Road Trip Tage 12 bis 14: Coffs Harbour, viel Botanik und wilde Kängurus

Der Check-out vom Dorrigo Mointain Holiday Park ist uns gar nicht so leichtgefallen. Zu schön waren hier die Sonnenauf- und untergänge bei gleichzeitig traumhaftem Wetter gewesen. Auf jeden Fall werden wir sowohl den Platz als auch den Nationalpark in bester Erinnerung halten. Für unsere nächste Station ging es das letzte Stück über den Waterfall Way bis zurück zur Ostküste. Coffs Harbour lag jetzt nicht mehr genau auf unserer Route, weil wir dazu wieder ein Stück an der Küste entlang nach Norden fahren mussten, auslassen wollten wir die Stadt aber trotzdem nicht – nicht zuletzt, weil wir einfach die Zeit dazu hatten und sie uns nehmen wollten. Zeit war auch das richtige Stichwort, denn für das Stück Waterfall Way von Dorrigo bis zur Küste muss man sie ohnehin einplanen. Zum einen war hier oft die Fahrbahn einspurig und durch Baustellenampeln geregelt (vermutlich Nachwirkungen der starken Regenfälle), zum anderen ist dieses Stück echt kurvig und steil. Bis auf zwei Wasserfälle, an denen man in der Zeit eines Wimpernschlages vorbeifährt, gibt es auf dem Stück auch nicht mehr viel zu sehen, deshalb waren wir im Grunde froh, als die Straße irgendwann ein Ende nahm und das Lenkrad nicht mehr wie wild hin- und hergerissen werden musste. Nach einem kurzen Stück Autobahn und dem obligatorischen Einkauf bei Aldi waren wir an unserem nächsten Ziel: Park Beach in Coffs Harbour. Das Stadtviertel machte seinem Namen auch alle Ehre, denn vorrangig gab es hier zwei Dinge: Parks und einen schönen breiten Strand. Apropos Park: der hieß für uns diesmal BIG4 Park Beach Holiday Park und war für zwei Nächte gebucht. Und war wieder sehr schön. Generell schienen die großen Parks der Ketten wie BIG4 oder Ingenia immer ein wenig höheren Standard zu haben als privat geführte, ohne zu sehr pauschalisieren zu wollen. Auch hier gab es jedenfalls wieder sehr saubere Waschräume, eine große, gut ausgestattete Küche und auch wieder einen Pool – hauptsächlich für Kinder, aber dank des guten Wetters sind wir auch einmal abgetaucht und haben die (für uns viel zu kleine und kurze) Rutsche getestet. Wir hatten außerdem sehr Glück mit unserem Platz: an einer Ecke, ohne Nachbarn direkt neben uns und mit einem Baum, der ab Mittag und dann den Rest des Tages Schatten spendete. So ließ es sich hier wirklich gut aushalten. Nach einem kurzen Fußweg war mal außerdem am schönsten Strand, den wir bislang in Australien gesehen hatten. Bis auf Strand und Campingplatz – inklusive schönem Sonnenuntergang – haben wir an diesem Tag nichts weiter gesehen. Am nächsten Tag wollten wir uns aber einen groben Eindruck von der Stadt verschaffen. Und vielleicht ja auch von ihren flauschigen Bewohnern…

Auf der Suche nach Koalas

Die Innenstadt Coffs Harbours war unser Ziel für den nächsten Tag. Vor allem wollten wir dem botanischen Garten einen Besuch abstatten. Weniger allerdings wegen der Flora, sondern wegen der Fauna, von der wir mehrfach gelesen hatten. In den Bäumen des botanischen Gartens sollen nämlich angeblich immer mal wieder Koalas gesichtet werden, die hier abseits des Stadtlärms eine ruhige Umgebung gefunden haben. Das bzw. die wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, also ging es für uns los in Richtung Stadtmitte. Mal wieder zu Fuß, spart ja Geld! Der Weg zog sich leider ziemlich und wie schon in Byron Bay war die große Straße, an der es lang ging, nicht gerade gespickt mit Sehenswürdigkeiten. Und natürlich waren wir auch wieder so schlau, in der Mittagssonne loszulaufen… Nach ca. 30 Minuten waren wir am botanischen Garten und machten uns auf die Suche nach Koalas. Es ging durch Mangrovenwälder, Pflanzen aus unterschiedlichen Teilen Australiens, Heilpflanzen, Kräutern, sogar zu einer japanischen Brücke an einem kleinen See sind wir gekommen. Koalas waren leider nirgends zu sehen. Aber auch ohne flauschige Bewohner war der botanische Garten den Besuch wert gewesen. Vom Rest von Coffs Harbour haben wir nicht viel gesehen. Ein kurzer Besuch im örtlichen Kmart, um neue Gaskartuschen für unseren Herd zu kaufen, blieb leider erfolglos. Und auch die Busfahrt zurück (so viel zum Thema Geld sparen, aber für einen zweiten langen Spaziergang waren wir entschieden zu faul…) verlief ein wenig anders als geplant, weil der Bus, der uns laut Google Maps zurückfahren sollte, nur in den Schulferien fuhr, die aber gerade gar nicht waren. Danke Google. Auf dem Campingplatz begrüßte uns zum Glück wieder eine schön anzusehende untergehende Sonne. Und außerdem ein Berg Nudeln mit einer Flasche Rotwein. Der Tagesabschluss war damit immerhin gelungen!

Wilde Kängurus am wilden Pazifik

Nächster Tag. Check out time again. Auch hier wären wir gerne länger geblieben. Unser Schattenplatz war toll, die Küche gut, die Duschen warm, der Strand toll… Eigentlich perfekt, um länger zu bleiben, allerdings hatten wir die nächsten Nächte schon gebucht. Und jetzt nahmen wir uns endgültig vor, nicht mehr alles so eng zu takten und im Voraus zu planen, damit wir mehr Luft für spontane Entscheidungen hatten. Anstatt unseren Road Trip direkt weiter Richtung Süden fortzusetzen, ging es zunächst noch ein Stückchen weiter nach Norden. Hier liegen die „Look at me now headlands“ am Emerald Beach, die freie wilde Kängurus versprechen. Nach den nicht vorhandenen Koalas vom Vortag waren wir etwas weniger vorsichtiger, was unsere Erwartungshaltung anging. Am Ende sind es ja wilde Tiere, die dort sind, wo sie sein wollen. Und nicht da, wo wir sie gerne hätten. Aber ein Versuch war es trotzdem wert. Und wie beim botanischen Garten galt auch hier: auch ohne Tiere lohnt sich der Besuch total. Ein schön angelegter Weg führte über grüne Wiesen direkt am pazifischen Ozean entlang. Die Klippen und das raue, tiefblaue Meer erinnerten uns sofort an den Highway 1 in Kalifornien. Und dann waren da tatsächlich auch noch Kängurus! Teilweise sonnend, teilweise herumspringend. Und viele weitere sicherlich irgendwo in den umliegenden Büschen verborgen. Es war richtig toll, echte wilde Kängurus so nah zu erleben. Und als die springend ihren Weg fortsetzten, taten wir das gleiche. Es ging an weiteren Klippen zurück zum Auto und jetzt wirklich weiter Richtung Süden. Nächster Stopp: Port Macquarie.