Eine tierreiche Tour im Manuel-Antonio-Nationalpark
Der frühe Vogel…
Der Manuel-Antonio-Nationalpark ist ziemlich klein und trotzdem der am meisten besuchte Nationalpark ganz Mittelamerikas. Das liegt wohl besonders an der Tierdichte, was zu einer hohen Wahrscheinlichkeit führt, hier viel zu sehen. Da Tiere aber nicht doof sind und am liebsten unbeobachtet bleiben, sind sie meistens entweder sehr klein oder gut getarnt. Oder beides. Damit wir aber auch wirklich etwas von unserem Besuch im Nationalpark haben (immerhin kostet der Eintritt auch wieder um die 15€ pro Person) und vor allem viel zu sehen bekommen sollten, haben wir eine Tour gebucht, um mit einem professionellen Guide durch den Park geführt zu werden. Wie leider so üblich besucht man solche Parks am besten am frühen Morgen, die Tour startete um 7:30, also saßen wir müde und unmotiviert um 6:45 in einem der ersten Busse von Quepos nach Manuel Antonio. Von der Bushaltestelle führt ein kleiner Weg über mehrere Brücken zum Parkeingang, wo wir unsere Gruppe und unseren Guide Francisco trafen. Der ist tatsächlich Biologie und weiß deshalb nicht nur, wo er die Tiere findet, sondern kann auch genug über sie erzählen. Selbst die kleinsten Vögel und Echsen in meterweiter Entfernung spürte er auf, eines unserer Highlights waren dabei winzige Fledermäuse, die wie flauschige Kugeln an einem Baum hingen. Keine Ahnung, wie er die ohne Fernglas aufgespürt hat, aber allein dafür hat sich die Tour schon gelohnt. Wir wären sonst völlig blind und vermutlich ohne eine einzige Tiersichtung geblieben.
…findet das Faultier
Der Park ist wirklich nicht groß und innerhalb von ein bis zwei Stunden umrundet. Im Herzen des Parks gibt es außerdem eine Cafeteria mit Souvenirshop, was unserer Ansicht nach irgendwie ziemlich unnötig ist. Es ist laut, wuselig und es entsteht viel Müll. Aber klar, hiermit macht man nochmal zusätzlich Asche, denn es ist (zurecht) verboten, eigene Lebensmittel in den Park zu bringen. Wer allerdings in der Cafeteria etwas kauft und dann beschließt, seinen Müll ins Gebüsch zu werfen, wird wohl eher nicht daran gehindert. Naja. Ziemlich erstaunlich war, dass sich trotz der Menschenmassen hier ein Faultier direkt oberhalb der Cafeteria einen Platz zum Verweilen gesucht hatte, angeblich sogar mit Nachwuchs auf dem Arm. Davon sah man allerdings herzlich wenig und die zahlreichen Besucher, die versuchten, ein Foto zu schießen, erwischten maximal den flauschigen Hintern des Tiers. Francisco reichte das genauso wenig wie uns, woraufhin er sich in den Kopf setze, ein besseres Faultier zu finden. Und tatsächlich: Einige Minuten später guckte er plötzlich in die Ferne, zückte sein Fernglas und freute sich wie ein kleines Kind, wirklich „sein eigenes“ Faultier in einem Baum entdeckt zu haben. Es reagierte sogar auf sein Pfeifen und streckte seinen Kopf, um nach der Quelle des Geräuschs zu suchen (bevor es ihn dann faul wieder hängen ließ). Nicht lange und andere Besucher- und Tourgruppen hatten bemerkt, welche Entdeckung wir (bzw. Francisco) hier gemacht hatten und es wurde erwartungsgemäß voll um uns herum. Aber wir waren dank Francisco die ersten und kurzzeitig einzigen, die das Faultier beobachten und fotografieren konnten. Eine wirklich gelungene Tour, die uns am Ende auch ein großzügiges Trinkgeld wert war!
Erholung am Strand
Wer genug von der Tier- und Pflanzenwelt hat oder sich zwischendurch erholen, vielleicht sogar eine Runde schwimmen will, kann das am und im nationalparkeigenen Strand. Der ist wirklich schön und naturbelassen – wie wir mittlerweile wussten ziemlich charakteristisch für Costa Rica. Und wer wie wir früh dort ist, hat den Strand sogar größtenteils für sich. Denn erstens sind früh morgens die meisten Besucher noch mit dem Park selbst beschäftigt, zweitens kommt man ohne Eintrittskarte praktisch nicht dort hin. Schwimmen waren wir zwar nicht, aber genossen haben wir den Strand trotzdem für einige Zeit. Am späten Vormittag füllte er sich allerdings deutlich, vermutlich verbringen hier viele Besucher den Rest des Tages, wenn sie mit der Erkundung des Nationalparks durch waren, wir entschieden uns allerdings für den Rückweg und die weitere Erholung im eigenen Zimmer. Zwar ohne Sand und Meer, dafür aber mit Kaffee und jeder Menge Snacks.