck vom Parkplatz setzte sich dann auch am Strand fort. Man hat hier mehr Menschen und Handtücher gesehen als freien Sand. Allerdings ist der Strand auch ziemlich klein, sodass sich die Touristen nicht sehr gut verteilen können. Dazu kommt noch, dass alle ein wenig Abstand von den Klippen am linken Rand des Strandes halten, da hier eine clevere Affenfamilie lebt, die es sehr gut versteht, den Touristen ihr Essen (und was sie sonst so rumliegen lassen) zu klauen. Im Grunde quetscht man sich hier also auf ein freies Stück Sand zwischen vielen anderen Menschen und beobachtet dann abwechselnd die Surfer und die Affen. Eine richtige Wohlfühlatmosphäre kommt da nicht so recht auf. Deswegen haben wir den Strand auch schnell wieder verlassen – das Eintrittsgeld kann man in jedem Fall besser investieren.

Sonnenuntergang am Balangan Beach

Nach einer Erholungspause in unserer „Deluxe Suite“ ging es für den Sonnenuntergang nochmal mit dem Roller los. Der Balangan Beach war der Strand, der von unserer Unterkunft am schnellsten zu erreichen war, also haben wir uns den für den Schluss aufgespart. Das war auch eine sehr gute Entscheidung, denn vor Ort haben wir gesehen, dass man vom Parkplatz (hier war nochmal eine Parkgebühr von 5000 Rupiah fällig) nicht nur runter zum Strand, sondern auch zu einem Aussichtspunkt laufen kann. Und einen besseren und schöneren Platz zum Sonnenuntergang schauen hätten wir wohl nicht finden können. Die Aussichtsplattform war ein einfacher natürlicher Felsen und von dort aus hatte man den besten Ausblick auf das Meer und die untergehende Sonne, den wir bislang auf unserer Reise hatten! Zwar kann man hier nicht mehr von einem Geheimtipp sprechen, denn es waren einige Leute vor Ort (inklusive eines Pärchens, das eine Viertelstunde lang versucht hat, einen Lampion zu entzünden und steigen zu lassen, bis ihnen das Ding schließlich in den Händen abgefackelt ist, kein Mitleid), aber es war trotzdem eine entspannte und ruhige Atmosphäre. Hätten wir den Punkt schon früher entdeckt (und immer einen Roller zur Verfügung gehabt), wären wir hier bestimmt öfter hingefahren!

Relaxing like a hipster

Was war sonst noch? Einen Tag hat das Wetter nicht so richtig mitgespielt, an einem anderen waren wir generell ein wenig faul. Und außerdem lud unsere Unterkunft ja auch einfach zum Verweilen ein. Also saßen wir viel an den Laptops und fühlten uns zwischendurch wie echte digitale Nomaden. Um dem noch mehr Ausdruck zu verleihen haben wir auch zweimal echt hipsterig gefrühstückt: einmal im Bread Basket, einer richtigen Bäckerei (war schön, mal wieder ein richtiges Brötchen zu essen – und ein Baguette für abends haben wir uns auch direkt mitgenommen) und einmal im Smoothie Shop, der sogar fußläufig von unserer Unterkunft zu erreichen war. Der Smoothie Shop scheint sogar überregional bekannt zu sein und wird in Reiseführern empfohlen. Und so sah er dann auch aus. Sehr chic, sehr hip, leider auch sehr voll. Wir mussten an der Theke frühstücken, was aber auch daran lag, dass hier die zu erwartende Klientel anwesend war: „coole“ Leute, die mit ihrem MacBooks alleine einen Tisch für vier Personen blockieren und den ganzen Tag an einem Kaffee schlürfen. Naja. Das Essen war aber tatsächlich echt gut.

Insgesamt hat uns der Teil der Halbinsel, den wir jetzt kennengelernt haben (und ständig und fälschlicherweise Uluwatu nennen, obwohl das nur eine kleine Region im Südwesten der Halbinsel ist), gut gefallen. Man kann es hier gut aushalten und findet alles, was man möchte: Strände zum Schwimmen, Strände zum Surfen, Restaurants, Cafés, Tempel… und alles auch wieder relativ nah am Flughafen. Auch unsere Unterkunft können wir prinzipiell empfehlen, allerdings liegt sie in einer eher ländlichen Gegend und man wird mit dem ersten Sonnenstrahl wach – nicht, weil es direkt so hell war, sondern weil ab dann von überall Hahnenkrähen zu hören ist. Und zwar so laut, als würden die alle unter dem Bett wohnen. Wir haben hier insgesamt trotzdem ein paar entspannte und erholsame Tage verbracht. Was gut war, denn an Entspannung war an den folgenden Tagen eher weniger zu denken…