Road Trip Tag 3: Pismo Beach bis Los Angeles

Unser Hotel am Pismoding in Pismo Beach war das Cottage Inn by the Sea. Es lag etwas außerhalb vom Zentrum direkt am Highway und könnte deshalb vermutlich offiziell als Motel durchgehen. Hier reihen sich die Hotels bzw. Motels wie an einer Perlenschnur aneinander. Denn neben der guten Verkehrsanbindung haben sie noch etwas gemeinsam: Sie liegen direkt am Meer! Wir hatten großes Glück, ein Zimmer mit direktem Meerblick gebucht – und auch bekommen. Das kostet natürlich mehr (bei uns waren es etwa 30€ Aufpreis), lohnt sich aber ungemein. Wir konnten von unserem Zimmer aus direkt aufs Meer und auf den Sonnenuntergang schauen und mit dem Meeresrauschen einschlafen und wieder aufwachen.

Außerdem gibt’s einen Pool und einen Hot Tub. Wir haben unser Zimmer und das Hotel geliebt! Wenn man eines der am Highway gelegenen Zimmer bekommt, könnte das jedoch viel vom Urlaubsflair einbüßen, weil man dann statt Wellen vor allem Autos hört – und sieht.

Pismo Beach und die besten Zimtschnecken aller Zeiten

Pismo Beach selbst ist, wie im letzten Blog schon erwähnt, eher touristisch. Der kleine Ort besteht größtenteils aus Unterkünften, die sich an der Strandpromenade aneinanderreihen. Die Hauptstraße ist der Highway 1 selbst, hier aber nicht so befahren wie an anderen Stellen, da gleichzeitig der viel größere Highway 101 nördlich der Stadt verläuft. In den Seitenstraßen des Highway finden sich neben weiteren Übernachtungsmöglichkeiten Restaurants und Shops.

Da unser Hotel kein Frühstück angeboten hat, haben wir uns frische Zimtschnecken bei Old West Cinnamon Rolls geholt. Die Kette hat viele kleinere Standorte in den ganzen USA, aber die Hauptfiliale befindet sich im kleinen Pismo Beach. Die Schnecken waren noch warm und unglaublich lecker! Wir haben sie auf dem Pier gegessen und es uns noch ein wenig gut gehen lassen, bevor unser letztes Teilstück des Highway 1 bevor stand.

Durch die Gefilde der Reichen und Schönen: Santa Barbara und Malibu

Die letzten Stopps vor Los Angeles waren Santa Barbara und Malibu. Nicht, weil wir sie gezielt angefahren sind, sondern weil man automatisch durchfährt. Santa Barbara ist ein Ort voller Palmen und entspanntem Urlaubsfeeling. Es gibt’s viele Bars, Restaurants, Winerys, Biergärten und hübsche, weiße Häuser. Wir haben allerdings nur kurz Halt gemacht, um uns einen Überblick zu verschaffen und mal dort gewesen zu sein. Ein Highlight ist der lange Pier, auf dem sich Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants befinden und der einen tollen Blick zurück auf den Stadtstrand bietet. Dabei haben wir festgestellt, dass man auf dem Pier auch 90 Minuten kostenlos parken kann. Wem das nicht reicht, zahlt 2,50$ pro angefangene Stunde drauf. Wenn der Pier voll ist, parkt man relativ günstig auf zwei großen Parkplätzen links und rechts vom Pier direkt am Strand.

Malibu ist im Gegensatz zu Santa Barbara – und erst recht im Gegensatz zu Los Angeles – eine sehr kleine Stadt. Und trotzdem der Place to be für Leute, die zu viel Geld haben. Hier wohnen Promis in schicken Strand- oder Bergvillen mit fetten Sicherheitstoren. Wir haben ehrlich gesagt so gar nicht verstanden, was die Leute hier hinzieht. Klar, es ist nah an L.A., und wenn man Schauspieler oder Profisportler oder Millionär ist, ist die Lage sicher ein Argument. Aber die Villen liegen oft direkt am oder oberhalb vom Highway und alles ist eng an eng bebaut. Wirklich schick sieht das nicht aus – zumindest von der Straße aus. Außerdem ist hier ziemlich viel Verkehr. Alles andere als chillige Strandidylle.

Wir haben am Zuma Beach Halt gemacht, ein riesiger Strandabschnitt mit öffentlichen Toiletten und Duschen. Hier haben wir das erste Mal keinen Vorteil der Nebensaison ausmachen können, denn die Nebenstraße war komplett zugeparkt. Mit ein bisschen Glück konnten wir unser Auto noch dazwischenquetschen. Wir haben uns hier kurz ausgeruht und ein wenig die Sonne untergehen sehen, bevor wir uns losgerissen haben für das letzte Stück bis Los Angeles. Es war an sich nicht mehr weit, aber da wussten wir noch nicht, was uns erwartet …

Los Angeles: Stadt der Engel – und massiver Verkehrsaufkommen

Von Malibu bis Inglewood, einem Stadtteil von Los Angeles in der Nähe des Flughafens, dauert die Autofahrt an sich nur 35 Minuten. Was wir nicht wussten – und unser Offline-Navi uns auch nicht sagen konnte: Das gilt nur, wenn die Interstates frei sind. Und in Los Angeles sind die nie frei. Wirklich nie. Und wie wir lernen mussten, heißt Stau in Los Angeles nicht das, was Stau bei uns heißt. Wir haben für die Fahrt locker zwei Stunden gebraucht. Es wurde immer später, wir waren immer frustrierter und hungriger und alles, was man (zumindest der Fahrer) zu tun hatte war alle paar Sekunden zwischen Gas und Bremse zu wechseln.

Insgesamt sind wir an Los Angeles in mehreren Punkten zu blauäugig rangegangen. Die Stadt – oder vielmehr der Einzugsbereich der Stadt inklusive Vororte, die der Tourist (und auch oft die Hotels) einfach mit zur Stadt zählt – hat die Größe von ganz Schleswig-Holstein. Willst du also vom Santa Monica Pier zum Disneyland in Anaheim (beides übrigens eigentlich nicht Teil der Stadt Los Angeles), fährst du mal eben 70 Kilometer. Das ist ungefähr die Strecke von Hamburg nach Lübeck. Übernachtet man in Lübeck, wenn man eigentlich Sightseeing in Hamburg machen will? Vermutlich nicht. Tja, die blöden Touristen (also wir), die denken: „Hauptsache irgendwo in der Stadt sein“, schon. Und dann natürlich auch möglichst günstig, was sich dann in der Qualität unseres Airbnbs niedergeschlagen hat.

Als wir dort endlich ankamen, waren wir mehr als enttäuscht und uns war schnell klar: Hier werden wir keine drei Nächte bleiben, auch wenn man größtenteils nur zum Schlafen dort ist. Aber für eine Nacht musste es gehen. Die letzte Fahrt des Tages ging dann noch zum Supermarkt, Abendessen kaufen. Und dann wurden noch die zwei Vorteile der Unterkunft ausgenutzt: die Waschmaschine, der Trockner und der riesige Ofen, der uns zwei Pizzen nebeneinander aufbacken konnte. Immerhin.

Es gibt von diesem Abend auch gar keine Fotos aus L.A. Wir haben einfach keine gemacht. Es gab bis auf Stau und einer mäßigen Bleibe auch nicht wirklich viel zu sehen. Glücklicherweise hat sich das an den nächsten Tagen stark ins Gegenteil verkehrt …