Brisbane Teil 3: Ab ins Grüne
Alles easy mit der go card
Nächster und letzter Tag in Brisbane. Wir waren ganz froh, uns für vier Nächte und damit drei volle Tage, entschieden zu haben. Es gibt in Brisbane viel zu sehen, die Stadt ist groß und auch einfach schön. Heute sollte es allerdings etwas aus der Stadt raus und ins Grüne gehen. Unmittelbar um die Stadt herum gibt es viel Natur. Nicht die großen Nationalparks, die wir später noch besuchen werden würden, aber viele kleinere Parks, Wanderwege und den botanischen Garten, den uns verschiedene Reiseführer und Webseiten ans Herz legten. Dazu ging es mal wieder mit dem Bus los. Unsere go card war fast leer, für eine Fahrt in die Innenstadt reichte es noch. Der Plan war, hier umzusteigen und davor die Karte mit neuem Guthaben aufzuladen. Das geht unkompliziert an Automaten und vielen Kiosks und anderen Shops. Zumindest in der Theorie. Die Praxis sah leider anders aus. An unserer Umstiegshaltestelle (übrigens ein Knotenpunkt, an dem viele Buslinien und auch die U-Bahn zusammenführten) war weit und breit keine Auflademöglichkeit zu sehen. Die offizielle Webseite der go card zeigte einen einzigen Shop und der war mitten auf dem Rathausplatz markiert. Irgendwann war uns klar, dass der unter der Erde sein musste, einen Weg nach unten gab es hier aber auch nicht. Den fanden wir auf der anderen Straßenseite, inklusive eines Orientierungsplan, der zwar die Position des Shops anzeigte, nicht aber unsere. Wir wussten also weder, wo wir waren, noch, in welche Richtung wir jetzt mussten. Eine Viertelstunde und viele Rolltreppen hoch und runter später haben wir den Laden dann gefunden. Direkt gegenüber standen übrigens die Automaten – eine clevere Platzierung. Statt Auflademöglichkeiten über den Haltestellenbereich zu verteilen, positioniert man sie lieber gebündelt an einem geheimen Ort unter der Erde. Genial. Hier wurde deutlich: die gleichen Schlaumeier, die die WLAN-Infrastruktur am Brisbaner Flughafen geplant hatten, waren auch für die go card Ladeplätze zuständig.
Ein ungeplanter Spaziergang
Der eigentlich von uns angepeilte Bus zum botanischen Garten war natürlich längst weg. Und anscheinend war die Strecke nicht die frequentierteste, denn der nächste Bus wäre erst eine Stunde später gekommen. Eine Alternative war aber schnell gefunden. Die würde uns zwar nicht direkt zum botanischen Garten fahren, aber nur etwa 15 Minuten Fußweg davon entfernt rauslassen. Auch gut. Und am Ende sogar besser. Das Ganze hat sich als absoluter Glücksfall herausgestellt, denn der Weg von der Bushaltestelle zum botanischen Garten war am Ende nicht nur Mittel zum Zweck, sondern eine tolle kleine Wanderung durch die Natur vor den Toren Brisbanes. Es ging vorbei an saftgrünen Wiesen, auf denen wilde Kakadus und andere bunte Vögel herumliefen und wir entdeckten ein kleines süßes Café, bei dem wir erstmal eine Kaffeepause einlegten. Außerdem haben wir noch einen Wasserfall entdeckt, zumindest war es laut Google Maps einer. In der Realität stellte er sich als kleine Pfütze heraus, aber schön war es irgendwie trotzdem – und jetzt eh auf dem Weg. Und kurz darauf erreichten wir dann auch unser eigentliches Ziel: den botanischen Garten.
Der botanische Garten
Der botanische Garten in Brisbane ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Zum einen kostet er nichts, zum anderen findet man hier eine wirklich grüne und ruhige Oase inmitten einer Großstadt. Nachdem wir die in den letzten zwei Tagen erkundet hatten, war das eine gelungene Abwechslung. Der botanische Garten ist in viele Bereiche eingeteilt. Wir haben zunächst einen kleinen Spaziergang durch den Regelwald gemacht, danach ging es ins Tropical Display Dome, in dem Tropenpflanzen unter einer imposanten Kuppel wachsen. Danach führte unser Weg noch durch das Reich der Kakteen und am Ende auf eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Skyline. Und dann aber auch nach Hause. Zwar hätte es noch einen besseren Aussichtspunkt gegeben, der wäre aber nochmal eine Busfahrt weit entfernt gewesen. Und wir mussten etwas bedenken, dass wir die letzten Wochen ignorieren konnten: Wochentage. Es war Sonntag, was nicht nur hieß, dass die Busse seltener fahren, sondern auch, dass Läden früher schließen. Oder überhaupt mal schließen. In Asien war es nie ein Problem, dann etwas zu kaufen, wenn man wollte oder gerade in der Nähe waren. Hier mussten wir rechtzeitig zurück sein, um einzukaufen, bevor alle Supermärkte geschlossen waren. Hat halt nicht nur Vorteile, diese westliche Welt.