Phuket Teil 2: Kurzbesuch in Patong und endlich blauer Himmel

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Hotelbuffet (muss man ja ausnutzen, die nächsten Tage wird das Frühstück wieder etwas rustikaler ausfallen) ging es mit dem Taxi zurück zum Surin Beach. Das Hotel war wirklich toll und wir haben den Tag am Pool sehr genossen, aber die Rückkehr zum Surin Beach sollte dadurch nicht getrübt sein. Endlich war die Wolkenfront weg und gab den Blick frei auf einen blauen Himmel mit passender und auf der Haut äußerst brutzelnder Sonne. Nach einer Kokosnuss-Stärkung ging es dann los zu einem kleinen Abenteuer: direkt südlich des Surin Beach liegt der Laem Singh Beach, der vor einigen Jahren noch ein touristisch erschlossener Stadt mit Imbissbuden, Liegen und Freizeitangeboten war. Vor einigen Jahren wurde allerdings das Land oberhalb des Strandes verkauft, der öffentliche Zugang war damit dahin. Allerdings kann man noch ihn noch legal über die Klippen des südlichen Surin Beachs erreichen. Wir empfehlen festes Schuhwerk. Wer den etwa dreißigminütigen Weg auf sich nimmt, wird belohnt mit einem (mittlerweile) menschenleeren und unberührten Strand mit kristallklarem Wasser – und dem, was die Flut so anspült. Man guckt also besser nur zum Meer und nicht auf das, was alles weiter hinten am Strand liegt.

Aus Grau wird Blau

Nach einer Stunde am „hidden beach“ haben wir den Rückweg angetreten. Der Strand war an sich wirklich schön, aber der vermüllte Hintergrund hat es uns ein bisschen versaut. So richtig verweilen und entspannen wollte man dort auch nicht. Der Strand ist ein typisches Beispiel für einen Ort, an dem man schöne Instagram-Fotos macht, dafür aber die hässliche Umgebung ausblenden und ignorieren muss. An solchen Orten hat bzw. hätte der Tourismus auch irgendwo seine guten Seiten: an einem öffentlichen Badestrand mit entsprechender Infrastruktur gäbe es dieses Müllproblem nicht, da der Strand für die Gäste gereinigt würde. Naja, hat alles Vor- und Nachteile.

Trotzdem fanden wir den Ausflug lohnenswert. Erst recht, weil der Himmel sich an diesem Tag endlich mal in blauem Gewand zeigte und der Surin Beach bei unserer Rückkehr im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz anderen Licht dastand. War der Strand bislang eher eine verlassene Bucht mit zahlreichen geschlossenen oder sogar verwahrlosten und verlassenen Buden wurde dem Strand mit der Sonne automatisch Leben eingehaucht. Viele Menschen waren am Strand, die Stände an der „Promenade“ waren alle geöffnet und das Meer lud auch endlich zum Schwimmen ein. Die Wellen waren hoch, aber nicht zu hoch und trotz roter Flaggen gab es einen bewachten Bereich, in dem man sich unbesorgt in die Fluten stürzen konnte.

Gekrönt wurde der Tag von einem atemberaubenden Sonnenuntergang, den wir bei unserem neuen Lieblingsrestaurant Audy’s bestaunen durften, natürlich mit Bier und Thai-Food. Surin Beach, so gefällst du uns!

Patong – oder: „Hat man das auch mal gesehen“

Am nächsten Tag sollte es mal wieder einen Ausflug geben. Patong lag nur eine Halbe Stunde weiter südlich und ist DER Ort und Strand in Phuket, den man als erstes auf Bildern oder in Videos sieht, wenn es um die Insel geht. Wenn man einen Vergleich ziehen will, ist Patong der Ballermann und seine Bangla Road die Schinkenstraße Thailands. Unsere Erwartungshaltung war dementsprechend. Also niedrig. Aber einmal da gewesen sein wollten wir schon. Also ging es mit dem Smartbus am frühen Nachmittag nach Patong. Der Bus hat uns direkt an der Bangla Road rausgelassen, die die Hauptstraße Patongs mit der Strandpromenade verbindet. Zu dieser Zeit war noch nicht allzu viel los, allerdings hatte man durch die vielen Clubs, Kneipen und Bars, inklusive schon (oder noch?) betrunkener Gäste schon einen guten Eindruck, wie es hier wohl nachts zugehen muss. Ein Gang durch die Straße zu dieser Uhrzeit hat uns deshalb auch gereicht und es zog uns dann eher an den Strand.

Patong Beach war deutlich belebter als Surin Beach, das ist vermutlich ganzjährig so. Und das hat natürlich Vor- und Nachteile. Ein Vorteil war, dass wir keine Mühe hatten, einen geeigneten Platz für ein kühles Getränk zu finden (inklusive Stühle und Sonnenschirm), denn an Verkaufsständen mangelt es hier nicht. Ein Nachteil: alle wollen einem etwas verkaufen. Wirklich alle. Und alles. Ketten, Armbänder, Jetski, Paragliding… als uns dann jemand hartnäckig Sonnenbrillen verkaufen wollte, obwohl wir welche trugen (und dann beleidigt war, als wir beim dritten „No thank you“ etwas weniger freundlich waren), wurde es uns zu bunt und wir sind weiter den Strand lang spaziert (was allerdings viele weitere „no thank you“s nach sich zog). Am Ende der Strandpromenade war uns dann klar: weg hier. Gerade im direkten Vergleich war Surin Beach so viel schöner, sowohl landschaftlich als auch was die Ruhe anging, dass es uns dort schnell wieder hinzog.

Der Surin Beach begrüßte uns an diesem Abend auch wieder mit einem spektakulären Sonnenuntergang. Spätestens jetzt hatten wir den Strand – und damit unsere kurzzeitige Heimat – richtig ins Herz geschlossen.

Tag der Stubenhocker

Der nächste Tag war ein Sonntag. Zeit, mal etwas zur Ruhe zu kommen. Gut, Wochentage spielen für uns gerade nicht wirkliche eine Rolle, aber man kann es sich ja so schönreden. Trotz gar nicht mal schlechtem Wetter hatten wir uns für diesen Tag vorgenommen, an den Laptops zu sitzen und zu „arbeiten“. Irgendwann muss man diese Texte ja auch mal schreiben und die Videos wollen auch geschnitten werden. Der Frühstückstisch wurde kurzerhand zum Büro umfunktioniert und bis auf eine kurze Kaffeepause (mit echtem Kaffee von einem kleinen Café an der Straße) war tatsächlich Produktivität angesagt.

Belohnt haben wir uns dafür abends einerseits mit einem ersten Ausflug in unseren Dachpool, dem wir bis dahin wenig Beachtung geschenkt hatten (zu Unrecht, denn bis auf die wie im Gebäude überall üblichen Gebrauchsspuren war der Pool und vor allem die Aussicht echt schön) und andererseits durch bestelltes Essen. Grab ist nämlich nicht nur eine App, um sich ein Taxi zu bestellen, sondern die Taxis bringen dir auch Essen aus umliegenden Restaurants. Statt Thai Food gab es heute mal Wrap, Burger und Pommes, muss auch mal sein!