Ubud Teil 1: Luxus im Grünen

Nachdem wir, Phuket eingeschlossen, die letzten 10 Tage in Strandnähe verbracht hatten, ging es für uns jetzt ins Landesinnere. Ubud steht eigentlich in jedem Bali-Reiseführer weit oben in der Must-see-Liste – und damit auch auf unserer. Schon während der Taxifahrt von Kuta nach Ubud merkte man, wie Bali ruhiger und irgendwie ursprünglicher und „echter“ wurde. Der Verkehr wurde weniger, die Umgebung grüner und statt großer Hotels sah man zunehmend kleine Tempel, Häfen und Wohngegenden.

„Weniger Verkehr“ heißt auf Bali allerdings nicht „wenig Verkehr“. Oft knubbelte sich alles und so zog sich die Fahrt trotzdem etwas hin. Angekommen in Ubud hieß es: Unterkunft finden und auf unsere Freundin Anne warten, denn für die nächste Woche waren wir zu dritt unterwegs. Und die Kosten durch drei teilen zu können hilft nicht nur bei Taxifahrten, sondern ganz besonders bei Unterkünften. Für die nächsten vier Nächte durften wir nämlich so eine Villa mit zwei Schlafzimmern, zwei Badezimmern, einem großen Wohn-Ess-Zimmer und einem privaten Pool unser Eigen nennen – und das ganz im Grünen, etwas abseits des Zentrums von Ubud.

Die Villa war in einer ruhigen Seitenstraße gelegen, man hörte keinen Verkehr, nur die Natur um einen herum (die in Form von Fröschen sehr laut sein konnte), hier konnte man es definitiv aushalten. Wenn man etwas Negatives herauspicken möchte: sie war schwierig zu finden. Jede Villa hatte irgendwo ein Schild oder einen Wegweiser, bis auf unsere. Nur durch einen Zufall in Form eines schon leicht verwaschenen Schriftzugs an einer Wand haben wir sie nach langer Suche gefunden. War man aber einmal da, wollte man ungern wieder weg. Und hätten wir nicht noch einkaufen müssen, hätten wir die Villa an dem Tag auch nicht mehr verlassen.

Einmal durch die Reisterassen: Der Campuhan Ridge Walk

Das gute Wetter hat uns am nächsten Tag dann aber doch vor die Tür unserer Residenz geführt. Heute sollte die Gegend erkundet werden. Ubud ist einerseits eine Stadt, andererseits aber auch ein Bezirk Balis, also gehören auch viele Sehenswürdigkeiten außerhalb des Stadtkerns dazu. Um es ruhig angehen zu lassen, haben wir mit einem Spaziergang angefangen. Der Campuhan Ridge Walk taucht auch immer mal wieder auf Empfehlungsseiten oder in Reiseführern auf – und praktischerweise war er fußläufig von unserer Villa aus zu erreichen.

Schon der Weg zum Ridge Walk war ein kleines und schönes Abenteuer. Es ging steile Straßen hinunter (und dann leider auch wieder hoch), vorbei an vielen chicen Cafés und Restaurants und an so grüner Natur, dass man sich daran nur schwer sattsehen konnte. Der Ridge Walk selbst war ein schöner und relativ entspannter Gang durch die Natur, mal davon abgesehen, dass wir so schlau waren, in der erbarmungslosen Mittagssonne los zu laufen (was wiederum den Vorteil hatte, dass wir fast alleine waren). Richtig schön wurde der Ridge Walk aber, als er eigentlich schon vorbei war: am nördlichen Ende ging die Natur in ein Dorf über, das wiederum mit Cafés, aber auch mit Galerien lockte. Besonders die Cafés in oder mit Ausblick auf Reisfelder luden hier zum Verweilen ein – und ein Getränk darf man sich nach so einem Spaziergang dann auch mal gönnen.

Der Noch-Geheimtipp: Sumampan Waterfall

Als weiteres Ziel hatten wir uns auf einen Wasserfall geeinigt. Von denen gibt es so einige auf Bali und besonders die Region um Ubud bietet einige Wasserfälle, von denen vermutlich jeder schon den ein oder anderen als mal irgendwo als Instagram-Motiv gesehen hat. Ob die bekannteren auch überfüllter sind, können wir nicht sagen (weil wir eben nicht da waren). Es würde uns aber nicht wundern. Für die meisten Wasserfälle muss man Eintritt zahlen. Durchaus legitim, finden wir. Schließlich sorgen die Locals dafür, dass die Wasserfälle für Besucher zugänglich sind und die Umgebung möglichst sauber bleibt.

Wir haben uns für einen etwas unbekannteren Wasserfall entschieden, den Sumampan Waterfall. Der war zum einen für uns gut und schnell zu erreichen und zum anderen noch so etwas wie ein Geheimtipp. Unser Taxifahrer nannte ihn „the new waterfall“, sodass wir annehmen konnten, dass er noch nicht lange für den Tourismus erschlossen war. Der Eindruck wurde am Wasserfall bestätigt. Der „Eingang“ befindet sich in einem kleinen Dorf und statt eines offiziellen Eintrittsgeldes wird um eine kleine Spende von 10.000 Rupiah (ca. 70 Cent) gebeten. Wir hatten den Eindruck, dass die Leute sich wirklich gefreut haben, dass wir den Wasserfall besuchen wollten, rieten uns aber auch zur Vorsicht, da sowohl der Weg zum als auch der Wasserfall selbst nicht unterschätzt werden sollte. Es ging zunächst durch einen noch dicht bewachsenen Dschungel, dann eine steile (und gewiss nicht europäischem Standard entsprechende) Treppe hinunter. Und da war er dann: ein ziemlich gewaltiger und lauter Wasserfall an einem reißenden Fluss. Die Strömung war stark, das Wasser kalt. Und wenn man sich doch mal reingetraut hatte, musste man wirklich aufpassen, wo man hintritt, um sich nicht an den Steinen aufzuschlitzen – die zudem auch noch ziemlich rutschig waren. Trotzdem hat sich der Ausflug hierhin gelohnt – es war wirklich eine Reise zu einem noch relativ unbeflecktem Stück Natur.