Phuket Teil 3: Besuch der Altstadt und ab zum Flughafen
Für einen Tag ein Local
Als letzter Ausflug auf Phuket stand für uns seine Altstadt auf dem Programm. Old Town Phuket liegt an der Ostküste der Insel und ist quasi seine einzige richtige Stadt. Von hier aus fahren Fähren und kleinere Boote zu den umliegenden Inseln und es gibt jede Menge Restaurants und Geschäfte. Was die Altstadt sonst noch aus macht ist ihre Architektur, die man als sino-portugiesischen Stil bezeichnet. Als portugiesische Kolonialisten im 16. Jahrhunderten Phuket besiedelten, wurden vor allem chinesische Arbeiter für den Bau ihrer Häuser verpflichtet, sodass sich chinesische und portugiesische Architektur vermischen konnten. Den Einfluss sieht man in der Altstadt praktisch an jeder Ecke – es sieht einerseits europäisch aus und andererseits auch nicht. Außerdem ist alles ziemlich farbenfroh. Sehr ungewöhnlich, aber wirklich sehenswert!
Phuket Old Town selbst ist jetzt trotzdem nicht der Touristenmagnet der Insel, dazu gibt es überall zu schöne Strände in kleineren Orten. Deshalb sind die Läden dort auch deutlich weniger touristisch. Wir hatten das Gefühl, dass hier auch wirklich die Bewohner der Stadt bzw. der ganzen Insel einkaufen. Normale Klamottenläden, Buchhandlungen, Märkte und viele kleine Cafes. Für einen kleinen Ausflug auf jeden Fall schön – und ehrlich gesagt auch ganz angenehm, in einem Laden einfach mal ungestört zu gucken und nicht mit dem typischen „good price today“ bedrängt zu werden.
Dass die Altstadt weniger touristisch ist hatte außerdem zur Folge, dass wir uns für den Ausflug nicht auf den bereits bewährten Smartbus verlassen konnten. Die Idee war, mal einen normalen Linienbus zu nehmen – womit die Probleme auch schon losgingen. „Normal“ für unsere Verhältnisse sind die Linienbusse auf Phuket nämlich schon mal gar nicht. Songthaew heißen die blauen Busse hier, die sämtliche größere Ortschaften Phukets abklappern und irgendwann alle in der Altstadt ankommen, wo sie ihre Start- und Endhaltestelle haben. Das Problem ist: überall sonst gibt es keine Haltestellen, lohnt sich bei vielen Dörfern, die nur aus einer Straße bestehen, ohnehin nicht. Und da es der Verkehr oft schwierig macht, sich an Fahrpläne und -zeiten zu halten, hat man diese auch einfach weg gelassen. Man hält also einfach Ausschau nach so einem Bus und winkt ihn heran. Gezahlt wird, nachdem man aussteigt. Cooles Prinzip, aber für den verwöhnten Deutschen doch etwas sehr flexibel. Wir sind deshalb mit dem Taxi hin und mit einem Songthaew (von denen wir wussten, wo deren Haltestelle in der Altstadt ist) zurück. Statt 30 Minuten Taxi ging es also dann mindestens doppelt so lange zurück nach Surin Beach, da der Bus erstmal ewig in der Altstadt rumgefahren ist, um Fahrgäste einzusammeln. Am Ende war der Bus bis auf den letzten „Platz“ (eigentlich waren es nur Bänke, auf die man sich quetschen und zusammenferchen musste) besetzt. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung – und natürlich deutlich günstiger als ein Taxi.
Ein letztes Mal Surin Beach
Für unseren letzten Tag am Surin Beach hatten wir uns nicht allzu viel vorgenommen. Morgens stand erstmal ein Frühstück bei Audy’s am Strand an. Wie es sich für neue Stammkunden gehört wurde uns natürlich ein Tisch direkt am Meer angeboten – Frühstück mit Meerblick hat schon was! Vor allem, wenn man es dann auch noch gemacht und gebracht bekommt…
Der restliche Tag war dann relativ unspektakulär (oder: noch unspektakulärer). Ein bisschen Strand, ein bisschen Meer, ein bisschen (noch weniger) nix tun… Und abends: Pizza. Irgendwie war uns mal nach etwas nicht-asiatischem. Außerdem sind wir in den letzten Tagen so oft an dieser einen Pizzeria vorbei gelaufen, dass wir sie dann endlich mal ausprobiert haben. Wir wurden nicht enttäuscht, es war tatsächlich eine richtige italenische Pizza – und laut Karte wird alles, inklusive der Wein, aus Italien importiert. Schmeckte so und war auch entsprechend teuer, aber wirklich sehr lecker.
Vom Strandapartment ins Flughafenhotel
Und dann war eine Woche auf Phuket bereits rum. Eine Woche, die wir im Apartment in Surin Beach verbracht haben. Auch wenn uns das Apartment im ersten Moment nicht umgehauen hat, haben wir uns im Nachhinein echt wohl gefühlt. Ein entscheidender Faktor war sicherlich, dass wir eine Woche dort waren und Zeit hatten, sowohl unsere Wohnung als auch deren Umgebung kennenzulernen – und sich irgendwann tatsächlich heimisch zu fühlen. Trotzdem hieß es jetzt, Sachen packen und umziehen. Wir denken immer noch gerne an unsere Woche am Surin Beach zurück. Sollte es irgendwann noch einmal nach Phuket gehen, Surin Beach wäre definitiv in der engeren Auswahl!
Ein weiteres letztes Mal (zumindest fürs Erste) betraf den Smartbus. Ein letztes Mal zahlten wir 200 Baht, diesmal Richtung Flughafen. Von der Endstation am Terminal hätten wir eine Viertelstunde zum Hotel laufen müssen, netterweise ließ der Busfahrer uns aber an der Straße unseres Hotels raus. Ursprünglich wäre es heute schon nach Bali gegangen, aber aufgrund einer Flugverschiebung sind wir eine Nacht länger auf Phuket geblieben und haben uns entschieden, dafür schon in die Nähe des Flughafens zu ziehen. Für eine Nacht waren wir im Sixteenth Naiyang Hotel untergebracht. Gutes, günstiges Zimmer, kleiner Dachpool mit Blick aufs Rollfeld und der Flughafentransfer (zwar nur 5 Minuten Auto, aber mit Gepäck gerne genommen) war auch inklusive. Die Straße selbst war eine Mischung aus Hotels und Restaurants. Am westlichen Ende der Straße war außerdem ein weiterer Strand, der hotelnamensgebende Naiyang Beach. Ein schöner, breiter Strand ohne viele Touristen, aber auch mit entsprechend wenig Infrastruktur und leider einigem Plastikmüll. Der Strand liegt innerhalb des Sirinat National Parks, deshalb wird an der Zufahrsstraße zum Strand eine Gebühr von 200 Baht fällig, zumindest für Touristen. Wer wie wir nur mal kurz zum Strand will und nicht einsieht, die zu bezahlen, biegt vor dem Eingang des Parks links ab und schummelt sich hintenrum in den Park. Den Tipp haben wir lustigerweise von der Dame am Parkeingang selbst bekommen, verboten scheint diese Variante also nicht zu sein.
Nach dem Strandbesuch haben wir noch den örtlichen Supermarkt besucht, eine Kette namens „Super Cheap“. Im vorderen Bereich ein normaler Supermarkt mit frischem Obst, Gemüse (unter anderem armdicke Möhren), Fleisch und Milchprodukten, im hinteren Teil ein lagerartiger Raum mit allem, was man braucht oder nicht braucht – unter anderem eine Auswahl jeglicher Plastikutensilien, von der jede Take away Küche vor 20 Jahren noch geträumt hätte. Ansonsten haben wir den Tag am Pool ausklingen lassen und einigen Flugzeugen bei Start und Landung zugeschaut. Super Hotel für Planespotter. Und dann hieß es: wieder packen. Diesmal noch besser, damit es morgen nach Bali gehen konnte!
Typisch Deutsch: viel zu früh am Flughafen
Unser Flug nach Bali war zweigeteilt, zunächst ging es von Phuket nach Kuala Lumpur, Malaysia, und von dort nach Denpasar, Bali. Abflug um 13:30? Klar, 10:30 spätestens am Flughafen. Wer weiß, wie voll es ist und so. Und Phuket ist doch sicher ein großer Flughafen, die Insel ist doch ein beliebtes Urlaubsziel zahlreicher Länder, der internationale Terminal wird dann sicher entsprechend groß sein… Naja. Die Halle ist ungefähr so groß wie am Flughafen Paderborn-Lippstadt. Also klein. Es gibt nicht einmal eine Tafel, die einem den richtigen Check-in-Schalter verrät, weil die zwei Schalterreihen schneller abgelaufen sind, als eine Tafel zu lesen wäre. Am AirAsia-Schalter war auch niemand vor uns und so hatten wir innerhalb von 10 Minuten unsere Rucksäcke aufgegeben und die Boardkarten erhalten. Als wir am Gate waren, hatten wir also noch gute zweieinhalb Stunden Zeit bis Abflug, die jetzt irgendwie rumzukriegen waren. Glücklicherweise ist der Flughafen sehr gemütlich und man konnte sich die Zeit mit Frühstück und Souvenirläden abklappern vertreiben. Und einen Flughafen mit Meerblick hatten wir vorher auch noch nicht gesehen. Trotzdem waren wir froh, als irgendwann endlich das Boarding begann… Thailand, wir sehen uns irgendwann wieder!