Road Trip Tage 3 bis 5: Zwei kurze Abstecher und endlich scheint die Sonne
Gutes Badezimmer, schlechtes Wetter
Am zweiten Morgen im Lamington Nationalpark wurden wir wieder von Regen geweckt. Deshalb gab es ein schnelles Halb-Kofferraum-Halb-Indoor-Frühstück mit anschließender Flucht zurück an die Küste. Den Nebel konnten wir zum Glück in den hochgelegenen Wäldern des Nationalparks zurücklassen und je näher wir der Küste kamen, desto freundlicher wurde das Wetter. Zumindest verhältnismäßig. Es war auf jeden Fall deutlich wärmer als die Tage zuvor, die hohe Lage des Lamington Nationalparks hatte (zum Glück) einen großen Einfluss auf die Temperatur. Leider war Kingscliff trotzdem verregnet, der nächste Stopp auf unserer Reise. Für eine Nacht haben wir uns im Ingenia-Park der Stadt einquartiert – und da es preislich kaum einen Unterschied machte, gönnten wir uns einen sogenannten ensuite-Stellplatz. Damit hat man neben seinem Auto ein eigenes, privates Badezimmer mit Waschbecken, Toilette und Dusche. Unser erstes eigenes Klo seit Bali! Auch sonst hat der Platz gefallen, unser Platz war asphaltiert, die Campküche war gut ausgestattet mit Herd, Ofen, Toaster und Wasserkocher (und war richtig überdacht und windgeschützt!) und es gab einen Pool, der aber – vermutlich auch dem Wetter geschuldet – gesperrt war. Da das Wetter den ganzen Tag über nicht so richtig mitspielen wollte, haben wir uns größtenteils im Auto aufgehalten und an den Laptops gesessen. Das ging nämlich zum Glück ganz gut und sollte auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Und auch das Kochen klappte wieder etwas besser als am Vortag, was aber auch an der Küche selbst und nicht unbedingt nur an unseren Kochkünsten lag.
Ein Ausflug in die Vergangenheit
Nach unserem üblichen Campingfrühstück (Toast mit Käse und Nutella, Kaffee und Orangensaft) und leider weiterhin von Regen begleitet ging es für uns auch schon weiter. Unser heutiges Tagesziel war Byron Bay, eine der schönsten Orte an der australischen Ostküste. Anstatt direkt an der Küste entlang zu fahren, haben wir allerdings einen einstündigen Umweg in Kauf genommen. Zwischen Kingscliff und Byron Bay liegt bis auf die Küstenstraße wenig interessantes, aber viele Reiseführer schwärmen von der kleinen Stadt Nimbin, das heute eine kleine Hippie-Hochburg ist, nachdem sich nach einem Festival in den 70ern einige Besucher dort niedergelassen haben. Und so sieht es da auch aus. Bunte Läden mit allerlei Krimskrams und esoterischem Zeug, einige kleine Cafés und viele…sagen wir mal hängengebliebene Leute. Manche lediglich, was ihren Aufenthaltsort angeht, manche aber vielleicht auch ein wenig psychisch. Nicht allen Menschen wollte man dort nachts unbedingt über den Weg laufen. Insgesamt war die Atmosphäre aber sehr entspannt und man traf auf eine bunte Mischung aus Bewohnern und Tagesbesuchern. Wir haben auch ein Hotel gesehen, allerdings hätten wir nicht gewusst, was man hier mehr als ein paar Stunden anstellen sollte. Deshalb ging es nach einem Kaffee auch weiter Richtung Byron Bay. Wenn man wie wir in der Nähe ist und eh ein bisschen Zeit totschlagen muss (oft muss man auf Campingplätzen um 10 Uhr auschecken und kann erst ab 14 Uhr auf den nächsten), kann sich Nimbin getrost angucken. Extra dafür hinfahren würden wir aber nicht. Weder der Ort selbst noch die Straße dorthin (unser nicht gerade geländetaugliche Wagen hatte schon ein wenig zu kämpfen) wären jetzt eine zweite Reise wert. Aber ganz cool, es mal gesehen zu haben, war es trotzdem.
Die Sonne lacht, die Beine brennen
Als wir nachmittags in Byron Bay ankamen, konnten wir es gar nicht so richtig glauben. Der blaue Himmel, der uns schon in Nimbin begrüßt hatte, war auch in Byron Bay noch in Maßen zu erkennen. Zwar größtenteils hinter Wolken verdeckt, aber weiße, lockere Wolken. Keine dunkelgrauen voller fiesem Nieselregen. Deshalb haben wir unsere Pläne für die kommenden Tage etwas umgeworfen. Byron Bay zeichnet sich vor allem durch seine Lage direkt am Meer aus, am Stadtrand ragt hoch auf den Klippen ein alter Leuchtturm empor. Den wollten wir uns auf jeden Fall angucken und hatten das eigentlich für den nächsten Tag geplant – nicht zuletzt, weil es wegen mangelnder Busverbindungen einen etwa zweistündigen Spaziergang bedeutete. Aber da das Wetter heute erstmals nicht nach Regen aussah und wir nicht riskieren wollten, dass der über Nacht zurückkehrte, machen wir uns guter Dinge auf den Weg. Jedenfalls nachdem wir von einer bösen Entenmutter angefaucht wurden, weil wir ihrem Nachwuchs etwas zu nah kamen (ja sorry, das ist halt unser Stellplatz…).
Der Weg vom Campingplatz rein nach Byron Bay ist an sich ganz ok, zieht sich aber irgendwann ziemlich. Umso schöner wird es dann, wenn man das Stadtzentrum hinter sich lässt und es langsam bergauf in Richtung Leuchtturm geht. Man läuft über einen schönen Holzweg und hat hin und wieder einen Blick auf den Stadtstrand. Am östlichsten Punkt des australischen Festlands kommt man auch vorbei. Je steiler es wird, desto schöner ist der Blick von den Klippen auf den Pazifik. Und desto anstrengender wird es leider. Aber wenn man es bis ganz nach oben schafft, wird mal mit einem tollen Rundumblick am Leuchtturm belohnt. Und muss man leider auch alles wieder nach unten und zurück laufen… Danach hatten wir erstmal genug von Bewegung.
Byron Bay City
Der nächste Tag versprach dann mehr Entspannung. Die erste Hälfte des Tages widmeten wir uns wieder einer gern gesehenen Beschäftigung: im Auto abhängen. Der Campingplatz selbst hat uns auch sehr gut gefallen. Der Discovery Park Byron Bay ist zwar eher auf Familien ausgelegt (inklusive Spielplatz, Hüpfburg und Pool), wir hatten allerdings eine ruhige Ecke erwischt und normale, ruhige Nachbarn. Und die Enten. Die Waschräume waren die saubersten auf unserer gesamten Campingreise und auch die Küche ließ wieder keine Wünsche offen. Außerdem haben wir uns für die weitere Reise noch ein bisschen mehr Komfort besorgt: durch ein Verlängerungskabel und eine Steckerleiste konnten wir ab jetzt auf den „powered sites“, also Stellplätzen mit Steckdose, den Strom anzapfen. Eigentlich sind diese Stellplätze für richtige Camper, deren Beleuchtung, Klimaanlage und Küchengeräte dann über den Strom betrieben werden und eigentlich sehen die Betreiber der Campingplätze es wohl nicht gerne, wenn Leute wie wir das Prinzip derart zweckentfremden, aber es hat sich nie jemand beschwert. Und so konnten wir in Zukunft immer entspannt im Auto sitzen und an Handys und Laptops spielen, ohne, dass uns der Strom ausgeht. Schön!
Nachmittags haben wir den Weg ins Stadtzentrum doch nochmal auf uns genommen, weil wir am Vortag nur durchgelaufen sind, ohne uns umzuschauen. In Byron Bay gibt es viele coole Läden, durch die man gemütlich schlendern kann. Der Ort ist auch bei Surfern beliebt und es gibt dementsprechend viele Surfshops und -schulen. Glücklicherweise hatte sich auch heute der Regen nicht blicken lassen und wir kamen – nach einer Stärkung im Burgerladen – sowohl trocken hin als auch trocken wieder nach Hause. Byron Bay hat uns sehr gefallen, nicht zuletzt, weil wir es die ersten regenfreien Campingtage waren. Morgen würde es wieder ins Landesinnere gehen. Leider wieder mit Regen im Gepäck…