Über San José nach La Fortuna: Kurzes Intermezzo in der Hauptstadt
Sonnenschein zur Abreise
Die nächste Weiterreise stand bevor. In Costa Rica hatten die echt ne übertrieben hohe Frequenz und wir nahmen uns vor, im nächsten Land ein bisschen entspannter zu reisen und länger an einem Ort zu bleiben. Aber schon an unserem letzten Stopp in Costa Rica, La Fortuna, hatten wir uns für sechs Nächte eine Unterkunft gebucht, um ein bisschen die Akkus zu laden. Dafür mussten wir aber jetzt erstmal aus Tortuguero raus und nach San José kommen, wo wir eine Nacht verbringen würden, bevor es weiter nach La Fortuna ging. Und das Ganze fand mal wieder viel zu früh morgens statt, denn schon um 7 Uhr morgens wollten wir ein Boot aus Tortuguero nehmen, damit wir einen früheren und direkten Bus nach San José erwischen konnten. Wie die Anreise nach Tortuguero war auch die Abreise ein kleines Abenteuer. Diesmal ging es mit dem Boot nicht nach Cano Blanco, sondern nach La Pavona, dem größten und am meisten angesteuerten Bootsanleger. Die Fahrt war ziemlich entspannt und schön, auch wenn es schon sehr warm war. Denn wie es das Schicksal so wollte, zeigte sich der Park heute von seiner schönsten Seite: im strahlenden Sonnenschein. Danke für nichts. In La Pavona ging es dann mit dem Sammeltaxi in die nächstgrößere Stadt Cariari, wo wir schließlich in den Bus nach San José stiegen. Etwa vier Stunden waren wir insgesamt von Tortuguero aus unterwegs und trotz dreier Umstiege in drei verschiedene Verkehrsmittel kam uns die Fahrt ziemlich entspannt und unkompliziert vor. Wir waren mittlerweile definitiv abgehärtet.
San José Besuch: check
Nachdem wir von San José nicht viel Gutes gehört hatten, waren wir jetzt nicht furchtbar traurig, nur eine Nacht hier zu verbringen. Sonst hätten wir es ja auch anders geplant. Da wir noch zu früh waren, um in unsere Unterkunft einzuchecken, steuerten wir das Café La Mancha an, das sich in der Innenstadt befindet und nur einen kurzen Fußmarsch von der Bushaltestelle entfernt war. Kurz, aber trotzdem anstrengend, denn San José ist echt bergig. Und pünktlich zur Ankunft war der Himmel auch wieder grau und es war überraschend frisch. Willkommene Abwechslung, unser Gepäck mal nicht durch eine Hitze schleppen zu müssen. Das Café befand sich in einem großen, schönen Innenhof. Es gab leckere Sandwiches, guten Eiskaffee und WLAN. Gute Kombi. Danach ging es noch kurz durch die Fußgängerzone zum nächsten Supermarkt für ein paar Getränke und Snacks, die für den Abend reichen sollten. Das, was wir hier von San José zu sehen bekamen, war gar nicht mal so hässlich, wie wir erwartet hatten. Die Straßen waren sauber, es gab viele Geschäfte und man hatte sogar einen coolen Blick in die Ferne. Vielleicht ist dieser Teil der Stadt aber auch nicht wirklich repräsentativ. War uns aber egal. So würde unser Eindruck von San José immerhin positiv bleiben.
Eine erstaunlich gute Unterkunft
Einen äußerst positiven Eindruck hatten wir auch von W’s Hostel, unserer Bleibe für die Nacht. Das Hostel hatten wir schon früher mal gebucht, als wir noch dachten, wir würden unsere Costa Rica Reise in San José beginnen. Das Hostel ist nämlich definitiv die am besten bewertete Unterkunft für kleines Geld in ganz San José. Was in den Bewertungen allerdings immer negativ hervorgehoben wird, ist die Lage. Gut für alle, die mit dem Bus an- bzw. weiterreisen (also perfekt für uns, so war es am nächsten Morgen nur der Weg über die Straße bis zum Bus nach La Fortuna), schlecht für alle, die eine schöne Umgebung wollen, denn die Gegend um das 7-10 Busterminal herum gilt allgemein als unschön, dreckig und bisweilen gefährlich. Fürs Sightseeing also eher nur dann geeignet, wenn man nicht nach Anbruch der Dunkelheit unterwegs ist. Uns war es egal, denn wir hatten nicht vor, das Hostel bis zu unserer Abreise nochmal zu verlassen. Und dafür war es auch erstaunlich gut geeignet. Nicht nur fühlte man sich im Gebäude total sicher, denn es ist mit einem schweren Tor und einem Zugangscode gesichert, auch war es wirklich schön, sauber, ruhig und gemütlich. Unser Zimmer war groß und hell (wenn auch ohne Fenster nach draußen) und nach drei Nächten mit kaltem Wasser in Tortuguero war die heiße Dusche ein kleines Highlight. Besonders schön war aber auch das Obergeschoss des Hostels mit Gemeinschaftsküche und großem Wohnzimmer, in dem wir es uns den Nachmittag über auf dem Sofa bequem gemacht haben. Es gibt außerdem zwei Balkone mit Stadtblick, aber hier war es ohne Pullover fast schon zu frisch – und auf der Couch eh viel gemütlicher. Man hätte hier auch richtig gut kochen können, allerdings waren wir inzwischen eher auf Gerichte fokussiert, die für mehrere Tage reichten. Gut, dass Uber Eats in San José gut funktioniert…
Mit dem Bus nach La Fortuna
Während unserer Zeit in Costa Rica gab es nur einen Direktbus von San José nach La Fortuna. Und der ist regelmäßig voll. Wer keine Tickets vorab online reserviert (was wir hätten tun können, es aber irgendwie nicht getan haben), muss sich also rechtzeitig im Busterminal einfinden und in die Schlange einreihen. Wir waren schon gegen 7:45 Uhr vor Ort – war ja zum Glück nur ein kurzer Weg – und trotzdem war die Schlange schon lang. Am Ende sind wir trotzdem locker reingekommen und mussten die Fahrt über nicht stehen. Wäre auch ätzend geworden, denn wieder einmal war die Strecke kurvig und steil. Bei unserer Ankunft in La Fortuna wurden wir mit strömendem Regen begrüßt (was hatten wir dem Wettergott getan?), konnten aber zum Glück per Uber bis fast vor unsere Wohnungstür für die nächsten sechs Nächte gebracht werden. Klingt in der Theorie praktisch, funktioniert in der Ausführung allerdings nicht ganz so. Es sollte nicht das letzte Mal bleiben, dass eine Uber-Fahrt in der App bestätigt, dann aber kurzfristig wieder abgebrochen wurde. Nachdem wir gefühlt die halbe Strecke bis zur Unterkunft zu Fuß gelaufen und schließlich vor einem Wolkenbruch flüchten mussten, erbarmte sich Uber und wir konnten den Rest der Strecke immerhin mit dem Auto fahren. Nun war erstmal wieder Ausruhen angesagt. Und zur Abwechslung mal wieder länger als nur drei oder vier Tage.