Ankunft in San Francisco

Nach einer endlos langen und so ziemlich schlaflosen Anreise von Münster über Düsseldorf und Amsterdam kamen wir mindestens so glücklich wie erschöpft in San Francisco an. Dank der Zeitverschiebung war es gerade einmal Mittag, obwohl wir mitten in der Nacht (und ohne vorher zu schlafen) aus Münster losgereist sind. Deshalb hieß es jetzt: Müdigkeit wegstecken und wach bleiben, damit einen der Jetlag nicht zu sehr umhaut. Das war auch erstmal nicht problematisch, schließlich mussten wir nach der Ankunft erst genuschelte Fragen des unmotivierten Grenzbeamten entziffern und uns dann Flughafen zurecht finden und die Bahnstation ins Zentrum finden. San Francisco hat glücklicherweise einen guten Nahverkehr, die Bay Area Rapid Transit (kurz BART) bringt einen ohne Umstieg mitten in die Stadt. Verlässt man sie Bahnstation, merkt man direkt das besondere Flair der Stadt. Es war irgendwie entspannt, das Wetter war gut, von irgendwoher kam Musik. Und direkt vor uns wurde ein Cable Car an seiner Endstation von Hand gedreht, damit es gleich wieder in die andere Richtung gezogen werden konnte. Spätestens jetzt war uns klar: wir sind in San Francisco!

Unsere erste Bleibe: The Andrews Hotel

Die Straße, in der unser Hotel lag, sieht genauso aus, wie man sich eine Straße in San Francisco vorstellt: ein bisschen hügelig, ein bisschen wuselig und einfach nur gemütlich. Das Andrews Hotel an sich hat uns sofort in seinen Bann gezogen. Die Möbel sehen aus wie aus einer längst vergangenen Zeit, sind aber super edel, als hätten hier mal sehr reiche Leute gelebt.

Der Empfang war so nett und herzlich, dass wir uns nach der über 20-stündigen Anreise sofort richtig wohl gefühlt haben. Kaffee und Tee gab’s rund um die Uhr an der Rezeption und abends bekam man zur Happy Hour ein Glas Wein beim Italiener, der im gleichen Gebäude sein Restaurant hat. Dort haben wir auch einen Abend gegessen und würden’s so auch weiterempfehlen. Die Zimmer sind alt, aber sauber. Wer ganz pingelig ist, wird vielleicht hier und da ein bisschen was zu Meckern haben. Uns kommt es aber mehr auf Charme, Ambiente und Herzlichkeit an als auf Modernität und Luxus. Wir haben das Hotel geliebt!

Von China Town bis Fisherman’s Wharf

Um den angefangenen Tag noch sinnvoll zu nutzen (schließlich standen insgesamt nur zwei Nächte San Francisco auf dem Programm), machten wir uns nach Check-in und kurzem Versacken auf unserem Zimmer auf den Weg ins Getümmel. Unser Ziel war Fisherman’s Wharf, das Hafenviertel am nördlichen Ende San Franciscos. Unser Weg führte uns zunächst durch Chinatown, das älteste und nach dem in New York City größte chinesische Stadtviertel in ganz Nordamerika. In erster Linie gibt es hier viele Läden und Restaurants, aber auch Tempel und ein Museum. Die Lampions, die über der Straße hängen, sehen besonders im Dunkeln toll aus. Rein geht’s über ein typisch chinesisches Tor. Heutzutage ist das Viertel stark touristisch geprägt und wir haben uns hier nicht besonders lange aufgehalten. Aber wir glauben, dass das Viertel sehr viel mehr zu bieten hat, als wir auf unserem kurzen Marsch gesehen haben. Immerhin zieht das Viertel mehr Touristen an als die Golden Gate Bridge, die wir allerdings viel beeindruckender fanden.

Über die Columbus Avenue, eine der Hauptstraßen San Franciscos, erreichten wir schließlich Fisherman’s Wharf. Eine coole, bunte Gegend direkt am Hafen. Von dort aus kann man auch zur Gefängnisinsel Alcatraz fahren. Wir haben das nicht gemacht und fanden den Blick auf die Insel vom Festland aus absolut ausreichend. Die Touren dorthin sind nämlich nicht ganz billig. Am Fisherman’s Wharf wimmelt es nur so von Fischrestaurants, riesigen Möwen, Straßenkünstlern und Touris. Hier kann man sich stundenlang auf eine Bank setzen und das Durcheinander beobachten. Für uns gab es hier die ersten Fish and Chips und das erste Bier – und abschließend einen traumhaften Sonnenuntergang mit einem Himmel, der wie gemalt aussah. Als wir wieder beim Hotel waren, war es bereits dunkel. Auch im Dunkeln macht die Stadt noch einiges her, zumindest, wenn man die gut beleuchteten Pfade nicht verlässt, was in San Francisco auch nicht schaden kann. Für uns fühlte es sich jedenfalls wie Mitternacht an.