Nusa Lembongan Teil 1: Eine abenteuerliche Anreise

Nach vier Tagen sollten wir heute Padang Bai den Rücken kehren und auf Nusa Lembongan übersetzen. Nusa Lembongan ist eine kleine Insel südöstlich von Bali. Kleiner als Nusa Penida, größer als Nusa Ceningan, aber von allein drei „Nusas“ die mit der besten Infrastruktur. Vier Tage wollten wir hier die schönen Strände und „richtiges Inselfeeling“ genießen. Denn obwohl Bali ja selbst eine Insel ist, sollte es auf den Nusa-Inseln noch diesen richtigen Inselflair geben, also noch ein bisschen entspannter zugehen. Eigentlich dachten wir – und irgendwie wäre es ja auch logisch – dass man von Padang Bai, einem Ort der gefühlt zur Hälfte aus Hafen besteht, gut und bequem nach Nusa Lembongan übersetzen kann. Wir wurden allerdings eines Besseren belehrt.  Direkt aus Padang Bai legen üblicherweise nur Boote zu den Gili Inseln sowie nach Lombok ab, alles andere scheint dann eher eine Ausnahme oder privater Natur zu sein. Vielleicht war das vor Corona auch noch anders und lohnt sich noch nicht, aber wer nach Nusa Penida oder Nusa Lembongan will, muss sich einen anderen Hafen suchen. Zwar locken etliche örtliche Anbieter mit Bootstouren nach Lembongan, allerdings sind das dann auch keine Direktverbindungen, sondern enthalten eine Autofahrt zu einem Hafen, von dem aus dann ein Boot ablegt. So haben wir das letztendlich auch gemacht, allerdings haben wir uns das selbst organisiert. Von Padang Bai ging es dafür zunächst eine halbe Stunde Richtung Westen zum kleinen Hafen Kusamba. Hier fahren ein paar Boote pro Tag nach Nusa Penida, außerdem gibt es zweimal pro Tag ein Boot nach Nusa Lembongan. Der Hafen ist auch eigentlich kein Hafen, sondern einfach eine kleine Open-Air-Wartehalle am Meer, in der man sich die Zeit bis zur Abreise vertreibt und sich auch noch mit Snacks und Getränken eindecken kann. Die Überfahrt ist mit 15€ pro Person nicht ganz günstig, aber dauert dafür auch nur 30 Minuten – und ist wirklich sehr abenteuerlich. Auf jeden Fall abenteuerlicher, als wir (und viele andere Touristen mit uns) dachten.

Zweites Abenteuer oder: wie man ein Boot nach Nusa Lembongan besteigt

Etwa eine halbe Stunde vor geplanter Abfahrt sahen wir dann zwei Männer in einem kleinen Boot vom Strand aus zu einem größeren Boot rudern. Die Wellen waren nicht grad klein und es dauerte seine Zeit, aber irgendwann waren sie an Bord und warfen ein dickes Tau in Richtung Ufer. Daran wiederum zogen einige Männer das Boot fast an Land. Wir haben das Spektakel aus der Ferne beobachtet und uns gefragt, was da wohl genau passiert, bis uns irgendwann klar wurde: das würde unser Boot werden! Die Männer, die sich eben noch die Seele aus dem Leib gezogen haben, bauten schnell einen improvisierten Metallsteg auf und ließen uns immer dann, wenn eine Welle den Steg nicht wieder halb zerstörte, in kleinen Gruppen auf das Boot rennen. Und mit rennen meinen wir wirklich rennen, man rannte um sein Leben – oder zumindest dafür, dass man es trocken schaffte. Das war einer der Momente, wo wir sehr froh, nur mit Rucksäcken zu reisen, während einige um uns herum ihre Hartschalenkoffer mühsam auf dem Kopf balancierten. Als alle Passagiere auf das kleine Boot gelangt waren, auf dem wir jetzt wie in einer Sardinendose zusammenstanden, wurde uns klar, dass das nur das Beiboot war. Von diesem ging es dann rüber in das eigentliche Boot, in dem man auch vernünftig sitzen konnte. Und dann ging es endlich mit ordentlicher Geschwindigkeit nach Nusa Lembongan. Wir sind über einige Wellen gehüpft und durch die Fenster spritze ordentlich Meerwasser in die Gesichter, aber die Fahrt hat echt Spaß gemacht. Zumindest, wenn man einigermaßen seefest ist…

Drittes Abenteuer oder: wie Taxifahren auf Nusa Lembongan funktioniert

Das Boot steuerte den Jungutbatu Beach an, dem langen Sandstrand im nördlichen Inselteil. Allerdings gibt es auch hier keinen Steg und diesmal wurde auch keiner aus dem Hut gezaubert. Das Boot fuhr so weit zum Ufer, wie es kam. Was bedeutete, dass man es irgendwie schaffen musste, mit Sack und Pack vom Boot ins Wasser zu springen und dann den Rest der Strecke zu waten. Also Schuhe aus und los! Etwa knietief war das Wasser schon noch und man hatte etwas Angst um seine Wertsachen. Aber wir waren immerhin nicht die Fraktion Hartschalenkoffer, also kamen wir noch sehr gut aus der Situation raus. Unsere Unterkunft hatte praktischerweise den Transport inbegriffen, wir wurden deshalb noch mit dem Taxi von Jungutbatu zur Mushroom Bay kutschiert, die im südwestlichen Inselteil liegt. Die Taxis auf Lembongan sind – soweit wir mitbekommen haben – die einzigen vierrädrigen Fahrzeuge der Insel und fahren alle elektrisch. Ohnehin sind die Taxis keine normalen Autos, sondern eher kleine Pickups, deren Ladefläche zu einer überdachten Sitzfläche umgebaut ist. Man sitzt auf Bänken quer zur Fahrtrichtung und Gurte gibt es auch nicht. Was an sich kein Problem wäre, wenn unser Fahrer nicht wie ein Wahnsinniger über Hügel und durch enge Kurven zu unserer Unterkunft geheizt wäre. Man musste sich auf jeden Fall entscheiden: halte ich mich am Auto fest oder doch lieber das Gepäck? Am Ende ist aber alles, inklusive uns, heil angekommen. Und das war dann auch erstmal genug Abenteuer für heute.

Erholung vom Abenteuer oder: ein Abend voller Hunde und leckerem Essen

Für die nächsten vier Nächte waren wir Gäste im Alam Nusa, einer kleinen Unterkunft in der Mushroom Bay von Nusa Lembongan. Das Alam Nusa besteht aus lediglich fünf Hütten, in der je zwei Personen Platz finden. Die Hütten sind super schön eingerichtet und haben jeweils ein großes Außenbad. Der Strand war nur ein paar Gehminuten entfernt und die Straße am Hotel hatte vom Supermarkt über Bars und Restaurants bishin zu Klamotten- und Souvenirläden alles zu bieten, was der Tourist so braucht. Wir waren auf jeden Fall sehr begeistert und würden da jederzeit wieder buchen. Bis zum Sonnenuntergang haben wir es uns nach einem Willkommensdrink in der Unterkunft am Strand gemütlich gemacht, wo wir erstmal von einigen Hunden auf der Insel begrüßt wurden. Am Ende hatten wir eine kleine Hundegang bei uns versammelt, die auch gar nicht mehr weg wollten (und wir irgendwie auch nicht). Der Hunger trieb uns etwas den Strand entlang bis zum Hai Bar & Grill Restaurant, das nicht nur schon von weitem mit seiner tollen Beleuchtung auf sich aufmerksam macht, sondern auch mit tollem Meerblick und sehr guter Küche lockt. Nusa Lembongan hat sich an dem Abend schon alle Mühe gemacht, uns herzlich zu empfangen – wir hatten jetzt schon sehr große Lust auf die nächsten Tage!