Ausschlafen in Alajuela: Unsere Ankunft in Costa Rica
Effizientes Ausschlafen
Der internationale Flughafen von San José liegt gar nicht in San José, sondern in Alajuela, einer Stadt nordwestlich der costa-ricanischen Hauptstadt. Den ursprünglichen Plan, unsere ersten Tage in San José zu verbringen, hatten wir frühzeitig verworfen. Nach unserer Ankunft nach 22 Uhr abends hatten wir nämlich wenig Lust, ein teures Taxi in die Innenstadt zu nehmen, geschweige denn zu versuchen, total übermüdet in den richtigen Bus zu steigen. Außerdem rät irgendwie jeder von San José ab, egal ob Costa-Ricaner, Auswanderer oder wer auch immer – mit Ausnahme natürlich der üblichen Reiseblogs, die eh alles abfeiern. Gefährlich soll es sein, vor allem aber unfassbar hässlich und für Touristen eher langweilig. Insgesamt also wenig Attribute, die uns irgendwie motiviert hätten, hier unsere Zeit zu verbringen. Alajuela war zwar auch nicht gerade gespickt mit Sehenswürdigkeiten, aber eben nah am Flughafen. Lediglich eine zehnminütige Taxifahrt trennte uns von unserem Airbnb für die nächsten zwei Tage. Das befand sich in einem ruhigen und bewachten Wohngebiet am Stadtrand, hatte eine eigene Küche und war sogar größer als es auf den Bildern schien. Nur an der Sauberkeit hat es wieder einmal gemangelt, das müsste Airbnb wirklich mal in den Griff kriegen. In der Dusche wurde das Wasser direkt im Duschkopf erhitzt. Was zur Folge hatte, dass man das Wasser nicht sehr weit aufdrehen durfte, da sonst das Heizen nicht hinterherkam und das Wasser kalt blieb. Zu dem Zeitpunkt dachten wir noch, dass wir hier etwas ganz Exotisches vor der Nase hatten, später stellte sich allerdings heraus, dass dieser Duschkopf wohl der absolute Standard in Costa-Rica ist. Zumindest für diejenigen, die gerne warm duschen (kurz gesagt: für Touristen). Die Bettsituation: ausbaufähig. Es waren zwei unterschiedlich große und hohe Einzelbetten und nicht wirklich bequem. All das war uns an dem Abend aber erst einmal egal – oder zumindest nicht wirklich wichtig. Wir wollten und mussten nur noch schlafen und waren sehr froh, endlich im Bett liegen zu können.
Schlafen konnten wir trotz der Bettsituation wie ein Stein. Dabei half nicht nur unsere Müdigkeit, sondern auch die Tatsache, dass das Schlafzimmer kein Fenster hatte. Ruhe, absolute Dunkelheit und große Erschöpfung, eine sehr förderliche Kombination für einen erholsamen Schlaf. Der erholte, wache Zustand wurde allerdings schnell von Hunger eingeholt und abgelöst – der Kühlschrank war allerdings leer. Es wurde also Zeit für einen ersten Eindruck von Costa Rica. Unsere vier Monate in Mittelamerika begannen hier und jetzt. Auf der Suche nach Frühstück und Kaffee.
Essen, Sim-Karte, Bargeld: Die Vorzüge einer Mall
Die City Mall von Alajuela war zum Glück nur etwa 20 Minuten Fußweg von unserer Unterkunft entfernt. Auf den Straßen dorthin bekam man schon einen ganz guten ersten Eindruck von Costa Rica und Mittelamerika an sich. Im Gegensatz zu Asien war es hier bunter, kleiner – und musikalischer. Aus jedem zweiten Haus hörte man typische lateinamerikanische Musik, mal lauter, mal leiser. Viel mehr war allerdings nicht los, was vermutlich auch der Tageszeit geschuldet war. Am frühen Nachmittag war den meisten hier wohl eher nach Siesta aus als nach einem sehr späten Frühstück. Das ließen wir uns dann in einem kleinen Café in der Mall schmecken, nachdem das Bestellen auf Englisch und gebrochenem Spanisch einigermaßen gut funktioniert hatte. Und wo wir schon mal da waren, besorgten wir uns auch direkt eine Sim-Karte, dessen Beschaffung hier aber eher an australische als an asiatische Verhältnisse erinnerte und bestimmt 30 Minuten gedauert hat. Und vergleichsweise teuer war es auch: Ganze 20€ mussten wir für läppische 5 GB auf den Tisch legen. Dafür bekam man in Vietnam 200 GB und wahrscheinlich ein goldenes Handy dazu. Unseren ersten Supermarktbesuch konnten wir auch direkt in der Mall erledigen, praktisch. Die Mall selbst war übrigens überraschend groß und schön – sehr gut geeignet für einen kurzweiligen Zeitvertreib, wenn man sonst nicht viel geplant hat. Nach den eher wuseligen und grellen Malls in Asien kam es einem hier übertrieben aufgeräumt und entspannt vor. Bargeld haben wir am Ende auch noch geholt (da wussten wir noch nicht, dass man es sehr zu schätzen wissen sollte, funktionierende Geldautomaten vorzufinden) – wer die schönsten Geldscheine der von uns bislang besuchten Länder hat, ist ja wohl offensichtlich, oder?
Nachdem wir in der Unterkunft unseren ersten mittelamerikanischen Kaffee trinken konnten, ging es auch schon wieder ans Packen – zumindest, nachdem wir all unsere Sachen in Waschmaschine und Trockner gesteckt hatten (großer Pluspunkt der Unterkunft!). Morgen sollte es weiter gehen nach Monteverde, wo wir den Jahreswechsel verbringen würden. Leider mal wieder sehr früh morgens…