Cozumel Teil 1: Die nächste Insel-Auszeit

Nach fünf Tagen in unserer traumhaft schönen Wohnung mussten wir uns leider aus Tulum verabschieden. Mit Cozumel wartete aber ein weiteres Highlight von Yucatan auf uns. Die kleine Insel vor Playa del Carmen soll nicht nur ein Paradies zum Tauchen und Schnorcheln sein, sie wirbt aktuell auch damit, auf ihrer dem Festland zugewandten Seite frei von Seegras zu sein. In diesen Tagen noch ein Grund, ihr einen Besuch abzustatten! Dazu ging es zunächst wie in Mexiko mittlerweile gewohnt mit dem ADO-Bus von Tulum nach Playa del Carmen. Diesmal war es ein richtiger Reisebus – und trotzdem ausgebucht. Alles ab Tulum nordwärts ist quasi Touri-Hochburg und wir taten gut daran, unsere Tickets vorab online zu buchen und nicht vor Ort in langen Schlangen auf freie Restplätze zu hoffen. Die großen Busse waren nochmal deutlich komfortabler als die bisherigen Minivans, allerdings meint ADO es mit der Bord-Unterhaltung etwas zu gut. Die besteht nämlich aus (spanischsprachigen) Filmen, die laut aufgedreht jedem Fahrgast ums Trommelfell geschleudert werden. Weder das erste noch das letzte Mal, dass wir den Eindruck hatten, dass das Konzept von Kopfhörern in Lateinamerika gänzlich unbekannt ist.

Mit der üblichen leichten Verspätung erreichte der Bus Playa del Carmen. Um den Ort entsprechend zu würdigen (wenn er es denn wert ist) war uns sowohl das viele Gepäck im Weg als auch die Zeit zu knapp, denn mit etwas Glück konnten wir noch die nächste Fähre erwischen und uns so sinnlose Wartezeit am Pier sparen. Die Eile wurde uns dann gewissermaßen zum Verhängnis, denn vor dem Ticketschalter sind wir auf den womöglich billigsten Trick aller Zeiten reingefallen. Ein vermeintlich offizieller Mitarbeiter verkaufte uns vor dem Office zwei Fährtickets, die zwar gültig waren, sich aber als doppelt so teuer herausgestellt hatten. Ein klarer Fall für Peter Giesel, leider war der schon in Mexiko. Mit etwas Ärger im Bauch ging es dann in einer halben Stunde rüber nach Cozumel. Etwas schaukelig war die Angelegenheit, aber sonst ziemlich unspektakulär. Es war auf jeden Fall die größte Fähre, die wir bislang genommen hatten. Und leider auch die teuerste…

Entspannen im eigenen Garten

Cozumel ist generell etwas hochpreisiger als das Festland. Vielleicht einfach wegen geringerem Angebot und entsprechender Nachfrage, sicherlich aber auch deshalb, weil die Insel regelmäßig von Kreuzfahrtschiffen heimgesucht wird und diese Klientel genug Geld mitbringt, um es hier auszugeben. Das zeigen nicht nur die Filialen bekannter Luxusketten an, sondern schlägt sich auch in den Hotelpreisen nieder. Wir haben ein Airbnb gefunden, das zwar ebenfalls etwas über unserem Wunschbudget lag, aber mit seiner Lage (unsere neue Lieblingslage: nah am Geschehen aber trotzdem nicht mittendrin) und seinem Garten punkten konnte. Der Wohnraum an sich war klein, definitiv unsere kleinste Unterkunft seit langem, trotzdem mit eigenem Bad und eigener Küche. Das Highlight lag aber direkt vor der Tür, denn hier lag ein wunderschöner Garten mit Palmen, Bambus und Liegen, in dem wir mindestens einmal pro Tag eine kleine Sitz- oder Liegepause einlegten. Und Kaffee im Bett mit Blick ins Grüne hat man ja auch nicht jeden Tag. Ganze sechs Nächte haben wir hier verbracht und keine davon bereut. Was den Außenbereich betrifft definitiv eine der schönsten Unterkünfte unserer Reise.

Streifzug durch die Stadt

Cozumels einziger richtiger Ort heißt San Miguel de Cozumel, hier befinden sich die meisten Hotels, Restaurants und Geschäfte sowie die Anleger für Fähren und Kreuzfahrtschiffe. Von unserer Unterkunft aus waren wir nicht nur eine Straße vom Meer entfernt, sondern auch in wenigen Minuten im Ortskern. Der ist sehr touristisch aber trotzdem sehr schön. Auch hier spürt man irgendwie einen Inselvibe, auch wenn die die Insel dafür eigentlich schon viel zu groß und viel zu modern ist. Wenn man aber nicht gerade nur die erste Straße am Meer entlangläuft (die aber sehr fotogen ist), kann man hier auch reichlich schöne Ecken abseits der Touristenpfade entdecken. Wir haben hier sehr gute (und soweit wir das einschätzen können sehr authentische) Tacos bei Guisados gegessen und einmal auch Zuflucht in einem sehr guten indischen Restaurant gesucht (man will ja auch mal wieder was anderes essen). Stress kam für uns hier jedenfalls nicht auf. Wir sind aber glücklicherweise auch immer den Touri-Massen, vor allem denen von den Kreuzfahrtschiffen, aus dem Weg gegangen. Bis auf einmal jedenfalls…