Noch schöner als erhofft: Unser erster Tag in Porto

Nach drei Nächten auf Madeira ging es leider schon wieder weiter. Mehr hat unser Budget für eine so relativ spontane Buchung nicht zugelassen und das Blumenfest hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass Unterkünfte generell etwas teurer waren als zu anderen Zeiten im Jahr. Das, was wir von der Insel gesehen hatten, ist allerdings Grund genug, bald wiederzukommen und auch den Rest von Madeira kennenzulernen. Jetzt ging es für uns aber erstmal nach Porto, das Land würden wir also nicht verlassen und auch wenn es irgendwie ein Transatlantikflug werden würde, war es per Definition nur ein kurzer Inlandsflug. Und endlich mal wieder einer ohne lästige Grenz- und Einreisekontrolle. Am Flughafen konnten wir außerdem nochmal ein bisschen Madeira-Feeling genießen, denn auch hier gab es genug Meerblick für jeden. Das Boarding bei unserem ersten Flug mit Easyjet war leider irgendwie chaotisch, weil erst alle aufgerufen wurden, zum Gate zu kommen, man dann aber da wieder eine halbe Stunde in der Schlange stand. In unserem Fall auch noch mit gesamtem Gepäck, das wir nicht aufgegeben hatten. Dafür war der Flug bequem. Man kann ja nicht alles haben.

Trotz kurzer Flugzeit war es am Ende irgendwie eine ziemlich lange Reise, vor allem, wenn man An- und Abreise von den Flughäfen mit einberechnet. Da wir in unsere Unterkunft in Porto (aus welchen Gründen auch immer) nur bis 19:30 einchecken konnten, nahmen wir vom Flughafen ein Uber, da wir nicht sicher waren, ob wir es mit der Metro rechtzeitig schaffen würden. Vermutlich wären wir damit am Ende sogar schneller gewesen, denn das Auto steckte ständig im Feierabendverkehr der Stadt fest.

Schöne Wohnung und interessantes Abendessen

Am Ende hatten wir es aber rechtzeitig geschafft und konnten in eine überraschend schöne Unterkunft einchecken. Wir bewohnten ein Zimmer in einer Gemeinschaftswohnung mit insgesamt vier Schlafzimmern, zwei Bädern und einer Gemeinschaftsküche. Von den anderen Gästen haben wir kaum etwas mitbekommen, zum Glück waren nämlich alle Parteien echt rücksichtsvoll. Und obwohl die Wohnung an einer lauten und vielbefahrenen Straße lag – unser Zimmer ging sogar nach vorne raus – war es nachts angenehm leise, weil die Fenster richtig dicht waren. Die Küche war gut ausgestattet und auch die Bäder waren schön und sauber. Zumindest schienen sie bei unserer Anreise frisch geputzt zu sein, danach wurden sie leider nicht mehr sauber gemacht. War bei drei Nächten okay. Wir waren jedenfalls mal wieder zufrieden. Als Abendessen gab es etwas, um das wir eigentlich einen großen Bogen machten wollten: Francesinha heißt eine portugiesische Variante eines Sandwiches, im Grunde ist es aber nur eine Scheibe Toast, die mit massig Fleisch (alternativ Veggiefleisch), Käse und Spiegelei belegt ist und dann in einer Soße ertränkt wird. Wir waren aber zu neugierig und haben es trotzdem probiert. Irgendwie ganz lecker, definitiv essbar, aber nichts, was wir nochmal bestellen würden. Sorry Portugal, aber wir bleiben lieber bei deinen Pasteis de nata.

Gewusel in der Fußgängerzone

Nach einer wirklich guten Nacht und einem schnellen Frühstück in der Küche, die nur wir zu nutzen schienen, war es Zeit, die Stadt zu erkunden. Sehr praktisch, wenn die Innenstadt direkt vor der Tür liegt. Die Fußgängerzone von Porto war nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt und war auch echt schön, allerdings extrem voll. Wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht, ob das am Samstag lag, konnten dann aber nachträglich feststellen, dass es hier wohl immer – jedenfalls jetzt zur Hauptreisezeit – so voll war. Am Ende verteilte sich aber wie überall alles soweit, dass man die Stadt und das gute Wetter trotzdem genießen konnte. Natürlich, ebenfalls wie überall, mit den üblichen Einschränkungen durch Leute, deren einziger Auftrag es zu sein schien, möglichst langsam möglichst platzeinnehmend durch die Straßen zu schlendern und ab und an plötzlich stehen zu bleiben. Sei es drum. Für uns gab es nach der Fußgängerzone erstmal ein zweites Frühstück, natürlich in Form von Pasteis de nata. Bei Manteigaria gibt es unserer Meinung nach die Besten und deshalb blieben es auch nicht die einzigen. Gut, dass man die nicht nur vor Ort, sondern auch zum Mitnehmen bestellen konnte. Anschließend ging es an der Kirche von Santo Ildefonso vorbei, die sich wie viele Gebäude in der Stadt durch ihre blauweiße Kacheloptik sehr gut als Fotomotiv eignet, in Richtung Fluss.

Die Cais da Ribeira

Da wir uns die andere Flussseite für den nächsten Tag aufheben wollten, ging es nicht über die Ponte Luis I, sondern an der Cais da Ribeira entlang, eine sehr touristische (und daher auch sehr volle), aber auch sehr schöne Promenadenstraße direkt am Wasser. Am liebsten hätten wir es uns auch an einem der vielen Tische mit Flussblick mit einem Glas Wein gemütlich gemacht. Andererseits war es erstens noch etwas früh und zweitens sehr heiß, sodass uns der Wein vermutlich sofort gekillt hätte. Die Preise waren natürlich auch entsprechend. Später haben wir dann aber ein schattiges und bezahlbareres Plätzchen gefunden, um doch noch unseren ersten Porto-Wein (nicht zu verwechseln mit Portwein) zu einem kleinen Snack zu trinken. Lecker! Und auch unser Tagesfazit fiel uns an diesem Abend nicht schwer: extrem tolle Stadt. Wir hatten definitiv Lust auf einen weiteren Tag im schönen Porto!