Uluwatu Teil 1: Unser grünes Paradies im Nichts
Schon wieder Speedboat
Um von Lembongan weg zu kommen, mussten wir natürlich nochmal mit dem Boot fahren. Diesmal ging es nicht nach Kusamba, sondern nach Sanur. Und heute sind wir mit dem Tanis-Boot gefahren, das praktischerweise direkt von der Mushroom Bay, also wenige Minuten von unserer Unterkunft entfernt, ablegt. Nach einer wirklich herzlichen Verabschiedung von unseren Gastgebern ging es zum Strand, wo wir auf das Boarding warten mussten. Diesmal wollten wir außerdem besser vorbereitet sein: Flipflops statt Sneaker, die Wertsachen im Drybag. Sicher ist sicher. Tatsächlich war alles aber weniger spektakulär als auf der Hinfahrt – sicherlich aber auch ein wenig deshalb, weil wir es jetzt kannten. Durchs Wasser waten, um das Boot zu besteigen und zu verlassen mussten wir allerdings trotzdem wieder (und leider ist das Wasser und der Sand in Sanur bei weitem nicht so schön wie auf Lembongan…). Sanur ist eine größere Stadt und von dort aus fahren viele Schnellboote und Fähren auf die umliegenden Inseln. Das hat den Vorteil, dass es hier nicht schwierig ist, sich einen Weitertransport zu organisieren. Schwierig ist es eher, vom Hafen wegzukommen und sich nicht von einem der ca. acht Milliarden Taxifahrer abfangen zu lassen. Also: erstmal von der Hauptstraße weg und sich einen Grab-Fahrer organisieren. Der fuhr mit uns dann recht lange in Richtung Uluwatu (balinesischer Verkehr, wir haben dich gar nicht so sehr vermisst). Aber je näher wir unserer nächsten Unterkunft kamen, desto weniger wurde der Verkehr und desto schrottiger und holpriger wurden die Straßen. Die letzten Meter ging es über eine richtige Buckelpiste. War das jetzt ein gutes oder schlechtes Zeichen?
Ankunft in der Idylle
Unsere Unterkunft war das Arjuna Uluwatu Guest House. Es mag von Buckelpisten und wenig (touristischer) Infrastruktur umgeben sein, aber erst recht deshalb war es wie eine kleine Oase in einer sonst kargen Wüste. Alles war sehr grün, es gab einen Pool und eine offene Gemeinschaftsküche. Begrüßt wurden wir außerdem vom sehr süßen Wachhund Pomelo, der immer alles in Blick und Griff hatte. Das Guest House bestand aus gerade mal sieben Zimmern. Unseres war das einzige im Obergeschoss und nannte sich offiziell Deluxe Suite. Sagen wir mal so, weder war es eine Suite (wenn man von der offiziellen Definition ausgeht, die einen getrennten Wohn- und Schlafbereich vorsieht), noch war das Zimmer sonderlich deluxe. Das Zimmer war wie auch schon auf Nusa Lembongan ein klassisches Lumbung, also ein ovales balinesisches Holzhaus mit hoher Decke. Das ist optisch wirklich schön, aber leider auch furchtbar hellhörig. Und etwas mehr Licht hätte dem Zimmer auch gutgetan. Abgesehen davon waren wir aber wirklich zufrieden und durch die Lage hatten wir mehr Privatsphäre als die übrigen Gäste. Wir waren insgesamt guter Dinge, dass wir hier schöne Tage verbringen würden..
Ausflug zum Melasti Beach
Nach zwei eher grauen Tagen auf Lembongan hatte uns hier wieder ein tiefblauer, wolkenfreier Himmel begrüßt. Deshalb wollten wir die Chance nicht ungenutzt lassen und haben uns kurzerhand dazu entschlossen, zu einem der am meisten empfohlenen Strände der Halbinsel zu fahren. Der Melasti Beach liegt am südlichen Ende und lockt mit einem breiten Sandstrand und kristallklarem Wasser. Der Strand war gut besucht, was zum einen am Sonntag lag, zum anderen daran, dass er eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Parkplätzen und Restaurants hat. Aber da der Strand sehr breit ist, verläuft sich alles relativ gut und man saß sich zu keinem Zeitpunkt auf der Pelle. Als die Sonne hinter den Klippen Uluwatus zu verschwinden begann, machten wir uns auf den Rückweg – was gar nicht so leicht war, denn wir wollten unbedingt ein Grab mit transparentem Preis nehmen und die kommen, ohne selbst den Eintritt zum Strand zu zahlen, gar nicht bis zum Parkplatz. Aber nach kurzem Telefonat haben wir uns mit einem Fahrer geeinigt, ihm das Ticket später zu erstatten.
Essen wie bei Locals
Wieder zurück in der Unterkunft machte sich dann so langsam der Hunger breit. Von Lembongan waren wir, was die kulinarische Infrastruktur angeht, sehr verwöhnt gewesen, hier war es jetzt gar nicht so leicht, etwas zu finden. Kleinere Warungs und Stände gab es hier zwar auch an jeder Ecke, wir haben uns aber bislang sehr gerne auf bei Google Maps gut bewertete Läden verlassen und wollten diese Strategie nur ungern aufgeben. Das einzige überhaupt bei Google inserierte Restaurant war das „Warung Kaka“, was etwa fünf Minuten von unserem Guest House entfernt war. Weder war der Name sehr einladend, noch das Restaurant an sich. Wären wir nicht gezielt durch die guten Bewertungen dort hin, wir wären definitiv vorbei gegangen. Das Warung Kaka ist nämlich quasi das Wohnzimmer der dort lebenden Familie. Je nachdem, zu welcher Uhrzeit man dort aufkreuzt, verjagt man die Familie von ihrem Tisch und alles wird kurzerhand zum Restaurant umfunktioniert. Aber die Optik hat definitiv getäuscht. Das Essen ist super lecker und die Familie sehr freundlich. Und günstiger haben wir auf Bali nirgends gegessen (1€ für eine große Portion Nudeln oder Reis)! Deshalb waren wir, obwohl die Auswahl an Restaurants hier nicht wirklich gegeben war, sehr zufrieden und, sollten wir kein anderes Restaurant finden, auch für die nächsten Mahlzeiten gut gerüstet.