Karibik in Costa Rica: Entspannte Tage in Puerto Viejo
Stylische Läden…
Puerto Viejo ist aus verschiedensten Gründen ein beliebtes Urlaubsziel für Costa-Rica-Reisende. Besonders Backpacker verbringen hier einige Tage, bevor sie entweder ihre Reise durch Costa Rica hier starten oder sie enden lassen, denn von hier aus ist es nicht mehr weit bis Panama. Puerto Viejo ist aber auch als Stadt an sich eine kleine Attraktion. Hier gibt es viele hippe Cafés und Läden und man bekommt an jeder Ecke das perfekte Outfit für ein paar Tage Strand und Karibik, sollte man es nicht schon dabeihaben. Und trotz dieser modernen Ausstattung und der ganz klar auf Tourismus ausgelegten Infrastruktur hat Puerto Viejo diesen typischen Karibik-Charme, was nicht zuletzt auch dadurch kommt, dass es hier keine hohen Häuser oder gar Hoteltürme gibt, sondern alles in Karibik-typischer Holzoptik daherkommt. Puerto Viejo kam uns fast ein bisschen so vor wie ein zentralamerikanisches Key West. Nur nicht ganz so lebhaft und impulsiv. Für die Lautstärke, die auf Key West eher die Bars und Kneipen produzieren, sorgen hier (mal wieder) Autos. Von denen gibt es nämlich (mal wieder) zu viele. Und es gibt (mal wieder) nur eine große Straße, über die alle brettern müssen, die nach Puerto Viejo kommen, aus Puerto Viejo verschwinden oder einfach durch Puerto Viejo durchwollen. Zu Stoßzeiten bahnt man sich als Fußgänger hier regelmäßig seinen Weg an wartenden Autos vorbei. Nicht so schön. Aber wenn man sich die wegdenkt – und versucht, autofreie Fotos zu schießen – ist Puerto Viejo weiterhin ein entspannter Ort an der Karibikküste Costa Ricas.
…und schwarze Strände
Wer die Innenstadt Richtung Westen verlässt, kommt zu einem kleinen Highlight von Puerto Viejo. Dem Playa Negra, an dem der Sand komplett schwarz ist. Je weiter man sich vom wuseligen Stadtstrand entfernt, desto ruhiger und einsamer wird es – und desto dunkler wird auch der Sand. Nach einer Übergangsphase steht man plötzlich auf tiefschwarzem Boden, als liefe man hier durch einen Kohlegrill am Tag nach der größten Grillparty der Welt. Irgendwie surreal, zumindest waren wir ziemlich begeistert, denn so einen schwarzen Sand hatten wir noch nie gesehen. Auf den Kanaren, wo viele Strände so aussehen, vermutlich nichts Besonderes, für uns auf jeden Fall ein Erlebnis. Besonders angetan hat uns die Kombination aus schwarzem Sand und grünen Palmen im Hintergrund, die gerade im Licht der langsam untergehenden Sonne einen echt coolen Kontrast gebildet haben. Coole Sache, vor allem, wenn sie fast direkt vor der eigenen Haustür ist!
Das La Ruka Hostel
Die eigene Haustür war für unsere Zeit in Puerto Viejo das La Ruka Hostel. Für eine private Unterkunft waren wir entweder zu spät dran oder budgettechnisch zu sehr eingeschränkt, vermutlich ein bisschen von beidem. Uns war aber schon bei unserer Ankunft klar, dass wir hier eines der besseren Hostels erwischt hatten. Und mit besser meinen wir: kein Partyhostel, keine Idioten (bedingt sich ja meistens gegenseitig), eingehaltene Nachtruhe und ganz ordentlich ausgestattete Küche. Es gab kostenloses Trinkwasser für alle und morgens wurde Kaffee gekocht. Unser Zimmer hatte außerdem ein eigenes Bad und einen Deckenventilator, durch den es auch ohne Klimaanlage immer sehr angenehm war. Das Hostel war auch optisch echt ein Highlight, alles war grün und die Außenbereiche so in die Natur eingebunden, dass man sich wie im Dschungel gefühlt hat. Daran, dass man dort aber nicht war, erinnerten aber regelmäßig die lauten Trucks, die über die Straße donnerten, die leider direkt am Hostel vorbeiführte. An dieser Geräuschkulisse konnte also auch die Randlage der Unterkunft nichts ändern. Hilfreich gewesen wären allerdings Fensterscheiben, von denen man im La Ruka aber offenbar gar nichts hält. Stattdessen waren die Fenster nur mit Mückennetz und Vorhängen ausgestattet. Optisch top, geräuschtechnisch flop. War aber bis auf einen Abend, an dem sich auf dem Nachbargrundstück für eine (zum Glück gegen Mitternacht endende) Karaokeparty entschieden wurde. Abgerundet wurde das Hostel dann noch durch vier Hunde, einer davon, Ruka, der dreibeinige Namenspatron des Hostels. Das Hostel gehört für uns auf jeden Fall in die Kategorie der „Würden wir nochmal hingehen“-Hostels, was für unsere Ansprüche schon durchaus etwas heißt.
Unser Highlight: Der Playa Cocles
Dadurch, dass unser Hostel außerhalb des Stadtzentrums war, musste man zwar gute zehn Minuten laufen, bis man die nächsten Geschäfte und Supermärkte erreichte, dafür war es umso näher an einem unserer absoluten Highlights von Puerto Viejo. Östlich der Stadt liegt der Playa Cocles, ein toller Sandstrand an einem für die Karibik recht wilden Meer. Der Strand ist riesig, also verteilen sich die (zu unserem Zeitpunkt aber eh wenigen) Besucher sehr gut und man findet immer ein schattiges Plätzchen für sich alleine, das Meer ist angenehm warm und man blickt entweder in die Ferne oder auf die kleine Isla Cocles, zu der man auch hinschwimmen oder fahren kann. Für den Playa Cocles galt für uns aber auch ganz klar: Der Weg ist das Ziel. Denn statt an der lauten Straße entlang zu gehen, kann man einen kleinen Waldweg nehmen, der zwischen Unterkünften und Strand entlangführt. Hier fühlt man sich dann doch wieder wie im Dschungel, spätestens dann, wenn Brüllaffen in den Bäumen über einem klettern oder sich riesige Spinnen ihre Netze zwischen den Ästen bauen. Zweimal hat es uns zum Playa Cocles verschlagen, für uns der schönste Ort (mit schönstem Weg) in und um Puerto Viejo, der ganz klar mit dem Strand von Santa Teresa darum kämpft, der (für uns) schönste Strand Costa Ricas zu sein.