Mit dem Rad über die Insel: Licht und Schatten auf Caye Caulker

Da Caye Caulker, vor allem der belebte, begeh- und befahrbare Teil, ziemlich klein ist, lässt die Insel sich ziemlich gut einmal komplett umrunden. Besonders gut und effizient mit unseren Fahrrädern. Für einen Tag hatten wir uns deshalb vorgenommen, den erschlossenen Teil der Insel einmal abzufahren. Los ging es im Süden, auf dem sich das Dorf und – noch weiter südlich – unsere Unterkunft befand. Direkt hinter unserer Unterkunft war es leider relativ müllig, hier wurden anscheinend aktuell die eigentlich für das Ökosystem wichtigen Mangrovenwälder trockengelegt, um Baufläche zu schaffen. Die Insel erweitert sich stetig, sicher gut für den Tourismus, aber schlecht für die Natur. Also wie immer und überall. Fairerweise muss man dazu sagen, dass an anderen Stellen der Insel Mangrovenwald auch wieder aufgeforstet wird. Am Ende dieser Baufläche befindet sich die Lagune, an der wir uns schon den Sonnenuntergang angeschaut hatten. Seine Ruhe wird man dort also wohl nicht mehr lange haben.

Noch weiter südlich kommt man am kleinen Flughafen von Caye Caulker vorbei. Hier starten und landen kleine Propellermaschinen, mit denen man schnell nach Belize City oder zu anderen Inseln kommt. Und noch weiter südlich, am südlichen Zipfel Caye Caulkers, haben wir ein weiteres Baugebiet entdeckt, an dem auch schon einige Häuser und Hotels stehen. Hier sah alles danach aus, als würden hier Investoren und gut betuchte Privatpersonen Immobilien kaufen bzw. bauen. Zugegeben, es sah alles wirklich chic aus, aber von dem Bunte-Holzhäuser-Karibikvibe war leider nicht mehr viel zu spüren.

…und von „Split to Split“ in den Norden

Vom südlichen Zipfel aus kann man gut eine Runde am Ufer entlangfahren, bis man am anderen Ende des Flughafens wieder herauskommt.  Anschließend arbeiteten wir uns wieder bis zum Dorf vor. Am Split, direkt neben dem Lazy Lizard, fährt eine kleine Fähre zur Nordinsel, die wir uns auch einmal anschauen wollten. Für unsere beiden Räder inklusive uns haben wir ein Kombiticket für 15 Belize-Dollar, also ca. 7 Euro gekauft. Die Fahrt dauert zwar nur ein paar Minuten, man fährt dafür aber durch das wohl türkisblaueste Wasser aller Zeiten. Allein dafür lohnt sich die Fahrt irgendwie schon. Auf der Nordinsel selbst war nicht viel los. Viel Baugebiet, viel leere Fläche. Noch. Denn auch hier gibt es schon große Pläne für Hotels und Apartmentgebäude, die man teilweise schon kaufen kann, bevor sie überhaupt gebaut werden. Wir sind bis zum Blue Zen Hotel gefahren, das zu unserem Zeitpunkt teuerste und luxuriöseste Hotel auf Caye Caulker, ansonsten haben wir nur vereinzelte Restaurants und ein komisches Haus, das wie Spongebob Schwammkopfs Ananas aussah, gesehen. Wer sich für eine Unterkunft auf der Nordseite von Caye Caulker entscheidet, hat entweder schlecht recherchiert oder will seine Ruhe haben. Die hat man hier auf jeden Fall, zumindest deutlich eher als auf der Südinsel.

Cocktail und Tiere im Iguana Reef Inn

Zurück auf der Südseite wollten wir noch einen Punkt auf der Liste der Dinge abhaken, die einem für Caye Caulker mehrheitlich genannt und empfohlen werden. Das Iguana Reef Inn ist eines der wenigen Resorts der Insel, bietet also neben dem eigentlichen Hotelgebäude eine Bar und sogar so etwas wie einen Badestrand. Und da es auf der Westseite – also der dem Festland zugewandten Seite – liegt, ist dieser Strand so gut wie immer seegrasfrei. Im Gegensatz zur anderen, dem offenen Meer zugewandten Seite, an der wir unseren ersten richtigen Sargassum-Teppich gesehen haben (von denen in Mexiko noch einige folgen sollten). Das Iguana Reef Inn selbst ist relativ teuer, für uns sowieso außerhalb des Budgets gewesen, der Strandbereich ist aber auch für Nicht-Hotelgäste zugänglich. Wer sich auf eine der Sitz- oder Liegegelegenheiten niederlässt, muss allerdings was bestellen (zumindest dann, wenn man dem Personal auffällt). War uns aber recht, so hatten wir eine Rechtfertigung, unseren ersten Cocktail mit belizianischem Rum zu trinken, der angeblich sehr gut sein soll. Neben alkoholhaltiger Verpflegung und Meerzugang bietet das Resort auch noch gefühlt einen halben Zoo – allerdings mit Wildtieren. Neben Pelikanen, die fast schon bedrohlich groß sind und regelmäßig am Strand landen, um unbeobachtetes Essen zu klauen, schwimmen im flachen Wasser zahlreiche (und nicht weniger bedrohlich große) Stachelrochen. Die werden zwar vom Resort jeden Tag gefüttert und somit angelockt, wodurch man davon halten kann, was man will, sie aber so in freier Wildbahn hautnah zu erleben, war trotzdem cool. Den süßen Abschluss bildet das kleine Seepferdchen-Habitat, das man von einem Steg aus und bei näherem Hinsehen und mit etwas Glück einige der kleinen Tierchen beobachten kann. Das Iguana Reef Inn war ein cooler und entspannter Abschluss unserer Radtour – und falls es uns nochmal mit höherem Budget bis nach Belize und Caye Caulker verschlägt, sicherlich auch in der näheren Hotelauswahl.