Rom Teil 3: too much information in den Vatikanischen Museen

Als „wenn man schon mal hier ist“-Sache, für die man dann doch mal etwas Geld in die Hand nehmen muss, haben wir Tickets für die Vatikanischen Museen gekauft. Die sieht man immerhin nicht von draußen und muss zwangsläufig rein. Nach einer erneuten Stärkung beim leider schon vorletzten Frühstück, an das wir uns echt hätten gewöhnen können, ging es dann erneut mit der Metro zur Vatikanstadt. Hier konnten wir zum Glück an einer sehr langen Schlange vorbei und direkt zum Eingang zu den Museen gehen. Skip the line hielt hier nicht nur, was es versprach, es lohnte sich auch. Die Schlange bewegte sich zwar stetig, war aber ein gutes Stück in der schon echt heißen Sonne. Darauf konnten wir gut und gerne verzichten. Im Museum wurden wir mit einem Audioguide ausgestattet, der super langatmig und viel zu ausführlich jedes noch so langweilige Gemälde und jeden noch so kleinen Stein detailliert beschrieb und interpretierte. Nach zwei Minuten hatten wir die Hoffnung aufgegeben, dass auch irgendwelche interessanten Informationen enthalten waren und für den Rest des Besuchs baumelte er nur noch an unserem Hals. Das Museum selbst begann eher schwach, zunächst ging es durch eine Ausstellung mit Sarkophagen und anderen ägyptischen Stücken. Auch wenn das Römische Reich mal sehr groß war und Ägypten dazugehörte, fühlte sich das irgendwie deplatziert an. Immerhin waren wir in einem Vatikanischen Museum und nicht in einem Römischen. Vielleicht hätte der Audioguide uns darüber aufgeklärt, aber das wollten wir uns nicht antun. Stattdessen haben wir den Teil des Museums schnell hinter uns gelassen. Danach wurde es aber besser, besonders ein großer hoher Raum mit Bodenmosaiken und vielen Statuen hatte es uns angetan. Der war nicht nur an sich hübsch, sondern auch ziemlich leer. Irgendwie verirrten sich hier nicht viele Besucher oder Tourgruppen hin. Vielleicht deshalb, weil der Teil eine Sackgasse war und die Schilder für den Rundgang in die andere Richtung zeigten. Umso besser für uns, so konnte man hier noch einmal durchatmen, bevor man sich wieder den Massen auf dem Rundgang durchs Museum anschließen musste.

Im Gänsemarsch zur Sixtinischen Kapelle

Je tiefer wir in das Museum vorgedrungen waren, desto voller schien es zu werden. Vermutlich waren wir viel zu schnell unterwegs und holten so einige Tourgruppen ein (die es übrigens wunderbar verstanden, mitten in den schmalsten Korridoren stehen zu bleiben und sich irgendwelche Erklärungen ihrer Guides anzuhören), allerdings konnten und wollten wir irgendwann einfach nicht mehr überall stehen bleiben und irgendwelche Erklärungen lesen (nein, Herr Audioguide, auch nicht hören). Sehr schön war noch ein Korridor voller antiker Karten der damals bekannten Welt, einschließlich einem sehr beeindruckend dekorierten Deckengewölbe. Besonders den Raum mochten allerdings auch viele andere, sodass sich die Besucher hier nochmal extra stark stauten. Teilweise war gar kein Durchkommen mehr und man musste sich entweder seinen Weg irgendwie durch die Massen bahnen oder sich in Trippelschritten zum nächsten Korridor vorkämpfen. Die Sixtinische Kapelle wird irgendwie immer als eines der Highlights verkauft, denn hier halten die Kardinäle die Papstwahl ab. Im Endeffekt ist es aber einfach nur ein Saal mit cooler Decke – hier gibt es unter anderem das berühmte Fresko von Michelangelo, auf dem Gott Adam erschafft. Kein Foto allerdings, da nicht erlaubt. Am Ende waren wir rund 90 Minuten im Museum. Drinbleiben können hätten wir den ganzen Tag und hätten wir wirklich alles lesen und verstehen wollen hätten wir auch mindestens so lange gebraucht. Dazu waren wir aber viel zu wenig aufnahmefähig – und leider die meiste Zeit auch einfach zu wenig interessiert. Die Vatikanischen Museen gesehen zu haben, bereuen wir überhaupt nicht, aber zu enthusiastischen Museumsfans hat uns auch dieser Besuch nicht gemacht.

Doppelpizza zum Abschluss

Pizzafans waren wir hingegen schon vor Rom und die Stadt hat ihr Bestes gegeben, dass das so bleibt. Nach den Museen gab es deshalb erstmal einen Mittagssnack in Form eines Trapizzinos. Das ist im Grunde Pizza als handliches Streetfood und vielleicht könnte man es auch als Pizzadöner bezeichnen. Die kleinen Pizzataschen kann man sich beliebig füllen lassen und füllen erstmal ausreichend die Mägen. Und auch wenn wir danach gesättigt waren und der Tag noch ziemlich lang war – wir konnten nicht mehr. Wir waren müde, die Beine taten weh, wir mussten uns eingestehen, dass es das mit dem Rom-Sightseeing gewesen war. War aber in Ordnung, denn wir hatten in den letzten zweieinhalb Tagen wirklich viel gesehen. Und so weit ist es bis Rom ja nicht, dass man nicht irgendwann nochmal hin könnte! Also ging es nach dem Mittagssnack zurück zur Unterkunft. Wo es zum Abschluss die dritte Pizza am dritten Abend geben sollte. Gute Quote. Diesmal allerdings auf dem Balkon unserer Unterkunft und bestellt beim Lieferdienst, trotzdem nicht weniger lecker als an den Tagen zuvor. Pizza backen können die in Italien.