Traumhafte Lagunenstadt: Unsere Zeit in Bacalar
Lagune zu Fuß
Bacalar ist für die Yucatan-Halbinsel noch eine vergleichsweise untouristische Stadt. Es gibt zwar Straßen mit vielen Bars, Restaurants, Cafés und Klamottenläden – und das auf einem Niveau, das wir weder in Guatemala noch in Belize irgendwo gesehen hatten – „normale“ Supermärkte haben wir hier aber beispielsweise noch vergeblich gesucht. Touristen kommen eigentlich nur wegen einer Sehenswürdigkeit in die Stadt: der Lagune. Die Lagune von Bacalar ist an vielen Stellen besonders flach und ist deshalb nicht nur an sich sehr gut zum Baden geeignet, sondern sieht wegen des hellen Sandes am Boden an diesen Stellen auch besonders hellblautürkis aus. Es ist vermutlich nicht leicht, fotogenere Wasserfotos zu schießen, wenn man nicht gerade auf den Malediven ist. Die Malediven von Mexiko sind da jedenfalls deutlich günstiger und trotzdem nicht zu überlaufen. Denn anders als in anderen Städten der Yucatan-Halbinsel liegt Bacalar nicht in der Nähe eines internationalen Flughafens, muss also (noch) mit Autos oder Bussen angesteuert werden. Gut für uns. Ebenfalls sehr budgetfreundlich ist die Tatsache, dass die Lagune zwar an vielen Stellen zugebaut ist – teilweise auch durch Unterkünfte, die dann mit privatem Lagunenzugriff oder sogar Zimmern mit direktem Zugang ins türkise Paradies werben – es aber immer noch viele Stege gibt, die der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich sind. An diesen Stegen ist dann natürlich immer was los, vor allem am Wochenende, wenn auch die Bewohner von Bacalar ihre verdiente Abkühlung suchen, wir fanden es dort aber trotzdem immer ziemlich entspannt (was auch daran lag, dass hier ausnahmsweise mal nicht jeder dachte, seine Musik sei die beste und müsse deshalb zur Freude aller extralaut aufgedreht werden). Von unseren fünf ganzen Tagen in Bacalar waren wir an drei Tagen auf dem Steg, um dann jeweils mindestens einmal ins kühle Nass zu springen. Hier kam definitiv wieder Urlaubsfeeling auf!
Lagune per Boot
Wer genug vom immergleichen Steg hat, um an der immergleichen Stelle zu schwimmen oder andere coole Stellen der Lagune erkunden will, der bucht eine Bootstour. Wir hatten das eh in Betracht gezogen und spätestens als in unserer Unterkunft für so eine Tour geworben wurde, stand unsere Entscheidung eigentlich endgültig fest. An Anbietern für eine Bootstour durch die Lagune mangelt es nicht, wir haben der Einfachheit halber eine Tour über unseren Airbnb-Host gebucht. Das stellte sich leider nach unserer Ankunft am Bootsanleger als (zumindest kleiner) Fehler heraus, denn weder kannte man den Namen unseres angeblichen Kapitäns, noch hatte irgendeiner der Anbieter unseren Namen auf seiner Liste. Die nächste halbe Stunde standen wir dann ziemlich plan- und ratlos auf dem Steg herum und waren uns sicher, dass wir besser einfach spontan vor Ort gebucht hätten und dann sicherlich schon längst auf einem der Boote wären. Mit halbstündiger Verspätung ging es dann aber auch für uns los, zunächst quer durch die Lagune zur anderen Seite, hier liegt mit dem Canal de los Piratas eine frühere Schmugglerroute samt Überresten eines Piratenunterschlupfes. Alleine für diesen Stopp hatte sich die Tour dann auch schon gelohnt. Wer denkt, das Wasser an den Stegen in Bacalar selbst wäre schon türkisblau bis kristallklar, wird hier nochmal eines Besseren belehrt. In einem schöneren Wasser waren wir definitiv noch nie! Hier konnten wir erstmal eine gute Dreiviertelstunde im Wasser herumdümpeln, bis es mit dem Boot weiterging. Anschließend ging es an drei Cenoten vorbei und teilweise über sie hinweg. Die waren zwar cool anzusehen – vor allem die Übergänge von sehr flachem Wasser zu pechschwarzen, bis zu 90 Meter tiefen Löchern – nach mehreren dieser Stopps hatte man aber auch irgendwann genug davon. Nicht zuletzt deshalb, weil es echt heiß war, die Sonne gnadenlos knallte und man ohne Fahrtwind auf dem Boot fast geschmolzen wäre. Schwimmen durfte man in bzw. über den Cenoten nämlich leider nicht. Unser letzter Stopp war in der Nähe der Isla de los Pajaros, der Vogelinsel, einem kleinen Schutzgebiet für brütende Wasservögel. Hier war das Wasser auch nochmal sehr angenehm und türkisblau, allerdings nicht ganz so schön wie bei unserem ersten Stopp. Danach war die Tour auch schon wieder vorbei und es ging zurück zum Bootsanleger. Im Nachhinein wäre es vielleicht etwas günstiger, dafür aber anstrengender, gewesen, einfach mit einem Kanu selbst rüber zum Piratenkanal zu paddeln, denn der war mit Abstand das Highlight der Tour. Allerdings hätten wir diese Erkenntnis ohne die Tour ja auch nicht gehabt, von daher: passt schon.
Abschließend – und vor allem mit dem Wissen kommender Tage und Wochen – können wir hier festhalten, dass die Lagune von Bacalar etwas ganz Besonderes und unbedingt einen Besuch wert ist, wenn man auf der Yucatan-Halbinsel Mexikos Urlaub macht. Denn so ein tolles und sauberes Wasser wird man je nach Jahreszeit und anderer geplanter Ziele nur selten (oder auch gar nicht) finden.