Bus, Fähre, Bus, Bus: Über Puntarenas nach Montezuma
Als Digital Nomad in Santa Elena
Nach drei Nächten in Monteverde stand leider schon die Weiterreise an. Bei einem Übernachtungspreis von 75€ war das allerdings jetzt auch höchste Zeit, sonst hätten wir es gut und gerne noch länger in unserer Hütte ausgehalten. Jetzt allerdings stand die nächste Busreise an, die uns zunächst ins kleine Städtchen Puntarenas bringen sollte. Problem 1: Check out um 10 Uhr, Busfahrt um 15 Uhr. Problemlösung war in diesem Fall ein längerer Aufenthalt im Choco Cafe in der Nähe der Bushaltestelle. Da saßen wir dann etwa vier Stunden, bestellten hin und wieder was und versuchten, die Zeit einigermaßen produktiv am Laptop zu nutzen. Digitale Nomaden quasi. Nur nicht bei Starbucks und mit einem Macbook zu wenig, aber immerhin. Lecker war es hier übrigens auch, hätte also deutlich schlechter sein können. Die Busfahrt dauerte am Ende wieder etwa vier Stunden. Es hätte wohl auch nur die Hälfte sein können, allerdings wäre dieser Bus dann sehr früh morgens gefahren, was nicht so zu unseren Schlafgewohnheiten passte. Außerdem wollten wir die teure Hütte bis zum bitteren Check-out nutzen und nicht vorzeitig verlassen. Statt den schnellen Weg ging es daher für uns quer durch die hügelige Landschaft Monteverdes und durch die kleine Bergstadt Las Juntas, was sich zwar zeitlich ganz schön hinzog, dafür aber mit einem einmaligen Ausblick über die Täler belohnt wurde. Leider gibt es nur verwackelte Bilder mit reflektierender Fensterscheibe, sodass die Erinnerung an diese Fahrt nur in Schriftform existiert. Problem 2: Durch die späte Ankunft in Puntarenas würde unsere Reise hier heute enden, sodass wir uns eine günstige Bleibe für die Nacht suchen mussten.
Puntarenas: Stadt der Gestrandeten
Puntarenas selbst ist eine Stadt auf einem schmalen Streifen Land, der in den Golf von Nicoya ragt und sich deshalb bestens als Fährhafen eignet. Einen anderen Grund, die Stadt zu besuchen, gibt es auch quasi nicht. Alle Touris, die durch Puntarenas irren, wollen entweder zur Fähre oder kommen gerade von ihr. Oder sind Gast eines von vielen Kreuzfahrtschiffen, die hier wohl auch anlegen. Warum auch immer. Zwar gibt es einen langgezogenen Sandstrand und einige Unterkünfte und Restaurants, so richtig nach Urlaubsort wirkte das Ganze für uns aber nicht. Als wir gegen 19 Uhr in der Stadt ankamen, waren schon alle Bordsteine hochgeklappt, auch bei den wenigen Restaurants. Uns blieb daher nur der Weg in einen kleinen Supermarkt, das Abendessen bestand aus Crackern mit Frischkäse. Untergekommen sind wir im zentral gelegenen Hostel del Pacifico, einer kleinen Unterkunft mit fünf Zimmern und kleiner Gemeinschaftsküche. Das Zimmer war erstaunlich groß, man hätte es getrost halbieren und mehr Zimmer draus machen können (denn das neben dem Schlafbereich befindliche „Wohnzimmer“ nutzt sicher eh keine Sau), aber sei es drum. Für 30€ die Nacht kann man jedenfalls nicht meckern, geschweige denn mehr erwarten. Die Klimaanlage funktionierte gut (hier direkt am Meer und nicht mehr in den Bergen war die nämlich wieder von Nöten), der Besitzer kochte morgens für alle Kaffee, nur die Dusche blieb leider kalt, was aber für eine Nacht auszuhalten war. Der Check-out fiel uns hier jedenfalls deutlich leichter als in Monteverde, mehr als eine Nacht braucht es hier wirklich nicht.
Mit der Fähre nach Paquera
Unser eigentliches nächstes Ziel war Montezuma, das kleine Hippiedorf auf der Nicoya-Halbinsel. Dazu war es allerdings noch ein ganz schönes Stück, dass wir über Wasser und Land zurücklegen mussten. Zunächst ging es mit der Fähre von Puntarenas rüber nach Paquera. Die einstündige Fahrt ist nicht nur super günstig (1,50€ pro Person), sondern auch überraschend schön. Das blaue Wasser im Golf von Nicoya ist die meiste Zeit über glatt und bewegungslos und die Landschaft einfach traumhaft schön. Wir hatten einen guten Platz in erster Reihe im Schatten, so konnte man es sehr gut aushalten. Als die Fähre langsam auf den Anleger zusteuerte, gab es plötzlich großes Gewusel. Wir haben uns davon nicht beeindrucken lassen und gingen davon aus, dass die meisten zu ihren Autos zurückgingen, um gleich schnell von der Fähre fahren zu können. War in den meisten Fällen auch so, allerdings waren wir nicht die einzigen, die von Paquera aus den nächsten Bus nehmen wollten. Als wir es dann irgendwann von der Fähre runter schafften und zum Bus hetzten, war dieser zwar noch da, allerdings voll (und trotzdem noch mit großer Warteschlange nebendran). Mit Sitzen war es also erstmal vorbei…
Stehend k.o. nach Montezuma
Tatsächlich haben wir es am Ende noch in den Bus geschafft. Es blieb natürlich nur der Gang für uns, aber immerhin. Schlimmer als das Stehen an sich war für die nächste Stunde eher das Ausbalancieren, denn die Straße ging (wie wir mittlerweile wussten: für Costa Rica üblich) ständig auf und ab und schlängelte sich kreuz und quer durch die Landschaft. Trotz der erholsamen Nacht und der ganz bequemen Fährfahrt war dadurch der Akku wieder schnell leer. Dazu kam noch, dass die Busse in Costa Rica konsequent nicht klimatisiert sind und man der Sonne und den manchmal mehr, manchmal weniger geöffneten Fenstern ausgeliefert ist. Endstation dieses Busses war Cóbano, die nächstgrößere Stadt, wenn es einen in die Touristenorte am südlichen Zipfel der Nicoya-Halbinsel zieht. Für uns hieß es hier also ein letztes Mal Umsteigen in den Bus nach Montezuma. Die Fahrt war glücklicherweise kurz, denn unser Hotel war oberhalb der Stadt und der Busfahrer warf uns auf Nachfrage einfach vor unserem Hotel raus. Manchmal kommt einem die Tatsache, dass Busse hier kaum richtige Haltestellen haben, dann doch zugute. Mit Fuß-, Rücken und Kopfschmerzen kamen wir verschwitzt und erschöpft in unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte an. Erstmal durchatmen…