Road Trip Tag 2: Big Sur bis Pismo Beach
Nach einer vergleichsweise unruhigen Nacht (die Heizung meldete sich ziemlich oft und ziemlich lautstark) wussten wir die Kaffeemaschine im Zimmer sehr zu schätzen. Und die schönen Tassen dafür! Die konnte man natürlich im Lodge-Souvenirshop kaufen. Waren aber etwas teuer. Das Frühstück übrigens auch, aber stärken muss man sich ja, denn immerhin standen heute noch ein paar Highway 1-Highlights auf dem Programm.
Nur 15 Minuten von unserer Lodge entfernt lag Partington Cove, eine kleine Bucht, die durch eine Wanderung vom Highway runter zum Wasser erkundet und erlaufen werden kann. Anhalten lohnt sich hier auf jeden Fall, allerdings sind wir hier fast vorbei gefahren, weil es keinen richtigen Parkplatz gibt. Man hält einfach auf dem Seitenstreifen am Highway und geht einen Sandweg hinab. Ohne Eintrag im Navi hätten wir den Wanderweg bestimmt nicht sofort gefunden.
Die Wanderung ist sehr schön und vor allem nicht besonders anstrengend, da es bergab geht. Dann geht es noch über eine kleine Holzbrücke und durch einen Tunnel und schließlich kommt man direkt am Meer raus. Hier kann man stundenlang auf einer Bank sitzen und aufs Wasser gucken. Wir hatten das Glück, dass kaum etwas los war und wir hatten sowohl den Wanderweg als auch die Bank lange Zeit für uns. Als irgendwann Leute kamen, haben wir die Bank freigegeben und sind zurück Richtung Auto gelaufen. Und hier rächt sich dann die anfangs einfache Wanderung: Es geht relativ steil wieder zum Highway hoch und man brutzelt ordentlich in der Sonne. Eine erste kleine Trainingseinheit auf die Wanderungen, die wir noch vor hatten …
Die McWay Falls oder: ein dünner weißer Faden am Strand
Unser nächster Stopp waren die berühmten McWay Falls. Das ist ein kleiner Wasserfall, der bei Flut direkt ins Meer mündet, was wohl nicht so häufig vorkommt. Dass er so berühmt und beliebt ist, ist uns spätestens an dem riesigen Parkplatz aufgefallen, für den man sogar 10$ hätte zahlen müssen, wäre er nicht gerade geschlossen gewesen. Wir haben unser Auto einfach ein paar Meter weiter in einer Parkbucht am Highway abgestellt und sind zu Fuß an der Parkplatzschranke vorbei und zum Wanderweg zum Wasserfall gelaufen.
Wir outen uns jetzt vielleicht als Banausen, aber: der Stopp war ziemlich ernüchternd. Der Weg zum Wasserfall selbst ist nichts besonderes und der Wasserfall selbst ist nur als dünner weißer Faden in der Ferne sichtbar und irgendwie nicht so beeindruckend wie auf den Fotos, die wir zuvor gesehen hatten. Man muss aber dazu sagen, dass nicht der ganze Wanderweg begehbar war, das letzte Stück, das vielleicht zu einer besseren Aussicht geführt hätte, war gesperrt. Wir bereuen zwar nicht, dort gewesen zu sein, aber hätten uns geärgert, wenn wir 10$ fürs Parken gezahlt hätten. Am meisten hat uns aber gewundert, wie groß der Parkplatz war, während man bei Partington Cove, was wir viel schöner fanden, nur behelfsmäßig am Seitenrand parken konnte.
Grunzende Giganten: Seeelefanten am Elephant Seal Vista Point
Der nächste Stopp war dann wieder ein ganz anderes Kaliber. Auch ein großer Parkplatz (sehr groß sogar – und voll!), aber umsonst. Auch ein Aussichtspunkt, aber man guckt ausnahmsweise nicht aufs Meer, sondern eher auf den davor liegenden Strand und seine Bewohner. Und im Gegensatz zu den McWay Falls hat er auch alles gehalten, was er versprochen hat! Der Elephant Seal Vista Point bei San Simeon ist wirklich etwas ganz Besonderes. Direkt neben dem Parkplatz hat man einen einmaligen Blick auf den Sandstrand an dem sich hunderte (!) Seeelefanten tummeln. Die größte Seeelefanten-Kolonie in Nordamerika, haben wir gelesen. Als wir da waren, hatten ganz viele Kühe (?) Junge – unfassbar süß! Es ist ein einziges Gegrunze und Gegröhle und die Männer (bei den Ausmaßen (bis zu vier Meter lang und 2,5 Tonnen schwer) kann man nicht mehr von Männchen sprechen) sind meistens damit beschäftigt, Konkurrenten zu verscheuchen. Ein Schauspiel, das man sich stundenlang anschauen kann. Der Strandabschnitt ist relativ lang und man kann ihn auch ein Stückweit entlanglaufen. Zwischen Dezember und März kann man hier auch Wale sehen, die auf ihrer Route von Mexiko nach Alaska hier entlangkommen. Gesehen haben wir aber keine. Unbedingt mitnehmen, wenn man den Highway entlangfährt!
Die Zeit steht still in Cambria
Den Namen Cambria hatten wir oft gelesen, als wir uns über Sehenswürdigkeiten des Highway 1 informiert hatten. Und da man sowieso hindurch fährt, haben wir die kleine Stadt als Zwischen- und Stärkungsstopp genutzt. Der Ort wirkt wie eine kleine, moderne Westernstadt. Es laufen Leute mit Cowboyhüten rum und es gibt ein paar kleine Restaurants und Imbisse. In Cambria steht außerdem das Nitt Witt Ridge, ein Haus, das nur aus Treibgut und Zeug gebaut ist, das Leute weggeschmissen haben. 1928 kaufte Arthur Harold Beal das Grundstück und soll laut Wikipedia 50 Jahre an diesem Haus gebaut haben. Heute ist es ein Museum, das man aber nur bei einer offiziellen Führung besichtigen kann. Wir haben es uns nur von außen angesehen – allein das war schon total beeindruckend.
Sonnenuntergang in Pismo Beach
Unser letzter Stopp für heute und damit auch unser Übernachtungsort war Pismo Beach – von uns liebevoll „Pismoding“ genannt. Pismo Beach ist eher touristisch, aber trotzdem schwingt der entspannte Surfervibe irgendwie mit. Es gibt einen riesigen Sandstrand und einen großen Pier und man kann stundenlang an der Strandpromenade entlang spazieren und den Sonnenuntergang bewundern. Wir waren relativ müde und sind „nur“ noch zum örtlichen Supermarkt gelaufen, was aber auch schon einem ausgiebigen Strandspaziergang entsprach. Wir waren daher froh, als wir irgendwann in unserem Hotelzimmer waren. Denn das war – und das als Ausblick für den nächsten Blog – ein echtes Highlight!