Die lange Anreise nach Bali

Unser erster Flug mit AirAsia war wirklich angenehm. AirAsia ist eine große Billigairline in Asien und von solchen hört man ja eigentlich nicht viel Gutes. Wir können uns aber überhaupt nicht beschweren. Die erste positive Erfahrung gabs schon beim Check-in in Phuket: es waren 7 kg Handgepäck pro Person erlaubt und wir wurden mit einmal 5 und einmal 9 kg durchgewunken und mussten nicht umpacken. Sicherlich keine Selbstverständlichkeit (und vielleicht auch abhängig von der Person am Schalter – und ihrer Tagesform).

Der Flug selbst war kurz und ereignislos. Kostenlose Getränke oder Snacks gab es natürlich nicht, war aber bei einer Flugzeit von ca. 90 Minuten auch nicht notwendig. In Kuala Lumpur sind wir so unkompliziert wie noch nie eingereist. Es wurde keine einzige Frage gestellt und nach einem kurzen Blick in den Pass gab es sofort den Stempel. Die Rucksäcke waren auch schnell auf dem Kofferband und am Zoll wollte auch niemand was von uns – willkommen in Malaysia! Die Welt bzw. das Land stand uns offen. Theoretisch. Praktisch hatten wir jetzt einen vierstündigen Aufenthalt am Flughafen vor uns, bevor unser zweiter Flug nach Bali anstand. Das war dann leider doch ein Opfer, dass wir für einen günstigen Flug bringen mussten: es waren zwei separate Flüge (trotz gleicher Airline), heißt: Einreisen, Koffer holen, neu einchecken, Koffer wieder angeben, ausreisen. Das frisst natürlich Zeit, weshalb wir unsere Umsteigezeit großzügig gewählt hatten. Aber am Flughafen ist Wartezeit ja eigentlich immer ganz gut rumzukriegen. Zum Beispiel beim Check-in. Am vermeintlich richtigen Schalter wurden von uns die indonesische Covid-App und unsere Impfpässe verlangt. Beides legten wir vor. Nachdem die Dame weder mit unseren Impfstoffen zufrieden war, noch bis drei zählen konnte, fiel ihr auf, dass sie unseren Flug nach Bali gar nicht abwickelt. Am jetzt wirklich richtigen Schalter wollte man keine App sehen und war auch sofort mit unseren drei Impfdosen zufrieden. Soviel zum Thema Person am Schalter und ihrer Tagesform. Naja.

Die erste Challenge nach erneutem Check-in: Essen. Mittlerweile hatte sich doch ein ganz ordentlicher Hunger breitgemacht. Das Angebot war groß – zu groß. Man konnte sich nicht entscheiden, zudem war es nicht so einfach, zwischen hunderten von Gerichten eines ohne Fleisch zu finden (meistens war eh nur der Name des Gerichts abgegeben und jedes Mal dessen Bedeutung zu googeln war im hungrigen Zustand jetzt nicht die beste Beschäftigung). Am Ende gab es dann eine ganz typisch malaysianische Speise: Fast Food bei Burger King. Immerhin wusste man dann, was man kriegt. Anschließend ging es in den Sicherheitsbereich und zum Gate. Wir waren am Ende etwa eine volle Stunde auf malaysianischem Staatsgebiet. Aber egal. Wir waren da. Der Stempel im Pass beweist es! Die restliche Wartezeit über sollten uns dann die Laptops beschäftigen (gesunde Arbeitshaltung inklusive).

Eine kurze Nacht

Der Flug nach Denpasar war an sich genauso ereignisarm (auch wenn einen die trashigen Werbebanner auf den Gepäckklappen etwas irritierten), allerdings verlor man schnell die Lust am Fliegen. Wir waren seit mittags unterwegs (mittlerweile war es nach 22 Uhr) und wollten endlich ankommen. Bequem genug, um ein wenig zu schlafen waren die Sitze leider nicht und das Sättigungsgefühl von Burger King neigte sich auch dem Ende zu. Leider hatten wir auf diesem Flug gleich zwei Probleme: kein vegetarisches Essen bis auf Snacks und keine Zahlung per Kreditkarte. Die Lösung war dann, mit unseren Not-US-Dollar Chips und Kekse zu kaufen. Naja, besser als nix.

Irgendwann war es dann endlich soweit, der Flieger setzte gegen 1 Uhr nachts auf balinesischem Boden auf. Doch damit war es leider noch nicht geschafft. Die coronabedingten Einreisebestimmungen sind hier immer noch relativ strikt, außerdem kauft man sich am Flughafen noch ein Touristenvisum. Also eigentlich nichts, was man nach über 12 Stunden Anreise und mitten in der Nacht unbedingt erledigen möchte. Glücklicherweise verlief alles ziemlich unkompliziert. An der ersten Station, dem „Medizincheck“, wurde nochmal kurz in den Impfpass geschaut, danach ging es zum Schalter für das visa on arrival. Etwa 30€ pro Person verdient Bali pro Tourist. Mit dem Zahlungsbeleg geht es dann zum eigentlichen Einreiseschalter. Das Personal da hatte zum Glück auch nicht so große Lust auf Nachtschicht und verzichtete auf die üblichen Fragen nach Aufenthaltsort, -grund und -länge. Stempel in den Pass und dann waren wir endlich da. Und der aufgegebene Rucksack auch (nochmal wollten wir unser Glück mit dem Übergewicht unseres Gepäckstücks nicht herausfordern)!

Drei letzte Herausforderungen trennten uns noch vom Bett: Einfuhrzettel für den Zoll ausfüllen (wurden wieder durchgewunken, da hatte noch jemand keine Lust auf Nachtschicht…), Geld abheben (direkt Bargeld dabei haben kann ja nie schaden) und unseren Fahrer finden (und parallel den hunderten anderen Taxifahrern absagen). Der hatte zum Glück ein Schild in der Hand und fuhr uns dann kurz und gemütlich zu unserer ersten Unterkunft. Unser erster Eindruck von Bali war schon sehr positiv, obwohl alles dunkel war. Aber irgendwie mochten wir die Straßen und kleinen Gassen, durch die unsere kurze Fahrt führte. Auch die Unterkunft, das Asta House, machte einen guten ersten Eindruck. Aber alles weitere musste warten, das Bett hat gerufen. Sehr laut sogar…

Es werde Licht

Die Nacht war erwartungsgemäß kurz. Richtig geschlafen haben wir erst gegen 3 Uhr und gegen 6 Uhr hielt es jemand für eine gute Idee, einen riesigen Müllcontainer über den Hof zu schieben (zumindest klang es vom Geräusch her so). Das Zimmer bzw. das komplette Homestay war sehr hellhörig und so wurde man schnell und leicht wach. Immerhin hatten wir so noch genug Zeit, einen ersten Eindruck im Hellen zu bekommen. So sah unsere Unterkunft nochmal schöner aus. Auch unser erstes Frühstück war sehr lecker, Toast mit Rührei und frisches Obst (was unser Standardfrühstück für die nächsten Wochen werden sollte).

Wir hatten es zum Glück nicht eilig und konnten uns Zeit lassen und die ersten Sonnenstrahlen und das Frühstück genießen. Check-out war hier erst um 13 Uhr und der Plan war, direkt zur nächsten Unterkunft zu fahren und dort auch sofort einchecken zu können. Gegen 13 Uhr war dann alles wieder gepackt und wir besorgten uns unser erstes Taxi auf Bali. Neben den üblichen Taxi-Apps wie Grab oder Gojek gibt es auf Bali noch die App MyBluebird. Die Bluebird-Taxis sieht man überall in größeren Ballungsgebieten der Insel und sind bei Touristen mittlerweile sehr beliebt, weil sie ihre Taxameter benutzen, was leider wie so oft keine Selbstverständlichkeit ist. Neben einer transparenten Preisgestaltung sieht man außerdem in der App genau, wo sich das Taxi gerade befindet. Dazu braucht man natürlich Internet, deshalb haben wir uns direkt vor der Tür des Homestays einsammeln lassen, wo das WLAN noch bis zum Handy gereicht hat. Es sollte zum Glück die einzige Taxifahrt ohne Datenvolumen sein, denn ohne wären wir oft ziemlich verloren gewesen…

Kuta – alles nur nicht Bali

Oder auch: „Bali – alles nur nicht Kuta“. Ursprünglich sollte es um Kuta in einem eigenen Blogbeitrag gehen. Aber eigentlich kann man das ziemlich schnell in einem Absatz abfrühstücken. Kuta ist generell das Gebiet nördlich und südlich des Flughafens auf Bali. Und deshalb prädestiniert für den Pauschaltourismus. Der Ballermann ist ja auch nicht zufällig bei Palma. Kuta besteht im Grunde aus zwei Dingen: Stränden, an denen sich Hotels und Restaurants aneinander reihen und den Straßen weiter im Inland, die in Lärm und Verkehr versinken. Auf den Straßen, die nicht am Strand sind, geht man an immergleichen Touri-Läden vorbei und jeder Ladenbesitzer hat natürlich die besten Preise für die beste Ware. So oft „no thank you“ haben wir noch nie vorher sagen müssen, vor allem nicht so oft am Stück und teilweise ohne Pause. Das, was die Ladenbesitzer auf der einen Seite sind, sind die Taxifahrer auf der anderen. „No thank you“ sagt man hier auch alle paar Meter einem haltenden Taxi, dessen Fahrer dir sofort einen Transport anbietet – Fußgänger sind hier nämlich vor allem eins: potentielle Kunden. Und zu Fuß gehen macht hier ehrlicherweise auch nicht besonders viel Spaß. Fußwege, wenn es sie denn gibt, sind nämlich in erster Linie Rollerparkplätze. Wenn einen für einen kurzen Moment weder Shops noch Taxis nerven, sind es die Roller, die zigfach an dir vorbei düsen. Diejenigen, die in Kurven oder Kreuzungen den Verkehr lahmlegen, sind übrigens meistens Touristen, die fünf Minuten eher noch dachten, Roller fahren sei hier gar kein Problem.

Gut, das klingt jetzt alles wirklich negativ. Aber das ist es in unseren Augen auch. Eigentlich ist es sehr schade, dass Kuta für viele das erste ist, was sie von Bali sehen. Wir waren hier zum Glück auch nur noch eine Nacht (in einem sehr schönen Homestay), da wir wussten, dass es für uns danach nach Ubud gehen würde. Und auch der Sonnenuntergang am wirklich schönen Kuta Beach hat uns ein wenig entschädigt. Wichtig ist in Kuta am Ende trotzdem nur eines: schnell weg hier und sehen, wie Bali eigentlich ist!

Anreise-Vlog