Oh wie schön ist Kambodscha: Ein erster Eindruck von Phnom Penh
Weihnachten in der AEON Mall
Unsere erste Nacht in Phnom Penh war leider wieder mal eine sehr kurze und eher unruhige. Eigentlich dachten wir, dass unser fensterloses Zimmer zwangsläufig für guten Schlaf sorgt (wo kein Fenster, da kein Licht oder Geräusche), allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass unmittelbar über unserem Zimmer kein weiteres Zimmer lag (obwohl das Hotel zweistöckig war), sondern sich direkt ein Wellblechdach befand. Das wurde uns nachts bewusst, als wir durch sehr laut trommelnden Regen geweckt wurden. Und wie in Asien üblich waren es mehrere kurze, heftige Schauer, sodass man ständig einschlief und wieder aufwachte. Entsprechend gerädert waren wir am nächsten Morgen. Die Regenschauer waren auch noch nicht ganz weitergezogen, sodass wir nach dem Hotelfrühstück (das war immerhin in Ordnung) entschieden haben, in eine große Mall zu fahren um uns so mit Dach über dem Kopf die Zeit zu vertreiben.
Die AEON Mall war eine zehnminütige Tuktukfahrt vom Hotel entfernt (endlich wieder Tuktuks, in Vietnam gab es die gar nicht) und setzte unseren positiven Eindruck von Phnom Penh fort. Groß, modern und sauber. Und irgendwie wieder sehr westlich. Nicht nur wegen der vielen internationalen Produkte im Supermarkt oder den vielen bekannten Läden (Adidas, Decathlon, H&M und Co.), sondern vor allem wegen der Dekoration. Weihnachtsbäume wohin man nur blickte – pünktlich zur Weihnachtsmarktsaison in Deutschland wurde auch hier die Weihnachtszeit eingeläutet, obwohl Kambodschaner jetzt nicht wie das typische Weihnachtsvolk wirken. Uns hat es gut gefallen, zum einen, weil es für uns sehr unerwartet war, zum anderen und vor allem aber deshalb, weil man so ein richtig schönes heimisches Gefühl bekam. Irgendwie war halt bald Weihnachten, auch für uns, auch hier am anderen Ende der Welt…
Kaffee, Shopping, Ballerspiele – und Mittagessen
In der Mall bekamen wir zwar nicht mit, ob das Wetter besser wurde, das war uns aber erstmal egal. Wir konnten uns hier sehr gut die Zeit vertreiben, sind durch Läden spaziert, haben uns an dem Weihnachtsschmuck erfreut, einen leckeren Kaffee getrunken und am Ende sogar ein paar Dollar in einer Spielhalle verpulvert (im wahrsten Sinne des Wortes – wir hatten einen Ballerspiel-Automaten ausgesucht). Muss auch mal sein.
Beim Verlassen der Mall wurden wir dann tatsächlich von blauem Himmel und Sonnenschein begrüßt. Und letzterer haute wieder in gewohnter asiatischer Manier rein – und war vielleicht sogar noch etwas heftiger als zuletzt in Vietnam. Zeit für Schatten. Und Mittagessen! Google Maps hat uns ein sehr gut bewertetes veganes Restaurant nahegelegt, das wir daraufhin ansteuerten. Bong Bonlai befindet sich im Innenhof eines kleinen Hotels, sehr unscheinbar, sowohl der Laden selbst als auch die Gasse, in der er sich befindet. Wer aber einmal da ist, bekommt ein schönes Plätzchen im Schatten und sehr leckeres Essen. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, nochmal wieder zu kommen (und das auch tatsächlich einige Wochen später geschafft!).
Sightseeing bis zum Regen
Gestärkt ging es anschließend durch grüne Gassen durch Phnom Penh. Auch abseits der modernen Geschäfte und Fassaden hat uns die Stadt richtig gut gefallen. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, sei es ein kleines Café, ein schönes Haus oder einfach nur viel Grün. Wir haben außerdem mehr oder weniger zufällig die Bassac Lane gefunden und durchquert, Phnom Penhs Partystraße, die nur aus Bars und Kneipen besteht. Zu dieser Zeit natürlich sehr ausgestorben (was uns aber nicht gestört hat). Vom Ende der Bassac Lane konnten wir dann auch schon das große Unabhängigkeitsdenkmal sehen, das seit 1958 einen großen Kreisverkehr im Stadtzentrum schmückt. Auch einen schönen Tempel haben wir noch entdeckt. Dann mussten wir unser Sightseeing allerdings abrupt abbrechen, denn der Himmel wurde schlagartig bedrohlich dunkel. Gut, dass wir eh wieder auf dem Rückweg ins Hotel waren. Und gut, dass man hier so einfach und schnell ein Tuktuk rufen kann, in das wir genau in der Sekunde einstiegen, in der der Regen einsetzte. Schwein gehabt!
Königlicher Palast und königlich gute Nudeln
Der Hunger trieb uns abends nochmal vor die Tür, außerdem hatten wir uns heute eher im südlichen Teil des Stadtzentrums rumgetrieben und wollten den Norden nicht auslassen. Vom Hotel aus waren es knappe zehn Minuten Fußweg zum Königspalast (das muss man dem Hotel lassen: die Lage ist wirklich gut). Der war zwar zur Zeit geschlossen und wurde renoviert, wurde aber trotzdem weiterhin abends von Licht angestrahlt, was den ganzen Palast golden leuchten lässt. Wirklich sehenswert – und gut, dass wir hier abends hin sind! Anschließend ging es ein Stück am Tonle Sap entlang, dem großen Fluss, der (neben dem Mekong) durch die Stadt fließt. Die Flusspromenade bot ein buntes Treiben: Partyboote, die einen mit Cocktail-Flatrates anlockten, Tanzgruppen, Leute auf Fitnessgeräten (uns war schon vom zugucken warm) und viele Touristen. Kulinarisch war hier auch für jeden etwas dabei. Viele Restaurants waren französisch angehaucht (sowohl was die Küche als auch was die Architektur betrifft, denn wie Vietnam hat Kambodscha eine französische Geschichte), uns zog es aber zu einer Empfehlung aus einem Reiseblog. David’s Restaurant ist ein unscheinbarer kleiner Laden in einer Seitengasse, in dem es kambodschanische und allgemein asiatische Küche gibt – vor allem aber mit selbstgemachten Nudeln, die direkt vor unseren Augen geknetet und gezogen wurden. Die Wartezeit zwischen Bestellung und Essen war so auf jeden Fall nicht langweilig! Und das Essen war auch wirklich gut. Leider haben wir es kein zweites Mal dort hingeschafft, hätten aber im Grunde hier jeden Tag essen können. Die Empfehlung des Blogs können wir also auf jeden Fall unterschreiben und weitergeben!