Rom Teil 2: Viele Schritte führen durch Rom

Ursprünglich war der Plan für unseren zweiten Tag in Rom, ziemlich früh aufzustehen. Als Deutscher bzw. Deutschsprachiger hat man nämlich die exklusive Gelegenheit, den deutschen Friedhof im Vatikan zu besuchen, allerdings nur vormittags. Den Plan haben wir aber ziemlich schnell wieder verworfen und lieber etwas länger geschlafen, damit wir insgesamt fitter für den Tag sind. Denn auch, wenn wir am Tag zuvor schon viele der klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt abgeklappert hatten, gab es noch viel zu sehen in Rom. Unsere erste Station sollte an diesem Tag aber trotzdem der Vatikan sein, auch dorthin kam man von unserer Unterkunft ganz gut. Diesmal ging es mit der Metro durch die Stadt – fühlt sich deutlich effizienter an als die Straßenbahn und von Bussen brauchen wir erst gar nicht zu reden (vielleicht später mal). Von der nächstgelegenen Metrostation aus ging es noch einige Blocks durch Rom, bis nach und nach die Mauern der Vatikanstadt und die Kuppel des Petersdoms ins Blickfeld kamen. Auf dem Petersplatz selbst war erstaunlich wenig los, auch Sicherheitskontrollen gab es keine. Die Schlange für einen Besuch des Doms war trotzdem ziemlich lang und diesmal stuften wir unsere Erfolgsaussichten, wie beim Pantheon einfach an der Schlange vorbeizulaufen, eher gering ein. Wenn wir uns überhaupt nochmal getraut hätten, so stumpf zu sein. Stattdessen ging es für uns die Via della Conciliazione entlang, die den Petersplatz mit der Engelsburg verbindet.

Spaziergang um die Engelsburg

Die Engelsburg war lange Zeit eine Fluchtburg für Päpste, in der sie sich verschanzen konnten, heute ist es ein Museum. Vermutlich inklusive eines tollen Blicks auf die römische Altstadt, aber obwohl wegen des Feiertags kein Eintrittspreis verlangt wurde, hielt uns eine weitere lange Schlange von einem Besuch ab. Stattdessen spazierten wir am Tiber entlang und haben eine Allee entdeckt, die nicht nur mit viel Schatten, sondern auch mit einigen Ständen mit Postkarten, Kalendern und Büchern lockte. Gekauft haben wir nichts, den Schatten mitgenommen aber gerne. Auch an diesem Tag war es ziemlich heiß in Rom.

Pause über der Piazza del Popolo

Nachdem wir uns kurz mit unserem ersten italienischen Eis abgekühlt hatten, ging es über den Tiber und in Richtung Piazza del Popolo. Wie eigentlich jeder größere Platz in Rom verströmt auch diese Piazza ein sehr typisches Rom-Feeling. Antike Gebäude mit großen Kuppeln, überall kleine Cafés und Restaurants… die Stadt ist einfach echt schön. Aber auch aus der schönsten Stadt muss man irgendwann mal fliehen, sowohl vor Gewusel als auch vor Hitze. Der große Park um die Villa Borghese liegt direkt überhalb der Piazza des Popolo. Heißt einerseits viele Stufen, andererseits kostenlose Aussicht über Rom. Bänke im Schatten ebenfalls inbegriffen. Lohnt sich!

Über die Spanische Treppe zum Trevibrunnen

Vom Villa Borghese Park aus ist es nicht weit zu Fuß zu zwei absoluten Rom-Klassikern. Und unserer Meinung nach aus vielerlei Hinsicht ziemlich überbewerteten. Da wäre zum einen die Spanische Treppe, die im Grunde einfach eine große Treppe ist und aus irgendeinem Grund mal ziemlich berühmt wurde. Jetzt pilgern täglich gefühlt Hunderttausend Touristen dort hin, versuchen das absolut Unmögliche, nämlich ein Foto ohne andere Touristen drauf, zu schießen und ärgern sich vermutlich, dass sie es nicht schaffen. Wir haben sie als das gesehen (und genutzt), was sie ist: als Treppe. Die ging es nämlich dann runter auf eine der vollsten Straßen, die wir während unserer Tage in Rom gesehen hatten. Daran ist einerseits diese hochspektakuläre Treppe schuld, andererseits der Trevibrunnen ein paar Straßen weiter. Auch der ist laut jedem Reiseführer ein absolutes Muss für jeden Rombesucher – und letztendlich sind wir ja auch hin. Gut, der Brunnen ist deutlich imposanter und schöner anzusehen als die Treppe, aber am Ende ist es einfach ein riesiger Brunnen, der sicherlich einladender wäre, wenn man sich den Blick nicht mit den nächsten hunderttausend Touristen teilen müsste. Ein Foto nur vom Brunnen gibt es entweder nur sehr früh morgens, mit genügend Zoom oder aus dem oberen Stockwerk des United Color of Benneton, einem Klamottenladen direkt am Brunnen. Den Tipp haben wir im Internet gelesen und konnten gar nicht glauben, dass ihn tatsächlich kaum jemand kannte, denn sowohl Laden als auch die Fenster zum Brunnen waren leer und kaum besucht, als wir dort waren.

Quer durch die Gassen zu Aperitivo und Pizza

Inzwischen waren wir schon vier Stunden ohne größere Pause durch Rom gelaufen und hätten im Grunde nichts dagegen gehabt, einfach zurück zu fahren und die müden Beine hoch zu legen. Allerdings wollten wir zumindest an einem Abend mitten in Rom essen und so mussten wir noch ein wenig durchhalten. Es ging am großen Viktor-Emanuelsdenkmal vorbei und haben anschließend mit dem Gardini di Palazzo Venezia durch Zufall einen kleinen Garten in einem Innenhof gefunden. Anschließend ging es noch in die wieder deutlich populärere Chiesa di Sant‘ Ignazio – und dann endlich zu dem, weshalb wir noch hier waren. Essen! Zunächst aber in Form eines Aperitivo, also einer kleinen Vorspeise in Form von Tapas und einem Aperol Spritz. Der knallte bei dem Wetter und auf ziemlich leerem Magen dann auch direkt gut rein. Den krönenden Abschluss bildete dann eine echte römische (also dünne) Pizza der Pizzeria Da Baffetto. Und damit endete unser zweiter Tag in Rom. Einer wirklich schönen und faszinierenden Stadt, die aber jeden Abend aufs Neue ihren Tribut forderte. In Form von schweren Beinen. Und vollen Mägen…