Fünf Tage Inselfeeling: Ausspannen auf Koh Rong Sanloem

Heute war es soweit. Nach einer holprigen, viel zu langen und vor allem unkomfortablen Reise von Battambang nach Phnom Penh, einer leider nicht großartig komfortableren Reise nach Sihanoukville und einer leider wenig erholsamen Nacht dort (eine Mischung aus zu lauter Klimaanlage und nerviger Wasserpumpe vor dem Zimmer, was in Kombination weder für eine kühle, noch für eine stille Nacht sorgte), sollte es heute endlich nach Koh Rong Sanloem gehen. Wir hatten uns schon länger auf die Insel gefreut – und nach den Strapazen, die wir aufgenommen hatten, um überhaupt hinzukommen, fanden wir unsere kleine Auszeit dort auch mittlerweile mehr als verdient. Eine letzte kleine Reise mussten wir dafür allerdings noch bewältigen, denn logischerweise trennte uns noch eine Boots- bzw. Fährfahrt von der Insel. Unter vielen Anbietern haben wir letztendlich Tickets bei Island Speed Ferry gekauft, die zwar nicht gerade gut in Sachen Bewertungen abschneiden, aber dafür Tickets online verkaufen. Vor Ort klappte auch alles problemlos, uns wurden unsere Tickets ausgehändigt und nach kurzer Wartezeit ging es auch schon auf die Fähre. Etwa 40 Minuten dauerte die Fahrt, die zwar etwas holprig, aber sonst ganz entspannt war. Abgesehen von der vollgekotzten Schwimmweste direkt vor uns, die wir zu spät gesehen hatten. Lecker. Am Fähranleger wurden wir sogar persönlich empfangen und zum Resort gebracht, das nur ein paar Gehminuten entfernt lag. Der erste Eindruck konnte direkt schon einiges. Weißer feiner Sand, blaues Meer… Wir hatten zwar noch unsere Schuhe an, aber das sollte sich gleich ändern. Für mehrere Tage.

Das Sky Beach Resort

Koh Rong Sanloem ist eine kleine Insel, die man in etwa einer Stunde zu Fuß erschließen kann. Sie lässt sich grob in drei Hauptbereiche aufteilen, in denen sich der Tourismus abspielt. Im Hauptort M-Pai Bay befinden sich die meisten Backpacker-Unterkünfte sowie Shops und Restaurants. In der Saracen Bay sind teurere Unterkünfte, die dafür direkt am schönsten Strand der Insel liegen. Dazwischen befindet sich mit dem Onederz Hostel allerdings auch eine Backpacker-Unterkunft, die im Gegensatz zum Ableger in Phnom Penh aber eher wie eine typische Hostel-Unterkunft wirkte, in dem die Priorität eher Party mit nerviger, lauter Musik als der Erholung galt. Am südöstlichen Zipfel wiederum sind eher gehobenere Unterkünfte, die eher abseits liegen und meist einen eigenen Bootsanleger haben. So zumindest unser subjektiver Eindruck. Da wir es uns mal ein paar Tage gut gehen lassen wollten, haben wir uns für eine mittelpreisige Variante in der Saracen Bay entschieden. Für immer noch sehr günstige 50€ pro Nacht haben wir im Sky Beach Resort einen kleinen Bungalow bekommen, von dessen Terrasse wir direkten Meerblick hatten. Das Resort besteht aus nur einer Handvoll Hütten auf einem eigenen Strandbereich mit Sonnenliegen. Die Rezeption ist gleichzeitig das Restaurant, in dem wir morgens Frühstück bekommen haben und uns auch die restliche Zeit des Tages mit Getränken und Snacks versorgt hat, wenn Bedarf bestand. Den ursprünglich für drei Nächte geplanten Aufenthalt haben wir direkt auf fünf Nächte verlängert, weil es uns auf Anhieb so gut gefallen hat. Für uns hat hier alles gestimmt. Vom Blick auf Sand, Meer und Palmen direkt vom Bett aus über das gute inbegriffene Frühstück mit Pancakes, frischem Obst und Säften bis hin zum tollen Strand, in dem wir jeden Tag schwimmen waren. Außerdem hatten wir sehr lieben Hunde- und Katzenbesuch auf unserer Veranda. Was will man eigentlich noch mehr?

Traumstrand mit Wermutstropfen

Der Strand vor unserem Bungalow hat uns schon bei unserer Ankunft begeistert. Schneeweißer feiner Sand, kristallklares Wasser, leichter Wellengang. Und eine sehr angenehme Temperatur. Wir haben uns jeden Tag die hoteleigene Matte geschnappt, auf der wir beide liegen, stehen oder irgendwelche Faxen machen konnten. Nach einem ersten Gang an der Saracen Bay entlang wurde uns auch schnell klar, dass unser Strandabschnitt mit Abstand der schönste und gepflegteste der ganzen Bucht war. Denn leider war auch dieser Strand nicht vor angespültem Müll gefeit, der jeden Tag gegen Nachmittag auf die Küste traf. Mit dem Unterschied, dass das Personal unseres Resorts sehr darum bemüht war, das Treibgut zusammenzukehren und einzusammeln, was man von anderen Hotels leider nicht behaupten konnte. Viele Hotels entlang der Bucht waren offensichtlich nicht in Betrieb oder gar komplett aufgegeben, sodass sich dort logischerweise niemand drum kümmerte, aber auch bei bewohnten Unterkünften sah der Strand oft echt vermüllt aus, warum auch immer. Wir waren so jedenfalls umso glücklicher mit unserer Wahl und konnten unseren Strandabschnitt fast immer müllfrei genießen. Das ein oder andere Plastikteil, das hin und wieder vorbei schwamm, erinnerte einen aber leider regelmäßig daran, dass das Strandsäubern eine absolute Sisyphusarbeit ist und eigentlich nicht die Lösung des Problems sein kann.

Ein Alltag zum Gewöhnen

Unsere Tage auf Koh Rong Sanloem haben wir mit ziemlich viel Nixtun verbracht. Obwohl man hier eigentlich ein paar Dinge hätte tun können. Eine Wanderung zum Leuchtturm? Zu weit. Einen Abstecher zum Sunset Beach auf der anderen Seite der Insel? Zu faul. Einmal nach M-Pai Bay fahren? Keine Lust. Und so bestand unser Alltag im Grunde aus Wachwerden, Kaffee, Frühstück, im Meer baden, ausruhen, im Meer baden und abends irgendwo essen gehen. Letzteres kann man auch sehr gut auf der Insel, auch wenn die Auswahl begrenzt und speziell in der Saracen Bay vor allem auf Restaurants der Hotels beschränkt ist. Unsere Wahl fiel dabei vor allem auf das Restaurant des Sara Resorts, das mit guten Burgern und Pizza auf Tischen direkt am Meer punkten konnte sowie auf das Bamboo Jam, dem unserer Ansicht nach mit Abstand besten Laden in der Bucht mit dem besten Curry aller Zeiten. Dafür haben wir den etwa 20-minütigen Weg von unserem Resort auch gerne in Kauf genommen. Leider vergehen die Tage, an denen man genießt, gar nichts zu tun, immer viel zu schnell rum…

Bye bye Koh Rong Sanloem

Nach fünf Nächten hieß es dann leider Koffer bzw. Rucksäcke packen und ab zurück aufs Festland. Wir hätten es hier locker noch ein paar Wochen ausgehalten, allein für den täglichen Weg vom Bungalow durch den Sand ins Meer hätte sich das gelohnt. Aber leider waren täglich 50€ für die Unterkunft plus Einkäufe und Abendessen auf Dauer nicht im Budget – und unser Visum in Kambodscha auch begrenzt. Deshalb ging es schweren Herzens ein letztes Mal durch den feinen Sand (leider wieder in Schuhen) zurück zum Steg – und diesmal auf ein deutlich kleineres Boot zurück nach Sihanoukville. Schön wars hier. Und vielleicht kommen wir ja irgendwann wieder.