Road Trip Tage 15 bis 18: Abschalten in Port Macquarie
Klein aber fein: unser Platz am Flynns Beach
Zwischen Coffs Harbour und Port Macquarie liegen ungefähr zwei Stunden Autofahrt. Dabei fährt man entweder über die Autobahn oder biegt hin und wieder ab, um auf kleineren Straßen näher an der Küste zu fahren und dabei hin und wieder einen Meerblick zu erhaschen. Wir sind auf der Autobahn geblieben, Meerblick haben wir auch so genug und unser nächster Platz hatte auch eine vielversprechende Lage in Strandnähe. Der Flynns Beach Caravan Park war ein kleiner, preisgünstiger Campingplatz wenige Gehminuten vom gleichnamigen Strand entfernt. Wir hatten im Grunde keine allzu großen Erwartungen und uns wie üblich für zwei Nächte eingebucht. Wir haben uns aber irgendwie ziemlich schnell in den Platz und seine Umgebung verliebt. Der Flynns Beach war wirklich fast direkt vor der Tür und sehr schön, die Campingküche war zwar einfach, aber hatte alles, was man braucht. Zum ersten Mal kamen wir in den Genuss eines Airfryers, in dem wir uns Hash Brows als Beilage zu vegetarischen Burgern frittieren ließen. Sau lecker – haben wir am Abend danach direkt nochmal gemacht! Und unser Stellplatz war einerseits wieder direkt an den Waschräumen, andererseits trotzdem etwas abseits der anderen (belegten) Plätze und den Vormittag über im Schatten, also perfekt für gemütliches Ausschlafen ohne im Auto gebacken zu werden. Und in noch einer Sache konnte der Platz ordentlich punkten: durchgehend schnelles und stabiles WLAN. Wir haben unseren Aufenthalt für zwei Tage verlängert und waren dann insgesamt vier Tage in Port Macquarie. Denn wir hatten hier auch noch ein paar Dinge außerhalb des Campingplatzes vor.
Kleine knuddelige kranke Koalas
Wenige Autominuten vom Campingplatz entfernt liegt das Koala Hospital von Port Macquarie. Hier werden kranke Koalas behandelt und gesundgepflegt und wenn ihr Zustand nichts anderes erlaubt auch dauerhaft aufgenommen. Für uns war es die beste Chance, echte und „wilde“ Koalas aus nächster Nähe zu sehen, ohne in zweifelhafte Zoos oder „Sanctuaries“ zu fahren. Das Hospital ist ein sehr kleines Gebäude mit einem ebenso kleinen Außenbereich. Im Gebäude selbst gibt es einige Infotafeln und einen kleinen Souvenirshop, bei dem man auch einfach so eine Spende dalassen kann. Der Außenbereich ist in kleinere Areale eingeteilt, in die jeweils ein Koala untergebracht werden kann. Vor jedem Areal war der Name des Koalas sowie seine Geschichte bzw. Krankenakte angebracht. Die reichten von Autounfällen bis zu schweren Hirntraumata. Wer etwas kritisieren möchte, findet bestimmt auch hier etwas. Wir hatten allerdings das Gefühl, dass es den Koalas hier ihren Umständen entsprechend gut geht und nicht mit ihnen Geld verdient werden soll. Das zeigte allein schon, dass für den Besuch keinerlei Eintritt verlangt wird. Als kleine Krönung haben wir dann sogar noch einen echten wilden Koala außerhalb des Krankenhauses gesehen, der es sich hoch oben in einer Baumkrone gemütlich gemacht hatte und uns seinen flauschigen dicken Po präsentierte. Ein doppelt lohnenswerter Besuch!
Strand-Hopping in Port Macquarie
In Port Macquarie reihen sich einige sehr schöne Strände aneinander, die über den sogenannten Coastal Walk miteinander verbunden sind. Über den kann man von Strand zu Strand laufen, teilweise über Holzwege, teilweise über Stufen, teilweise aber auch direkt über Felsen am Meer entlang – zumindest so lange wie die Gezeiten es zulassen. Beginnt man am nördlichen Town Beach und endet südlich des städtischen Leuchtturms am Lighthouse Beach, ist man definitiv einige Stunden unterwegs. Wir haben uns für eine abgespeckte Variante entschieden und sind von „unserem“ Flynns Beach einige Kilometer Richtung Süden gelaufen. Vom Flynns Beach aus geht es über eine Treppe über ein paar Felsen, die den Strand vom Nobbys Beach trennen. Einem Hundestrand, wie einige flauschige Besucher bestätigten. Von dort aus ging es nach einer kurzen Klettereinlage zum Shelly Beach und schließlich ein weiteres mal an den Klippen entlang zum Miners Beach. Hier haben wir beim Blick auf das offene Meer sogar Delfine gesehen. Man hätte hier theoretisch noch Stunden langlaufen können und jeder Strand war aufs neue schön, ruhig und sauber. Aber mit dem Gedanken, das alles auch wieder zurücklaufen zu müssen, ging es nach dem Miners Beach wieder zurück bis zu unserem Campingplatz.
Allein schon für die Strandtour hat sich unser Besuch in Port Macquarie gelohnt. Und wir waren immer wieder aufs Neue froh, dass uns seit ein paar Tagen die Sonne statt Regen begleitete. Denn gerade hier am Meer wäre sonst alles höchstens halb so schön gewesen.