Road Trip Tage 19 und 20: Kurz vor Sydney: Port Stephens und Newcastle
Einmal in die Wüste: Port Stephens und der One Mile Beach
Unser Campingtrip neigte sich immer weiter dem Ende zu. Ein paar letzte Highlights standen allerdings noch aus, bevor uns unser grünes Zuhause in Sydney verlassen musste. Für eine Nacht ging es von Port Macquarie weiter nach Port Stephens, eine Stadt, die teilweise auf einer Halbinsel liegt. Besonders eindrucksvoll ist aber (unserer Meinung nach) weniger der langgestreckte Naturhafen im Norden der Halbinsel, sondern die Strände am südöstlichen und südlichen Ende. Die erinnern eher an riesige Dünen in Holland oder an der Nordsee – und wenn man ein Stück Düne erwischt, auf dem gar nichts wächst und die Sonne zusätzlich von oben knallt, fühlt man sich viel mehr in der Sahara gestrandet als an einem australischen Strand. Der One Mile Beach lag direkt hinter unserem Stellplatz im Ingenia Holidays Park und war über einen schmalen ausgetretenen Pfad schnell zu Fuß zu erreichen. Der Park selbst war – trotz üblicher Annehmlichkeiten wie große saubere Waschräume und gute Campküchen – keine Schönheit, das machte aber seine Lage am wunderschönen One Mile Beach locker wett. Dazu kam noch, dass wir den Strand bei unserem Besuch für uns alleine hatten – was wohl auch damit zusammenhängt, dass man ihn nur zu Fuß erreicht und mit dem Auto nicht sehr nah rankommt. Ein richtiger wilder hidden beach, definitiv eine Reise wert.
Geburtstag mit Ausblick
Am nächsten Tag ließen wir das low budget Modell mal hinter uns und auch vom Camping gönnten wir uns eine kleine Pause. Heute hieß das Motto: Geburstagsverwöhnung. Die führte uns zunächst vom One Mile Beach ein paar Minuten weiter zum Birubi Beach und zum Frühstück ins sehr empfehlenswerte Crest mit Blick auf Strand und Meer. Der Birubi Beach ist sogar noch breiter als der One Mile Beach und wird auch für Jeeptouren und sogar Kamelritte genutzt – wir waren also nicht die einzigen mit Wüstenassoziationen hier. Nach einem kurzen Strandspaziergang ging es dann weiter nach Newcastle, wo wir die Nacht verbringen würden. Newcastle selbst ist schon eine größere Stadt, unsere größte seit Brisbane, und nach den ganzen kleinen Städtchen und viel Natur war es fast schon seltsam, plötzlich wieder nur noch Asphalt, Stau und große Häuser zu sehen. Newcastle hat aber trotzdem ein paar Dinge zu bieten, eins davon ist das Bogey Hole, das zunächst wie ein natürlicher Pool aus Klippen wirkt, tatsächlich aber ein künstlich angelegtes Schwimmbecken ist, das vor 200 Jahren gebaut wurde. Über steile Stufen gelangt man zum Becken, das ständig über hohe Wellen mit frischem Meerwasser gespeist wird. Definitiv zu kalt für die Temperaturen in Newcastle – und speziell für uns. Aber sehenswert auf jeden Fall.
Übernachtet haben wir dem Anlass angemessen in einem Penthouse mit direktem Blick auf den Newcastle Beach. Das Wetter spielte zum Glück mit und so haben wir den Rest des Tages im Grunde damit verbracht, abwechselnd vom Bett, vom Sofa und von der Terrasse aus dem vierzehnten Stock runter auf den Strand zu gucken. Und Wäsche zu waschen, denn das Apartment hatte praktischerweise sowohl Waschmaschine als auch Trockner. Abends gab es noch sehr leckere Gnocchi im Restaurant Rustica sowie etwas rustikalere, jedoch nicht weniger leckere (und quasi selbstgemachte) mit Käse überbackene Nachos. Unser grüner Untersatz war sicher in der Tiefgarage geparkt und bekam auch mal eine Pause von uns, in der er uns nicht herumfahren oder über Nacht beherbergen mussten. Win-win sozusagen und eine gelungene Abwechslung nach über zwei Wochen Camping. Und am nächsten Tag sollten wir ja auch wieder vereint sein.