Nusa Lembongan Teil 2: Inselerkundung mit dem Roller
Mit klapprigem Roller zum Dream Beach
Alle sagen ja, in Asien musst du Roller fahren. In Thailand, in Vietnam und auf Bali sowieso. Roller fahren sei hier echt einfach und einen zu leihen sowieso. In Teilen stimmt das, in anderen wiederum nicht. Einen zu leihen ist tatsächlich kinderleicht und wer es drauf anlegt, brettert innerhalb von fünf Minuten ohne Helm, ohne Führerschein und wahlweise auch ohne Schuhe mit dem Scooter über die Insel. Ob man das möchte und somit als Tourist mutwillig die Gesetze eines Landes bricht, um das dann als „total locker“ auszulegen, ist die andere Frage. Aber genug davon. Fühlten wir uns auf Phuket noch nicht wirklich bereit dazu und hatten wir in Kuta und Ubud noch Angst um unser Leben, schien uns Nusa Lembongan der richtige Ort für unsere erste Rollerfahrt zu sein. Erstens fahren hier fast nur Roller, zweitens vergleichsweise wenige und drittens hat unsere Unterkunft selbst welche verliehen. Das war unsere Chance. Der Roller, den wir bekommen haben, hatte schon bessere Tage gesehen – das Tacho war kaputt, die Tankanzeige ebenfalls, die Bremsen…bremsten, wenn man wirklich musste. Helme gab es auch keine. Ehrlich gesagt: genauso hatten wir uns das Rollerfahren hier vorgestellt.
Das Fahren an sich ging aber wirklich besser als gedacht. Sowohl Linksverkehr als auch das zu zweit auf dem Roller sitzen war schnell kein Problem mehr. Unser erstes Ziel war der Dream Beach, einer der schönsten Strände der Insel. Tatsächlich war er sehr traumhaft, auch wenn die Wellen ordentlich an den Strand peitschten und, wie wir später am Tag feststellen mussten, das Wasser alles andere als Badetemperatur hatte.
Lembongans Hauptattraktion: Devil’s Tears
Unweit vom Dream Beach liegt sowas wie die Hauptsehenswürdigkeit der Insel. Devil’s Tears ist eine kleine felsige Bucht, in die große Wellen gelenkt werden. Wenn die Wellen dann auf die Felsen treffen, wirbeln sie jede Menge Wasser auf, was je nach Wellengröße und -stärke entweder in feinem Wassernebel oder riesigen Fontänen resultiert, die dich einmal komplett abduschen. Wir schienen einen guten Zeitpunkt erwischt zu haben, denn einerseits waren nur wenige Menschen vor Ort und andererseits war gerade Flut, sodass die Bedingungen für schöne Fotos und Videos sehr gut waren. Wir haben uns das Spektakel bestimmt eine Stunde lang angeguckt und bei jeder neuen Welle hat man sich gefreut, wenn die Bucht sie als Devil’s Tears wieder ausgespuckt hat. Dieser Ort war auf jeden Fall ein Highlight auf Nusa Lembongan für uns.
Über die Yellow Bridge nach Ceningan
Zwischen Nusa Lembongan und Nusa Penida liegt die kleine Insel Nusa Ceningan. Mit dem Roller kann man über eine kleine gelbe Brücke von Lembongan nach Ceningan fahren und mit der Routine, die wir uns auf dem Roller die letzte Stunde über angeeignet hatten, fühlten wir uns sicher genug, das zu tun. Die Brücke ist sehr schmal und bei Gegenverkehr muss man ziemlich gut seine Spur halten, außerdem ist die Brücke vor Jahren mal eingestürzt und hat einige Menschen in den Tod gerissen. Das haben wir zum Glück erst hinterher gelesen. Auf der anderen Seite haben wir dann unsere Erkundungstour fortgesetzt. Nusa Ceningan machte für uns einen noch etwas ursprünglicheren Eindruck, wir haben hier an den Straßen weniger Cafes und Hotels, sondern eher den Alltag der Bewohner gesehen. Ein paar Attraktionen hat die Insel aber trotzdem zu bieten. Zum einen ist der kleine Kanal zwischen Lembongan und Ceningan sehr schmal und flach, was das Wasser hier besonders türkis wirken lässt. Der Kanal ist außerdem gespickt mit jeder Menge Schaukeln (von denen es unserer Meinung nach aber deutlich schöner gelegenere gibt). Am südlichen Ende der Insel liegen außerdem die beiden schönen Strände bzw. Buchten der Insel: Blue Lagoon auf der einen Seite und der Secret Point Beach auf der anderen. In und an letzterem haben wir uns auch eine Zeit lang aufgehalten, weil der Strand sehr schön und auch angenehm leer war (trotz der Tatsache, dass sich hier doch schon einige Hotels angesiedelt haben). Anschließend ging es mit dem Roller ein weiteres Mal über die klapprige Brücke zurück nach Nusa Lembongan.
Sunset Beach und Sonnenbrand
Nach einem kurzen Erholungsstopp im Hotel ging es für den Sonnenuntergang noch einmal mit dem Roller Richtung Westen. Eigentlich wollten wir zum Sunset Beach, weil man hier gemäß dem Namen den Sonnenuntergang besonders gut sehen kann. Allerdings wollte sich der Zugang nicht von uns finden lassen, sodass wir am Ende im Sandy Bay Beach Club gelandet sind, einem schon etwas gehobenen Restaurant am Sunset Beach mit Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang, der aber an dem Tag eh etwas hinter Wolken versteckt blieb.
Unser erster Rollertag war wirklich schön. Ohne Roller kommt man auf Nusa Lembongan nicht weit, möchte man nicht sehr viel laufen oder sehr oft ein Taxi rufen. Für uns war es dafür perfekt, vor allem, weil der Verkehr hier weit weniger nervig ist. Ein anderer bleibender Eindruck vom Tag war leider ein übler Sonnenbrand im Nacken, der uns erst abends auffiel. Man merke: Fahrtwind weht keine UV-Strahlung weg und auch wenn es sich beim Fahren nicht so anfühlt, die Sonne verbrutzelt einen ordentlich hier auf Bali. Hätten wir zu dem Zeitpunkt eigentlich schon wissen müssen…