Drei Busse, eine Fähre: Auf nach Quepos
Vier Fahrten bis Quepos
Eigentlich wären wir gerne länger auf der Nicoya-Halbinsel geblieben, denn auch weiter im Norden gibt es schöne Strandorte, die einen Besuch wert gewesen wären. Allerdings ist es in Costa Rica gar nicht so einfach, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen, wie man vielleicht denkt. Die Halbinsel ist jedenfalls nicht komplett mit gut befahrbaren Straßen durchzogen, Busse fahren entweder den Norden oder den Süden an, verbinden aber beides nicht miteinander. Wir hätten also bis ganz nach San José zurückfahren und von dort einen Bus in den nördlichen Teil der Halbinsel nehmen müssen. Das war uns zu umständlich und kleinere Shuttlebusse wiederum zu teuer. Deswegen haben wir uns entschlossen, diesen Teil Costa Ricas auszulassen und uns lieber weiter in Richtung Süden vorzuarbeiten. Unser nächstes Ziel sollte Quepos sein, eine kleine Stadt unweit des Manuel-Antonio-Nationalparks, der sehr bekannt ist und sehr schön sein soll. Dazu mussten wir erst wieder zurück aufs „Festland“, mit anderen Worten: Bus nach Cóbano, Bus nach Paquera, Fähre nach Puntarenas. Das kannten wir ja andersrum schon. Glücklicherweise waren die Busfahrten diesmal viel entspannter als auf der Hinreise. Wir hatten in beiden Bussen Sitzplätze und wieder gute Schattenplätze mit Meerblick auf der Fähre. In Puntarenas hatten wir zudem noch eine Stunde Aufenthalt, in der wir in Ruhe etwas essen konnten, bevor eine letzte, dreistündige Busfahrt nach Quepos anstand. Wir hatten in Santa Teresa kurz mit dem Gedanken gespielt, uns eine zehnmal teurere, dafür um die Hälfte kürzere (und vermutlich deutlich entspanntere) Reise mit einem Taxiboot zu gönnen, uns letztendlich aber vernünftigerweise dagegen entschieden. In Quepos angekommen waren wir dann selbst überrascht davon, wie wenig erschöpft wir diesmal waren. Vielleicht gewöhnten wir uns einfach langsam an die langen Busfahrten in Costa Rica. Das mussten wir auch. Denn es sollten noch einige folgen.
Wohnen im Schuhkarton
In Quepos hatten wir uns für vier Nächte in einem Airbnb einquartiert. Das erste, das einfach wirklich sauber war. Und irgendwie auch sehr süß. Es war klein, aber wir haben uns sofort wohl gefühlt. Wir hatten wieder unsere eigene Küche und haben es trotz der Größe auch gut drinnen ausgehalten. Zumindest dann, wenn es gerade nicht zu warm wurde – es gab zwar eine Klimaanlage, allerdings von der „ich bin ein lauter Kasten im Fenster“-Sorte, die man nicht die ganze Zeit im Hintergrund laufen lassen konnte (oder wollte). Ansonsten war aber auch der Außenbereich ganz nett. Das Airbnb war eine kleine Anlage mit wenigen Zimmern in einem umzäunten und gepflegten Innenhof und in fünf Minuten war man in der Stadt. Wieder mal eine gute Wahl!
Quepos City
Quepos selbst ist, ganz anders als Santa Teresa, Montezuma oder auch Santa Elena in Monteverde eine ziemlich normale Stadt. Zwar gibt es hier auch Touristen und eine entsprechende Infrastruktur, die Restaurant- und Hoteldichte hält sich hier aber eher in Grenzen und übertrifft zur Abwechslung mal nicht die „normalen“ Häuser und Läden. Wir hatten das Gefühl, in einer ganz normalen Stadt zu sein, in der die Leute einfach leben und arbeiten. Die Touristen, die hier absteigen, tun das (so wie wir letztendlich auch) deshalb, weil das deutlich touristischere Manuel Antonio mit seinem gleichnamigen Nationalpark nur eine kurze Auto- oder Busfahrt entfernt liegt, man in Quepos aber deutlich ruhiger und günstiger unterkommt. In Quepos selbst geht deshalb erwartungsgemäß eher wenig, hat uns aber nicht gestört. Eigentlich war es sogar mal eine willkommene Abwechslung, durch eine normale Stadt zu laufen, ohne die üblichen Souvenirläden, dafür mit typischer Küche, wie zum Beispiel ein sehr köstliches Casado im Soda Sánchez. Und auf der Flaniermeile direkt am Meer kann man auch wunderbar sitzen und sich die Zeit vertreiben. Und wohl auch sehr schöne Sonnenuntergänge sehen, wenn man nicht zu faul gewesen wäre, sich abends nochmal zu bewegen…