Regen im Regenwald: Wandersprint im Santa Elena Cloud Forest

Der Grund, warum die meisten Touristen nach Monteverde kommen, sind die Wolken- bzw. Nebelwälder, die in dieser Region vorkommen und ihren Namen deshalb tragen, weil sie ihren Wasserbedarf großteils über Nebel beziehen. Mit der Betonung auf großteils. Aber dazu gleich mehr. In Monteverde hat man die Wahl zwischen zwei Cloud Forests, der größere und bekanntere ist der Monteverde Cloud Forest, der kleinere der Santa Elena Cloud Forest. Wir haben uns für letzteren entschieden, der nicht nur ein wenig günstiger war, sondern auch ein wenig näher an Santa Elena liegt, sodass die Anreise kürzer war. Praktischerweise gibt es einige Shuttleanbieter in Santa Elena, die die Touristen täglich von früh bis spät zu den Wäldern und wieder zurück fahren, in unserem Fall sogar für spottbillige 3€ pro Person und Strecke inklusive Abholung und Rückfahrt bis zu unserer Unterkunft! Nachdem das Shuttle mit der für Mittelamerika typischen Verspätung eintraf, ging es eine gute Dreiviertelstunde lang über steile, holprige, teils schlammige Straßen hoch zum Santa Elena Cloud Forst. Wieder einmal waren wir also froh, nicht selbst fahren zu müssen. Schlammige Straßen übrigens deshalb, weil wir uns gerade den Tag für einen Ausflug ausgesucht hatten, an dem es regnete. Naja, ist ja auch ein Regenwald…

Der Regen wollte leider nicht so wirklich nachlassen, also ging es in Regenjacke in den Wald, der pro Person übrigens knapp 16€ Eintritt kostet. Gar nicht mal so günstig. Je nach Fitnessgrad und Laune gibt es für jeden den passenden Wanderweg, wir haben uns für den Encantado Trail entschieden, der einmal quer durch den Park führen sollte. Nebel gab es durch den Regen leider nicht wirklich, was das angeht, haben wir im Lamington Nationalpark in Australien den besseren Cloud Forest erlebt. Was uns allerdings trotz des Wetters beeindruckt hat, ist, wie grün hier alles war. So ein saftiges Grün haben wir noch nirgendwo vorher gesehen (und danach auch nicht mehr). Jeder Baumstamm war praktisch komplett in weitere grüne Pflanzen gehüllt und die wiederum nochmal mit anderen Pflanzen verschlungen. Sehr faszinierend. Ohne Regen hätte man es hier definitiv länger ausgehalten und mehr genossen, so rannten wir die meiste Zeit fast über den Weg und versuchten, in möglichst wenige Schlammpfützen zu treten. Der Wanderweg, für den man eigentlich zweieinhalb Stunden brauchen sollte, schafften wir so in der Hälfte der Zeit und saßen schon um 11 Uhr wieder im Shuttle zurück nach Santa Elena. Zwar hatte der Regen uns frühzeitig aus dem Park gejagt und vielleicht waren wir nach Australien und Kambodscha auch ein bisschen regenwaldmüde, aber durch die in dieser Form wirklich einmaligen Pflanzenwelt hat sich der Ausflug trotz allem trotzdem gelohnt. Wir waren dennoch froh, irgendwann wieder in unserer Hütte zu sein und die nassen Klamotten ausziehen zu können.

Downtown Santa Elena

Santa Elena selbst sollte hier auch kurz erwähnt werden. Wie schon angedeutet besteht die Stadt eigentlich hauptsächlich aus Restaurants und Unterkünften, hat sich dabei aber irgendwie trotzdem den Charme eines kleinen Bergdörfchens bewahrt. Wir fanden es ganz cool, hier durch die Straßen zu laufen und zwischen den Häusern jedes Mal einen tollen Blick über die Weite der Landschaft zu erhaschen. Dadurch wurde einem auch immer wieder bewusst, wie hoch wir hier eigentlich waren. Richtig erlebt haben wir Santa Elena vermutlich trotzdem nicht, denn bis auf ein Abendessen in der Taco Taco Tacqueria (um mal richtige Tacos zu essen, nicht unser deutsches Abklatschprodukt) und zwei Einkäufe im Supermarkt haben wir die Stadt nur für die An- und Abreise besucht. War trotzdem schön hier – vielleicht sieht man sich ja irgendwann nochmal wieder.